Selbst-Management
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Interpretation ist das halbe Leben …

Das soll jetzt keine Aufforderung sein – es ist Tatsache. Wir filtern alle Situtationen, die wir erleben durch unsere bisherigen Erfahrungen – und interpretieren sie für uns passend.

Als Beispiel möchte ich einen Teilnehmer in einem meiner Seminare nehmen, der extreme Angst hatte, vor Leuten einen Vortrag zu halten und diese Angst durch Klopfen auflösen wollte. Er stellte sich also vor die Gruppe hin und ich forderte ihn auf, die Leute anzusehen und mir zu sagen, was er sieht (nicht, was er dabei fühlt).

Er zeigte auf verschiedene Teilnehmer und sagte:

  • Sie sitzt gelangweilt da.
  • Sie ist genervt, weil nichts weiter geht.
  • Er denkt an ganz etwas Anderes.
  • Die Gruppe wartet nur darauf, dass ich versage.

Danach forderte ich ihn auf, nur zu beschreiben, was er wahrnimmt – und zwar, ohne irgendwelche Adjektive zu verwenden. Das fiel ihm nicht leicht und immer wieder kippte er in „seine“ Interpretationen. Hier nun seine reine Wahrnehmung:

  • Sie hat die Arme verschränkt.
  • Er schaut nach oben.
  • Sie lächelt mich an.
  • Die Gruppe schaut mich an.

Das ist die reine Wahrnehmung. Was sagt uns das nun? Die Kette zwischen dem was IST und dem wie wir uns fühlen, ist folgende:

  1. Ich nehme wahr (z.B. sie hat die Arme verschränkt)
  2. Ich interpretiere (z.B. sie lehnt mich ab)
  3. Ich fühle mich unsicher!

Der zweite Teil fällt uns naturgemäß am leichtesten 😉

Oft baue ich diese kleine Übung in meinen Seminaren und auch Übungsabenden ein und am schwersten fällt es Teilnehmern immer, einfach nur zu beschreiben, was sie sehen! Erst durch ihre Interpretation wird die Situation „gefährlich“ oder „bedrohlich“. Vice versa bedeutet das auch folgendes: wenn ich meine (durch Interpretation) auftauchenden negativen Gefühle wegklopfe (= auflöse), komme ich immer an den Punkt, „wahrzunehmen“. Es steckt schon in dem Wort: Wahr-Nehmung – Was ist wahr?

Das sollten wir uns immer wieder fragen, vor allem wenn es um’s Zusammenleben mit unseren Mitmenschen geht! Stell‘ dir die Frage, verfolge die Kette – und klopfe deine aufkommenden, negativen Emotionen dabei und du wirst der Wahrheit immer ein Stück näher kommen und damit auch immer ein Stück freier werden!

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