Produktivität und Effizienz
Kommentare 5

Mein (derzeit) bester Business-Tipp

SelbstorganisationGitte Härter hat ein Sommergewinnspiel gestartet und fragt ihre LeserInnen nach ihrem besten Business-Tipp. Ich lese/sehe/höre sie sehr gerne und würde mich über einen Gewinn freuen – außerdem gibt’s ihn wirklich, den Tipp, der mir in den letzten Monaten am besten geholfen hat 🙂


 

Mein Tipp: Messen!

Was messen?

Wisst ihr ganz genau oder auch nur ansatzweise, wie lange gewisse Tätigkeiten dauern? Rechnungen schreiben, Geschirrspüler aus- und einräumen, einen Blog-Artikel vorbereiten, eMails bearbeiten? Ich wusste es im ganz groben Rahmen – und hab‘ mich doch immer wieder verschätzt, dadurch Pläne über den Haufen werfen müssen oder Ziele nicht erreicht. Das war zumindest für mich ein Zustand, der mich grübeln ließ.

Den Anstoß zum ganz genauen Messen meiner (Arbeits-)Schritte gab mir dann ein Webinar bzw. ein Blog-Artikel von Ivan Blatter.

Ich höre schon: „Das ist ja müüüühsam!“

Zur Beruhigung: wenn euch das prinzipiell keinen Spaß macht, dann beschränkt das Messen auf eine gewisse Zeitspanne. Z.B. auf 10 Tage. Nehmt einen Zeitraum, in dem ihr möglichst viele wiederkehrende Arbeiten absolviert (da macht es im ersten Schritt am meisten Sinn). Ihr müsst das nicht auf immer und ewig machen – könnt aber natürlich 🙂

Warum messen?

Ich sehe zwei Haupt-Gründe dafür (wenn euch noch mehr einfallen, bitte her damit!):

1) Das Mücke-zum-Elefanten-Phänomen

Wenn ihr nicht wisst, wie lange etwas dauert – und es vielleicht noch dazu nicht zu euren Favoriten zählt – dann wird die gefühlte Dauer immer größer je öfter ihr daran denkt! Das ist natürlich auch Futter für den Inneren Schweinehund und verhindert, den ersten Schritt zu tun.

Wisst ihr aber genau, dass z.B. das Leeren eures Posteingangs im Durchschnitt 20 Minuten dauert, dann schmilzt euer Widerstand dagegen.

2) Das Kaugummi-Phänomen

Nach dem Parkinsonschen Gesetz dauert eine Aufgabe immer genau so lange, wie man sich Zeit dafür nimmt. Das heißt, wenn ihr vorher wisst, wie lange ihr (wirklich) braucht, schafft ihr es auch meist in der geplanten Zeit! Das motiviert mich persönlich auch deswegen, weil ich dann mein Ziel eher erreiche, bzw. überhaupt erst weiß, ob und wann ich das Ziel erreicht habe.

Wie messen?

Das ist der einfachste Teil der Übung. Jedes Smart-Phone hat heutzutage eine Stoppuhr-Funktion. Wer sich gerne Statistiken ansieht und nicht nur gewisse Dinge sondern den gesamten Arbeitstag „tracken“ möchte, findet sicher jede Menge Apps für das bevorzugte Smart-Phone. Ich verwende gerne die App Timeable für IPhone.

So, und jetzt bin ich gespannt auf eure Erfahrungen – und natürlich auch darauf, ob ich unter den GewinnerInnen bin 🙂

P.S. Und bleib‘ neugierig!


5 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    ein wunderbarer Artikel! Das Messen empfehle ich meinen Kundinnen auch immer. Für Arbeiten im Haushalt, vor allem für solche, die man gerne vor sich herschiebt, die Zeit stoppen, die man zur Erledigung braucht. Dann schmilzt der Widerstand vor der Erledigung. Das Messen wende ich hier schon lange an. Ich weiß, wie lange ich brauche, um den Geschirrspüler auszuräumen, ein Hemd zu bügeln usw.

    Aber dieses Messen auch auf den beruflichen Kontext anzuwenden, bin ich auch noch nicht gekommen. Das nennt man dann wohl betriebsblindheit 😉

    Mir fallen noch zwei weitere Gründe ein fürs Messen:

    1. Wenn ich weiß, wie lange ich für etwas brauche, kann ich Zeitinseln oder Leerlaufzeiten besser nutzen. Wenn ich zum Schreiben einer Rechnung 3 Minuten brauche und ich noch 10 Minuten Zeit habe, bis ich zu einem Termin los muss, kann ich in dieser Zeit drei Rechnungen schreiben.

    2. Sozusagen ergänzend zum Parkinsonschen Gesetz: Ich kann immer versuchen, mich zu übertreffen. Wenn die Ablage normalerweise 20 Minuten dauert, kann ich quasi in Konkurrenz zu mir selbst antreten und mir zum Ziel machen, es dieses Mal unter 20 Minuten zu schaffen.

    Lieben Gruß
    Birgit

    • Hallo Birgit!

      Vielen Dank für deine weiteren „Gründe“ – einen verwende ich gerade, nämlich den Zeitinsel-Tipp :-), um dir zu antworten! Der Thermomix braucht nämlich noch genau 10 Minuten und da geht sich die Antwort aus …

      Mein Einstieg in’s Messen war übrigens auch der Haushalt: „Wie viele Hemden schaffe ich in einer Stunde zu bügeln?“

      Beim „sich selbst übertreffen“ sollte man halt auch maßvoll bleiben – irgendwann ist der Plafond erreicht, wie man bei uns sagt. Auch hier könnte man das Pareto-Prinzip, das ich in einem älteren Artikel genannt habe, nicht vergessen!

      Sonnige Grüße,
      Claudia

  2. Gitte Härter sagt

    Hallo Claudia,

    herzlichen Dank fürs Mitmachen (und das schöne Kompliment). 🙂

    „Messen“ ist immer eine gute Idee im Business, auch wenn es manchmal unattraktiv erscheint. Was für ein Augenöffner in allen Business-Sparten, wie einen das Gefühl und das Schätzvermögen so täuschen kann – im Guten wie im Schlechten.

    Viele Grüße
    Gitte

    • Hallo Gitte,

      du sagst es – es gibt so Dinge, die ich (seitdem ich weiß, wie schnell sie erledigt sind) nicht mehr vor mich her schiebe! Das erleichtert das Leben doch ungemein!

      Nochmals danke an dich,
      Liebe Grüße,
      Claudia

  3. Pingback: This is how I work - this is how I blog! Blogstöckchen | Coach101

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare abonnieren?