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Empfehlung: Organisieren Sie noch oder leben Sie schon? von Cordula Nussbaum

Buchempfehlung

Kurz vor Weihnachten passt doch eine Lese-Empfehlung – vielleicht als Geschenk für dich selbst?

„Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?“

von Cordula Nussbaum

Auf dieses Buch bin ich über ihren Podcast aufmerksam geworden, der im Gemeinschaftsprojekt „Das Abenteuer Leben“ entstanden ist.

Das Buch besteht aus auf den ersten Blick sehr übersichtlichen drei Teilen:

Teil 1: Dem chaotischen Ich auf der Spur:

Im ersten Teil des Buches geht es vor allem darum herauszufinden, ob der/die geneigte LeserIn selbst eher zu den kreativen Chaoten oder zu den logischen Ordnern gehört. Hier habe ich mein erstes großes Aha-Erlebnis gehabt. Ich hätte mich nämlich eher den logischen Ordnern zugeordnet, habe aber massive Tendenzen zum Chaoten bei mir entdeckt 🙂

Damit wird mir doch einiges klarer! Diesen Test kannst du übrigens auch online machen.

Gefallen hat mir, dass nicht die Unfähigkeit sondern die Stärken der kreativen Chaoten herausgearbeitet werden. Natürlich wird schwarz-weiß gemalt, allerdings nur, um die Unterschiede klar zu machen, nicht um in gut und schlecht einzuteilen bzw. zu werten.

Danach findet sie Gründe bzw. Motivationen, warum auch kreative Chaoten ihr Zeitmanagement verbessern sollten – vor allem zeigt sie Möglichkeiten auf, die eigene intrinsische Motivation zu entdecken. Besonders gefallen hat mir ihr Ansatz (der nicht neu aber immer wieder überzeugend ist), beim Formulieren von Zielen auf das „Warum“ zu schauen.

Teil 2: Der Werkzeugkoffer für ein erfolgreiches Zeit- Management:

Die 5 Strategien, die Cordula Nussbaum vorstellt sind auch nichts Neues – und gelten auch für die logischen Ordner – aber ihre Art der Umsetzung ist bestechend! Ein paar Gusto-Häppchen gefällig?

  • Konzept statt Plan – Entspricht mir sehr – das habe ich mir mitgenommen und seitdem funktioniert die „Konzeption“ meiner Arbeitswoche viel besser (wie schon hier beschrieben).
  • Bilder im Kopf – Das Prinzip kenne ich als „Gedankenpalast“ aus einem Gedächtnis-Training, die spielerische Umsetzung, die hier gezeichnet wird, macht sicher Spaß! Wobei: aufschreiben ist auch eine Möglichkeit, entspricht aber eher dem logischen Ordner in mir.
  • Der „Unter-Druck-arbeite-ich-am-Besten-Mythos“ – spannende und für mich neue Erkenntnis, dass man damit eventuell versucht, den Inneren Schweinehund auszutricksen. Das ist auf jeden Fall eine Überprüfung wert.
  • Tools – vor allem kreative Tools, die dem kreativen Chaoten entsprechen könnten, werden angeboten. Da gibt es z.B. das Zeitverschiebungsspiel, die Entscheidungsmatrix oder die Glückskick-Gewohnheiten – klingt nett, oder?
  • Dirigent – Vergleiche doch einmal das Delegieren (das kreativen Chaoten recht schwer zu fallen scheint) mit dem Dirigieren eines Orchesters – es gibt 9 Taktstöcke, die du schwingen könntest!

Teil 3: Auf dem Weg zum genialen Querdenker

Das letzte ist auch das kürzeste Kapitel, in dem Übungen vorgestellt werden, um auch die systematische Gehirnhälfte zu stärken. Denn die Erkenntnis, ein kreativer Chaot zu sein, ist das Eine. Das Andere ist die Erkenntnis, dass ein paar Anteile des Ordners auch von Vorteil sind!

Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?: Zeitmanagement für kreative Chaoten

Was nehme ich persönlich mit?

Wirklich erkannt habe ich mich selbst im ersten Kapitel in folgendem Absatz:

„Viele kreative Chaoten unterscheiden überhaupt nicht zwischen „Arbeit“ und „Freizeit“ oder gar zwischen „Arbeit“ und „Leben“. Ihnen macht die Arbeit so viel Spaß, dass es sich für sie immer wie freie Zeit anfühlt. Und in der freien Zeit stört es sie auch nicht, über die Arbeit nachzudenken. Zudem arbeiten viele kreative Chaoten in Berufen, in denen es auf ihren Ideenreichtum ankommt – und unser Hirn schalten wir eben nicht um 17 Uhr einfach aus. Gute Ideen lauern überall.“

Ich habe das Buch schon vor einigen Wochen gelesen und nun für diesen Artikel noch einmal quergelesen und mir die von mir markierten Stellen genauer angeschaut. Mein Gedanke: „Das solltest du wohl noch einmal lesen“. Ich weiß allerdings aus Erfahrung, dass es nicht ausreicht, so ein schlaues, mit Tipps vollgepacktes Buch einfach nur zu lesen – umsetzen wäre toll – aber wie anfangen?

Nun, ich denke, das ist ein schöner Ansatz für ein Selbst-Experiment mit nachfolgendem Artikel darüber 🙂

Fazit

Ein etwas anderer Ratgeber aus der Reihe der Selbstmanagement-Bücher. Leicht zu lesen, leicht sich wiederzuerkennen, mit sehr sympathischer Schreibe umgesetzt – und auf den 246 Seiten eine Unmenge an Tipps und Anregungen sowohl für strukturierte als auch chaotische Typen.

Ich fände es sogar eine gute Idee, wenn gerade auch logische Ordner dieses Buch lesen würden, um „die andere Seite“ besser zu verstehen – und sich vielleicht sogar ein wenig Leichtigkeit und Spaß in die eigenen Strukturen zu holen!

Lesenswert!

 


2 Kommentare

  1. Hallo Claudia,
    sehr schöner Artikel. Ich organisiere und lebe. Kopfkino (Bilder im Kopf) sind auch eine Hilfe, um etwas zu erreichen oder sich zu merken. Wenn der Beruf auch eine Berufung ist, gibt es tatsächlich kaum eine Unterscheidung zwischen Arbeit und Freizeit.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Danke, Claudia! Das kann ich mir gut vorstellen, dass dein Beruf auch deine Berufung ist! Ich hab‘ da so ein kleines „Helferlein“ zu Hause (= mein Mann), der aufpasst, dass ich mich in meinen Berufungen nicht verliere 😉

      Schönes Wochenende!
      Claudia

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