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Empfehlung: Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin

Dinge geregelt kriegen ohne einen Funken Selbstdisziplin

Von Kathrin Passig und Sascha Lobo

Als ich vor einiger Zeit erstmalig in die deutsche Blogger-Szene eingetaucht bin, bin ich sofort über Sascha Lobo, einen der Autoren dieses Buches gestolpert. Das ist fast unvermeidlich 😉 und es wundert mich fast ein wenig, dass ich nur durch „Zufall“ auf dieses Buch gestoßen bin!

Der Inhalt

„Wir schreiben dieses Buch aus Notwehr.“

Bäm – der erste Satz sitzt 🙂

Und der zweite auch. Und der dritte … was soll ich sagen!

Prinzipiell ist „Dinge geregelt kriegen“ oft eine höchst trockene Angelegenheit. Der eigene Disziplin- und Durchhalte-Muskel zieht sich sofort krampfhaft zusammen und erwartet den nächsten Schlag bei diesem Satz …

Und doch … ich habe noch nie bei einem Buch über Selbstorganisation dermaßen oft herzhaft gelacht, wie bei diesem hier! Der Stil der beiden Autoren versteht es, die Leser mit sehr authentischen Geschichten zu unterhalten, Gedanken „auszusprechen“, die sich weniger organisierte Menschen sicher oft denken – und trotzdem mit Tipps und Tricks um die Ecke zu kommen, bei denen man sich innerlich sagt „So einfach kann’s gehen!“.

Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin

Hauptakteur ist in diesem Buch der/die sog. LOBO (wie passend zum Autor), das sind Menschen mit einem Lifestyle Of Bad Organisation. Wie sie ticken, wie sie ihre Welt sehen – und auch von ihrer Umwelt gesehen werden.

Jedes Unterkapitel wird mit ein paar Tipps abgeschlossen, die oft sarkastisch und aus der NICHT-Perspektive gegeben werden, was sie nicht nur sinn- sondern auch unterhaltungsvoll macht.

5 Teile mit jeweils mehreren Unterkapiteln erwarten dich bei dieser Lektüre:

Teil 1 – Auftakt

Verschiedene Erklärungs-Modelle von Prokastination (=Aufschieberitis), 5 wirkungslose Mittel gegen das Aufschieben, diverse Überforderungen, Unzufriedenheit, und schlechtes Gewissen werden im ersten Teil behandelt.

Meine Lieblingsübung:

„Einige Kabel wohlgeordnet in eine Tasche legen. Eine Stunde abwarten, die Tasche wieder öffnen. Den entstandenen Kabelsalat betrachten und dabei über die Sinnlosigkeit menschlichen Ordnungsstrebens meditieren.“

Teil 2 – Arbeit

Der innere Zwingli wird vorgestellt, und über den Unterschied zwischen Schmarbeit und Arbeit philosophiert. Außerdem gehen die Autoren auf eine sehr interessantes Konzept ein: Das System ROWE (Results Only Work Environment) und seine positiven Auswirkungen auf Betriebsklima und Produktivität.

Mein Lieblingszitat aus diesem Teil:

„Eigentlich ist garnichts Arbeit. Außer dann, wenn man lieber etwas anderes tun würde.“ (J.M.Barrie)

Zum Abschluss gibt’s dann 10 Dinge, die man ohne schlechtes Gewissen unterlassen kann. Köstlich 😉

Teil 3 – Alltag

Im Alltags-Kapitel geht es um Haushaltsding und Besitz – auch hier wieder 10 Tipps, wie man Dinge in ihre Schranken verweist -, um „das Getue um den Körper“, um den Umgang mit Post, Geld und Staat und einige philosophische (und wie ich meine durchaus passende) Gedanken um den Zusammenhang zwischen Fortschritt und Faulheit.

Teil 4 – Abhilfe

Abhilfe für den LOBO gibt es in diesem Teil des Buches, natürlich immer mit einem Augenzwinkern. Z.B. für Motivation diesseits des Lustprinzips, über Outsourcing und vom Schaden der To-do-Listen inklusive Vorstellung der gängigsten Modelle.

Am besten hat mir hier die „Aufschubumkehr“ gefallen – die belebende Kraft der Deadline und der Teil über Ausreden und Entschuldigungen

Teil 5 – Ausklang

Der Ausklang handelt vom Umgang mit LOBOs (für Nicht-LOBOS) und macht einen fiktiven Blick auf Dienstleistungen und Geräte für die Zukunft der Prokrastination und gleichzeitig einen Rückblick auf eines der Projekte von Sascha Lobo, nämlich die riesenmaschine.de

Fazit

Ich habe total Spaß dabei gehabt – und auch einige Dinge mitgenommen, die ich aus dieser Perspektive so noch nicht gesehen hatte. Erst vor kurzem habe ich in einer Diskussion festgestellt, dass ich nicht immer so organisiert war, wie ich es jetzt bin. Das, was die Autoren so erzählen, kann ich teilweise 1:1 nachvollziehen – immer mit einem Lacher im Hinterkopf.

Insgesamt also eine absolute Lese-Empfehlung von meiner Seite!

P.S. Und bleib‘ neugierig!


6 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    danke für diesen Tipp! Das hört sich in der Tat lohnenswert und so herrlich Alltagstauglich an!
    Kommt auf die Wunschliste 🙂

    Liebe Grüße, Katrin

  2. Tanja sagt

    Liebe Claudia,

    ich habe mir das Buch als Ebook gekauft, nachdem ich deinen neuen Blog im Postkasten hatte. Es war ein guter Aufhänger mal wieder etwas vor mir herzuschieben. :))

    Auf jeden Fall kam ich mir nach dem Buch doch sehr organisiert vor, obwohl ich immer dachte ziemlich viel vor mir zuherschieben. Interessant fand ich, dass es wirklich einiges (bei dem ich mich nie getraut hätte, es schluren zu lassen) gibt, was sich selbst erledigt, wenn man sich einfach nicht darum kümmert.

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Liebe Tanja,

      Es war ein guter Aufhänger mal wieder etwas vor mir herzuschieben. :))

      Nein, nein, so war das aber nicht gemeint! 😉

      Das sind tolle Erkenntnisse, von denen du berichtest. Oft braucht es wirklich „nur“ eine andere Perspektive, um die „Probleme“ zu relativieren! Ich glaube, wenn du die Überzeugung „ich bin nicht organisiert“ über Bord wirfst, wirst du ganz neue Talente in dir entdecken!

      Liebe Grüße,
      Claudia

      • Tanja sagt

        Liebe Claudia,

        bei vielen Dingen bin ich recht gut organisiert und bei anderen schiebe ich gerne einiges vor mir her. Wenn dann der Blick auf die Menschen fällt, die schlechter organisiert sind wie die Autoren, ist der Druck für Veränderung auf einmal nicht mehr so groß.

        Durch das Buch wird aber auch in Frage gestellt, ob all die Dinge, die wir als normal ansehen, wirklich so sein müssen. Ein super Beispiel fand ich, dass seitdem es elektrisches Licht gibt, viel mehr Zeit mit Putzen verbracht wird als davor. Ein anderes Beispiel gibt es bei mir im Moment im Garten. Ich ersetze gerade nach und nach Wiese durch Blumen und Stauden. Letztes und vorletztes Jahr habe ich unheimlich viel Gras gezupft, was ständig wieder nachgewachsen ist. Dieses Jahr hatte ich in der Zeit des Grasjätens einen Hexenschuss und habe nichts getan. Im Moment sieht der Garten toll aus. Das Gras fängt schon an zu Blühen und wenn ich jetzt daran ziehe, lässt es sich so gut wie immer mit Wurzeln ausreißen, und ich habe keine wie früher Schwierigkeiten, was anderes als Gras zu jäten. Also ist in dem Stadium das Jäten effektiver. Mein Garten sieht wild aus, aber er gefällt mir so. :))

        Bei Dingen die man permanent vor sich herschiebt, wird auch gefragt, ob es wirklich das ist, was man tun möchte und genau das frage ich mich gerade bei meiner Selbständigkeit. Ich weiß nur noch nicht, was ich stattdessen tun möchte.

        Liebe Grüße
        Tanja

        • Liebe Tanja,

          vielen Dank für dein ausführliches Feedback!

          Wenn dann der Blick auf die Menschen fällt, die schlechter organisiert sind wie die Autoren, ist der Druck für Veränderung auf einmal nicht mehr so groß.

          Das ist gut, um den Druck rauszunehmen, denn der ist der größte Hemmschuh. Mir fällt dabei nur (leider) ein, was ich zu meinen Kindern manchmal gesagt habe: „Schlechter gibt’s immer – orientiere dich nach oben …“. Aber wie gesagt – ein guter erster Schritt!

          Mein Garten sieht wild aus, aber er gefällt mir so. :))

          Hihi, das kommt mir bekannt vor!

          was man tun möchte und genau das frage ich mich gerade bei meiner Selbständigkeit. Ich weiß nur noch nicht, was ich stattdessen tun möchte.

          Ich glaube, da wird beim Webinar morgen (Selbst-Coaching) etwas für dich dabei sein, das dir weiter hilft!

          Sonnige Grüße,
          Claudia

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