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3 Dinge, die ein Arbeitszimmer (für mich) bedeuten können

eigenes Arbeitszimmer

 

Jetzt ist es wirklich so weit – ich bekomme ein eigenes Arbeitszimmer!

Immer schon war der Wunsch danach da (hätt‘ ich nur, dann könnte ich …), mit dem geplanten Auszug von Kind 1 kam es in erreichbare gedankliche Nähe und nun ist die Zimmer-Rochade angebrochen und ich könnte (kann) in absehbarer Zeit von meinem Arbeitsplatz im Wohnzimmer in ein eigenes Arbeitszimmer übersiedeln.

Da sind noch so kleine technische Details zu klären (z.b. wie bekomme ich das Lan-Kabel in den ersten Stock??), aber warum ich das schreibe ist eigentlich der Gedanke, der sich im Laufe der Vorbereitungen in meinen Kopf geschlichen hat:

Und was bedeutet das eigentlich für mich?

Grundfrage ist aber z.B. auch: Wird das Wohnzimmer somit Computer-freie Zone? Oder Arbeitsplätze hier und dort? Wiederum die Frage: was bedeutet ein Wohnzimmer ohne Stand-PC für meinen bisherigen, oder besser für meinen zukünftigen Workflow?

Nicht nur das große „Juhuuu“ stellt sich ein, sondern auch ein paar Bedenken bzw. sogar Befürchtungen tauchen auf. Ja, man glaubt es kaum.

Da zeigt sich wieder einmal, dass jedes Ding mindestens zwei Seiten hat.

Drei Dinge haben sich bisher bei meinen Überlegungen herauskristallisiert:

Abgrenzung

Bisher: Gab es schlicht und ergreifend nicht. Arbeit fand inmitten des prallen Familienlebens statt, was seine Nach- aber auch einige Vorteile hatte. Ich konnte immer „mal schnell“ die Mails checken, einen Blick auf Statistiken werfen, in den Social-Media-Kanälen unterwegs sein. Andererseits war ich auch immer bereit, meine Arbeit zu unterbrechen, um für Kind und Kegel „mal schnell“ etwas zu erledigen, zuzuhören, zu trösten, na du weißt schon …

Ob diese Art zu arbeiten und zu agieren nun ein Vor- oder Nachteil ist? Gute Frage, die ich mir bisher nicht stellen musste, weil die örtlichen Gegebenheiten nun einmal so waren, wie sie waren

Zukunft: Ich sehe in der Zukunft eines eigenen Arbeitszimmers ein leichteres „Ich bin fertig mit arbeiten“. Das Schließen der Türe zum Arbeitszimmer soll ein bewusstes umschalten in den Privat-Modus darstellen. D.h. das Switchen zwischen den unterschiedlichen Lebensbereichen findet dann bewusster statt. Und ein kleines Hintertürchen in Gestalt des IPads bietet sich ja immer noch 😉

Andererseits: wie werde ich mit dem „da oben alleine sein“ zurecht kommen?

Commitment

Bisher: Meine ersten Schritte im Home-Office waren ein paar Stündchen zwischendurch wann immer ich Zeit hatte (eigentlich ohne wirkliche Vorgabe), vor 15 Jahren waren es dann 10 Stunden pro Woche fix und inzwischen bin ich seit 10 Jahren 20 Stunden pro Woche in meiner Anstellung im Home-Office tätig und seit ca. 8 Jahren noch zusätzlich selbständig.

Das bedeutet, dass sich meine Arbeit mehr und mehr in die Familie „geschlichen“ hat. Es wurde halt immer wieder ein Stückchen mehr, Pausen und die Abwesenheit der Familie wurde ausgenutzt um zu arbeiten. Dadurch, dass ich ja im Prinzip immer anwesend und meist auch ansprechbar war, fiel es auch oft nicht auf, ob ich im Arbeits- oder Freizeit-Modus war.

Zukunft: Wenn Arbeit im Arbeitszimmer (und möglichst sonst nirgends) stattfindet, ist das ein eindeutiges Commitment dazu. Ein Bekennen, dass diese Zeit meiner Arbeit gehört, dass ich in einem anderen Modus laufe und möglichst nicht gestört werden möchte. Da gibt’s dann kein zwischendurch hineinschummeln mehr!

Dieses Commitment bedeutet auf der anderen Seite nämlich auch ein klares Signal an die Familie: „Ich habe jetzt keine Zeit für dich!“. Ich weiß von vielen (vor allem Frauen) im Home-Office, dass das von ihrer Familie nicht immer locker akzeptiert wird …

Das klingt jetzt für jemanden, der außer Haus arbeitet vielleicht seltsam. Aber wenn ich nicht zu Hause bin, ist das überhaupt kein Problem. Nicht anwesend = nicht ansprechbar. Aber anwesend und doch nicht ist eine völlig andere Nummer.

Fokus

Bisher: Fokussiertes Arbeiten war immer nur möglich, wenn keine Familie anwesend war. Das wurde natürlich immer mehr, je älter die Kinder wurden. Ich habe demnach auch meinen gesamten Tag so geplant, dass die Tätigkeiten, die absolute Konzentration, Kreativität oder Ruhe erforderten in dieser Allein-Zeit stattgefunden haben.

Zukunft: Dieses Arbeitszimmer kann das Verlassen von ausgetretenen Pfaden bedeuten. Es kann effizienteres arbeiten sowie qualitativ und quantitativ besseren Output bedeuten.

Ich könnte mir aber auch vorstelllen, dass mein innerer Schweinehund beleidigt aufheult, wenn er weniger Gelegenheiten bekommt, sich wichtig zu machen 😉

Fazit

Wie wir in Wien sagen: „Schau‘ ma mal“ (Schauen wir einmal). 🙂

Alle drei angesprochenen Bereiche sind in meinen Augen wichtige Grundlagen, um zu Hause gut arbeiten zu können. Bisher habe ich sie so optimal wie es mir möglich war mit meinen Umgebungsvariablen in Verbindung gebracht. Jetzt änderen sich diese Variablen und ich bin gespannt, was dabei herauskommen wird. Für meine Familie, meine Kunden / LeserInnen / Projekte und natürlich auch für mich. Nicht umsonst lautet mein Motto:

Bleib‘ neugierig!

In diesem Sinne … schau‘ ma mal 😉

P.S. Hast du so eine Veränderung schon hinter dir? Wie hat sich das auf dich ausgewirkt? Das würde mich wirklich brennend interessieren!


26 Kommentare

  1. Interessante Gedanken zum neuen Arbeitszimmer.

    Ich hatte von Beginn meiner Selbstständigkeit an ein eigenes Arbeitszimmer, aber irgendwie stand das Laptop trotzdem immer auf dem Esszimmertisch. Und damit habe ich es trotz eigenem Arbeitszimmer nie geschafft, die Abgrenzung zwischen Beruf und Privat vernünftig hinzubekommen.

    Daher bin ich vor knapp 1,5 Jahren in eine Bürogemeinschaft umgezogen, um für mich eine wirkliche Abgrenzung zu erreichen.

    Herzliche Grüße
    Michaela Steidl

    • Liebe Michaela,

      ja, eine Bürogemeinschaft ist auch eine Zeit lang in meinem Kopf herumgegeistert … allerdings gibt es in meiner Gegend nicht so viele Möglichkeiten dazu. Aber ich verstehe dich absolut, es gibt Tage und Wochen, da bin ich sogar kurz davor selbst ein Büro zu mieten ;-). Ist das das Büro, das man hört, wenn du ein Webinar gibst?

      Liebe Grüße,
      Claudia

      • Claudia, das, was man bei meinen Webinaren im Hintergrund hört ist der Konferenzraum der Bürogemeinschaft, ja 🙂

        Mein eigentliches Büro ist ein Schreibtisch in einem 4-Mann-Büro – Ein Einzelbüro hätte ich nicht haben wollen, da sitze ich ja wieder so allein vor mich hin 😉

  2. Liebe Claudia,

    mein Büro im 2. Stock schätze ich sehr. Das „Ab-vom-Schuss-sein“ hat den Vorteil, dass sich jedes Familienmitglied überlegt, ob es den laaangen Weg zu mir antritt oder sein Problem selbst löst. Trotzdem bin ich weniger Ansprechpartner und das erleichtert enorm auch nachmittägliche Arbeitseinheiten.

    Manchmal ziehe ich mit meinem Laptop ganz bewusst wieder in den Wohn-Essbereich, um die gewünschte örtliche Distanz durch die unentbehrlich menschliche Nähe im Solounternehmertum aufzuwerten :-).

    Daher: Bleib flexibel :-D!

    Lieben Gruß aus Limburg
    Manuela

    • Ooooh, Manuela, das ist ja fiiies, sich im 2. Stock zu verschanzen 😉 Da müsste ich den Dachboden ausbauen … wer weiß … Das was du über das Aufwerten des Solounternehmertums schreibst, ist genau das, wo ich ein bisserl Bedenken habe. Aber da gibt’s ja dann das IPad!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  3. Tanja sagt

    Hallo Claudia,
    vor circa 3 Jahren kam ich auch zu einem eigenen Arbeitszimmer. Vorher war mein Arbeitsplatz immer im Wohnzimmer wie bei dir bisher. Mein Arbeitszimmer ist mittendrin in dem restlichen Wohnbereich, 3 Schritte zum Wohnzimmer, 5 zur Küche und wegen der Katzen ist so gut wie immer die Türe offen. Anfangs konnte ich es mir nicht vorstellen im Wohnzimmer kein Arbeitsplatz zu haben. Mittlerweile ist es ganz normal für mich.

    Was sich für mich durch eigene Arbeitszimmer verändert hat, ist gar nicht so leicht zu sagen. Es haben sich gleichzeitig noch x andere Dinge verändert. Das letzte Jahr habe ich viel im Garten oder auf der Terrasse am Tablet gearbeitet. Heute habe ich mich auch auf die Terrasse gesetzt. Was ich allerdings regelmäßig bewusst mache, ist den Computer aus und selten mache ich ihn dann nochmal an. Wenn ich im „Sozialmedia“ lesen möchte, mache ich das am Tablet. Selbst wenn ich Mails oder Postings in Foren lesen, antworte ich dann nicht mehr. Es hat alles Zeit bis morgen, wenn ich wieder eine „normale Tastatur“ habe. Durch dieses nicht mehr Antworten entschleunigt mein Leben etwas.

    Dir viel Freude beim Einrichten des Arbeitszimmer und bei deinen eigenen Erfahrungen
    Tanja

    • Liebe Tanja,

      das beruhigt mich jetzt, dass es also die Möglichkeit einer Gewöhnung gibt – so wie es anscheinend jetzt bei dir läuft stelle ich es mir auch optimal vor, danke für das „Bild im Kopf“ 🙂

      Liebe Grüße,
      Claudia

  4. Liebe Claudia,

    mein Arbeitszimmer war auch schon vorher m e i n Zimmer.
    Das Arbeiten geht so ganz gut. Mein Problem ist das bewußte Aufhören. Da hab ich schon an Ritualen und sonstwas versucht, aber so ganz will es noch nicht gelingen.
    Wenn ich mich in ein Projekt vertieft hab, kann ich manchmal einfach nicht aufhören, auch wenn der Wecker klingelt und der Rücken schon weh tut.
    Im Moment teste ich, mir Zeiten vorzugeben und einzuhalten. Das scheint hinterher sowas wie Schlusspunkte in meinem Kopf zu setzen und fühlt sich gut an. Auf der Liste kann ich sehen, wieviel Zeit etwas gebraucht hat, so dass ich immer realistischer planen lerne.
    Vielleich hab ich mir immer alles zu voll gepackt und war dann frustriert, wenn es nicht so klappt.
    Zur Abwechslung vom Sitzen baue ich mir Pausen mit Bewegung ein. Das bringt aber noch nicht viel.
    Wenn ich bei den Kunden vor Ort bin, kann ich mich nach denen richten und insofern ist alles insgesamt okay.

    Mein Fazit: Erfahrung sammeln und ändern, was noch nicht passt.

    Herzlichen Gruß

    Elke

  5. Claudia sagt

    Hallo Claudia,

    Ich finde die Gestaltung des „Home Office“ ist maßgeblich an der Konzentration und der beruflichen Leistungsfähigkeit beteiligt. Für mich ist es zum Beispiel wichtig, in einem klar abgetrennten Raum zu arbeiten, in dem ich mich wohl fühle und wo ich gerne arbeite. Es muss alles übersichtlich und ordentlich sein, damit ich meine Unterlagen immer sofort bei der Hand habe. Auch gutes Licht, ergonomische Sitzmöbel, eine angenehme Raumtemperatur und ausreichend Frischluftzufuhr sind maßgebliche Kriterien für mich.
    Da meine Familie während des Tages außer Haus ist, habe ich genügend störungsfreie Zeit zum Arbeiten. Ich persönlich finde diese Art von Arbeitsplatz sehr praktisch, da ich mir lange Anfahrtszeiten spare und im NOTFALL immer zur Stelle sein kann. 😉

  6. Liebe Claudia,

    ich überlege gerade, ob ich mit meinem Büro umziehe 😉

    Ich habe meines bisher im ausgebauten Dachboden, da steht aber auch der Familiencomputer und der Schreibtisch unserer Tochter.

    Da ich in der Situation bin, in der du vor ein paar Jahren warst (mein Kind braucht mich halt immer zwischendurch), ist mir der Dachboden inzwischen zu weit weg vom Familienalltag. Deshalb liebäugle ich mit einem Umzug in den ersten Stock. Ein weiterer Vorteil wäre dort auch, dass das Zimmer so klein ist, dass wirklich nur mein Büro darin Platz hat 😉

    Und ich gebe dir Recht, die Abgrenzung fällt deutlich einfacher mit einem eigenen Raum im Haus oder in der Wohnung. Es hat schon etwas, die Tür zuzumachen und dann die Arbeit Arbeit sein zu lassen.

    Lieben Gruß
    Birgit

    • Hi Birgit!

      Das „kleine“ Zimmer klingt auf jeden Fall genial ;-). Mit Hausübung machendem Kind im Wohnzimmer konnte ich nie konzentriert arbeiten. Bin gespannt, wie du dich entscheidest!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  7. .. statt des w-lan-kabels besorgst du dir d-lan von devolo, erhältlich bei saturn-media markt,
    damit nutzt du das stromnetz und holst das internet aus der stromsteckdose.

    liebe grüsse
    helge

    http://www.devolo.de

    • Hallo Helge!

      Danke für den Tipp, ich brauche allerdings leider die Kabelverbindung wegen meiner Webinare. Auch beim Online-Coaching ist mir WLAN einfach zu unsichern. Nix Blöderes, als wenn da die Verbindung abbricht 😉

      Liebe Grüße,
      Claudia

  8. Bernhard Braunschmid sagt

    Internet aus der Steckdose,bedeutet sich einen eigenen Mikrowellensender im Zimmer
    errichtet zu haben. Dieser gibt gehackte Hochfrequenzstrahlung ab,welche natürlich auch
    durch Wände dringt . Ist doch Sinn dieser Einrichtung. Wieviel Stunden ist dieser
    auf euren eigenen Wunsch unmittelbar neben euch in Betrieb? Gesund?
    Internet gibt Auskunft.
    Liebe Grüße
    Bernhard

      • hallo ihr beiden,

        das devolo-system kann frau e-smog-los verwenden .. vom modem – kurzes kabel zum devolostecker in der dose – übers hausstromsystem – devolostecker – kurzes kabel zum laptop.
        keinerlei esmog, z.b. mit dem devolo dlan 500 duo mit 500 Mbit/s datenübertragung.

        schöne grüsse
        helge

        • Hallo, Helge!

          Spannend … ich schätze, da müssen die Stromkreise zusammenhängen, oder? Wohnzimmer = ein Stromkreis, Arbeitszimmer an einem anderen… Sorry, wenn ich hier so abschweife 😉

          Neugierige Grüße,
          Claudia

          • .. ja, das stimmt, das ganze funktioniert nur innerhalb eines strom(zähler)kreises.
            aber funktionieren tuts gut, ich hab das schon viele jahre.
            lg helge

          • Schade … ich hatte es befürchtet 🙁 Aber ich merk’s mir für die Zukunft und danke für die Idee!

            Liebe Grüße,
            Claudia

  9. Mein neues Arbeitszimmer bedeutet für mich – ein ganzes Stockwerk im Haus umbauen! Aber schön wird es werden. Die Herausforderung ist enorm, seit Wochen sind bei mir die Handwerker im Haus. Das Büro ist schon fertig – ich sitz da mit meiner Mitarbeiterin, sogar mein alter Hund hat sich schon an das neue Büro gewöhnt. Der Focus ist voll da sobald ich den Raum betrete, sogar mein Sohn macht gern bei mir im neuen Büro die Hausübung. Es ist heller, freundlicher, weniger vollgeräumt. So schön!!!!!!

    • Das klingt (wenn es fertig ist) optimal, Andrea! Weniger vollgeräumt ist auch ein gutes Stichwort, ich liebe meinen großen, leeren Schreibtisch – dann ist gleich der Kopf auch viel freier 🙂

      Liebe Grüße,
      Claudia

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