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Wer die Wahl hat … welcher ist DEIN Kanale Grande?

Kommunikations-Kanal

 

Es ist sicher schon über 40 Jahre her, dass ich zum letzten Mal in Venedig war. Wahrscheinlich sind es sogar 45. Aber daran kann ich mich erinnern: an den Kanale Grande, den Hauptwasserweg, der durch Venedig führt.

Was das mit deiner Kommunikation zu tun hat?

Kein leichtes Unterfangen, jetzt die Kurve zu kriegen, aber wie so oft geht es mit einer Geschichte leichter:

Es ist schon einige Zeit her, dass ich einer lieben Freundin, die auch selbstständig ist, über Facebook eine Nachricht geschickt hatte. Zu meinem Erstaunen hat es fast eine Woche gedauert, bis Sie mir geantwortet hat. Noch größer war meine Verwunderung über den Kommunikations-Kanal.

Der lautete nämlich: (in etwas anderen Worten) „Wenn du eine rasche Antwort von mir willst, dann schreib mir bitte eine E-Mail. Ich bin nämlich nicht so oft auf Facebook.“

Aha.

Spannend.

Da teilt mir doch glatt jemand mit, wie ich ihn am besten erreichen kann!

Cool!

Wie gesagt, das ist schon eine Weile her und schon damals habe ich mir die Idee zu diesem Artikel aufgeschrieben. Weil ich es einfach genial fand, dass es Menschen gibt, die ganz klar kommunizieren, wie man mit ihnen kommunizieren soll 🙂

Wieso erst jetzt?

In den letzten Wochen habe ich mich im Zuge meines Online-Kurses besonders intensiv mit Fokus und vor allem Ablenkungen beschäftigt. Dabei ist mir aufgefallen – oder sollte ich sagen wieder einmal aufgefallen –, über wie viele verschiedene kleinere und größere Kanäle ich mit anderen kommuniziere.

Das geht dir höchstwahrscheinlich genauso:

Privatnachrichten über Facebook, über Xing, vielleicht sogar über Google+ und natürlich jede Menge E-Mails. Dann wären da noch Skype, vielleicht das eine oder andere Forum und jede Menge weiterer Möglichkeiten, wie Nachrichten dich erreichen können.

Ach ja, das Telefon, SMS und Whatsapp dürfen natürlich auch nicht vergessen werden.

Jeder einzelne Kanal bedeutet auch Ablenkung. Wenn du aber dort nicht oft bist, könntest du eventuell eine relevante Nachricht verpassen.

Halten wir also fest, worum es geht:

Ich nehme an, du möchtest auch

  • keine relevante Nachricht verpassen,
  • möchtest aber auch gleichzeitig nicht ständig über 10 oder mehr Kanäle erreichbar sein und
  • Ablenkungen vermeiden.

Du bestimmst deinen Kanale Grande

Und damit meine ich jetzt nicht, über welchen Kanal du dich am liebsten stören lasst! Denn das soll ja der positive Effekt sein, den du erreichen möchtest. Dass du die Nachrichten an dich kanalisierst und somit nicht ständig auf der Jagd nach den neuesten bist.

Mit ein paar einfachen Fragen an dich selbst kannst du jetzt bestimmen, welcher von den vielen dein Liebling ist.

  • Wo schaust du am gezieltesten (nicht am öftesten!) hinein.
  • Sprichst oder schreibst du lieber?
  • Auf welchen Kanal hast du von überall aus Zugriff?
  • Wie häufig ist es notwendig, auf die Inhalte einer solchen Unterhaltung wieder zurückzugreifen?
  • Wie organisiert du es, wenn aus einer Kontaktaufnahme eine Aufgabe für dich wird?

Du kommunizierst diesen Kanal nach außen

Wie so oft „kommt es darauf an“ 🙂 Auch darauf, welche „Wertigkeit“ du den einzelnen Kanälen gibst.

Auf den Inhalt

Sobald du bemerkst, dass die Konversation etwas intensiver wird, bitte darum, sie auf deinen Lieblings-Kanal zu verlegen. Ist es in 1-2 Sätzen erledigt, dann kannst du es ja dabei belassen.

Beispiel: Eine Hilfe-Frage über Facebook, die ich in 2-3 Sätzen abgehandelt habe, beantworte ich auch auf Facebook, keine Frage. Aber die nichtvorhandenen Formatierungsmöglichkeiten machen es dort oft schwer, daher verlagere ich von hier aus gerne auf eMail.

Auf die Dringlichkeit

Beispiel: Vor einem Webinar habe ich immer Facebook und XING offen, weil ich hier schneller sehe, wenn jemand versucht mit mir Kontakt aufzunehmen weil der Link z.B. verloren gegangen ist und ähnliches. Das geht einfach schneller und mit weniger Aufwand, als wenn ich minütlich meine eMails abrufen würde.

Auf die Weiterverarbeitung

Es ist mit den berühmten 2-3 Sätzen erledigt? Dann lass‘ es dort wo es ist.

Beispiel: Anfragen für Angebote oder ähnliches verlagere ich immer auf eMail, da ich es von dort aus leicht in Evernote archivieren kann.

Auf das Vorhandensein

Es gibt Kontakte, die haben eben kein Facebook oder XING oder … eMail! Da tust du dir mit dem Verlagern eher schwer 😉 Ebenso kann es sein, dass du jemanden von dir aus kontaktieren möchtest, von dem du keine eMail-Adresse oder Telefonnummer findest – dann wäre Facebook z.B. eine gute Möglichkeit.

Bekommst du Gegenwind?

Es könnte sein, dass du mit deinem Kanale Grande nicht mit dem deines Gesprächspartners übereinstimmst.

Ja, das passiert.

Aus eigener Erfahrung behaupte ich aber jetzt einmal ganz frech, dass sich die meisten Menschen keine Gedanken darüber machen – sondern einfach nur dort gerade etwas schreiben (oder anrufen), wo ihnen gerade der Gedanke gekommen ist, mit dir in Kontakt zu treten.

Ich ertappe mich selbst immer wieder dabei … bevor ich eine eMail-Adresse suche (und gleich abspeichere!) schreib‘ ich mal schnell auf Facebook eine Nachricht …

Ich nehme einmal an, wenn du darum bittest, über deinen Kanale Grande zu kommunizieren, wird es kaum Gegenwehr geben. Wenn doch, dann kannst du immer noch abwägen, was dir wichtiger ist. Der Kontakt oder dein Bestreben, die vielen kleinen Flüsse zu einem großen zu vereinen.

Mein Kanale Grande

Zuletzt: meiner ist das eMail.

Ich weiß, es wird oft über die eMail-Flut gejammert. Allerdings sprechen für mich folgende Fakten dafür:

  • Ich tippe sehr schnell.
  • Wenn ich nicht schreiben mag, kann ich eine Sprachnachricht oder ein kurzes Video verschicken.
  • Ich rufe meine eMails nur zu bestimmten Zeiten ab und habe dadurch weniger Ablenkung.
  • Ich kann – wie geschrieben – von hier aus eMails in Evernote archivieren.
  • Ich habe eMails in meinen Workflow eingebunden.

Welcher ist deiner?

Wenn du dein eigenes Kommunikations-Verhalten beobachtest – kristallisiert sich da ein Liebling für dich heraus? Welcher ist es – und warum?

Schreib‘ mir doch im Kommentar, WIE du am liebsten erreicht wirst!

P.S. Danke, Michaela Schara für deine Inspiration – ich melde mich bald wieder einmal per Mail bei dir 🙂

P.P.S. Und bleib‘ neugierig!


13 Kommentare

  1. Mein Kanale Grande (tolle Wortschöpfung übrigens) ist auch das E-Mail. Ich tippe auch schnell und habe ja in deinem Kurs letztens die Sprachnachricht für mich entdeckt. Das geht noch schneller.

    Lieben Gruß
    Birgit

    • Danke für deinen Kanale 😉 Birgit! Sprachnachrichten sind toll, nicht wahr? Inzwischen „schreibe“ ich auch längere eMails mit der Spracherkennungssoftware …

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Mein Kanale Grande ist Skype (Terminabsprachen, Kooperationspartner), E-Mail (Anfragen, Angebote und Kundeninfos) sowie XING (Kontaktanbahnung, Kleinigkeiten, Empfehlen). Ich handhabe es wie Michaela, dass ich notiere, wo ich am schnellsten und besten zu erreichen bin und ich kann bestätigen, dass dies akzeptiert wird.

    Wenn es kurz ist, schreibe ich. Längeres wird als Sprachnachricht aufgenommen (MP3 oder i-Talk24) und bei schwierigen Themen suche ich das Gespräch.

    Viele Grüße von Sabine

  3. Schönes Thema, danke Claudia. Für mich waren all diese Kommunikationskanäle mit einer Lernkurve verbunden, nachdem ich über alle bisher schon genannten Kanäle kommuniziert habe:-( Ich schreibe gerne und tippe schnell, aber irgendwann wurde es mir dann zuviel.

    Ich habs dann schließlich runter gebrochen auf meine Lieblinge E-Mail und Facebook. Und seit ca einem Jahr spreche ich alle sms oder Messenger-Nachrichten ins Iphone, denn auf solchen Endgeräten tippe ich nicht gerne.

    • Hallo, Karin!

      Vielen Dank! Nachrichten dem iPhone diktieren … das muss ich noch probieren, ob das mit meinem iPhone4 funktioniert – danke für den Input! Ich hasse es nämlich auch, auf dem Fuzzelbildschirm zu tippen (mit einem Finger, wo ich doch 10 davon hab‘!)

      Sonnige Grüße,
      Claudia

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  5. Ich bin auch über e-mail am leichtesten erreichbar. Telefon höre ich im Straßenverkehr vielleicht nicht, es ist auch nicht immer der passende Zeitpunkt für ein Telefonat.

    FB, Xing etc. Nachrichten werden in mein e-mail Fach geliefert, sodass ich alles zusammen habe, ich habe mehrere e-Mail Adressen, die alle in einem Postfach landen.

    Mit Sprachnachrichten hätte ich schon wieder ein Problem, denn wenn ich gerade Musik über den PC höre, dann müsste ich extra umschalten, die Musik stoppen etc. Weiters checke ich meine Mails gerne in der Straßenbahn, da kann ich keine Sprachnachrichten brauchen. Und nebenbei: manches Wichtige archiviert man vielelicht gerne, wie archiviere ich eine Sprachnachricht? Für den Empfänger finde ich Sprachnachrichten unanagenehm. Dies wollte ich mitteilen 😉

    lg
    riccarda

    • Liebe Riccarda,

      hmmm … mit den Sprachnachrichten hast du aus Sicht des Empfängers natürlich recht, danke! D.h. gut überlegen, wann man welche Infos als Sprachnachricht verfasst …

      Sehr spannend, danke!
      Liebe Grüße,
      Claudia

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