Online-Business
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Was du für dein Business tun kannst, noch bevor du eines hast

vor-der-selbständigkeit

Und danach schadet es auch nicht …

Es ist schon ein paar Jahre her, ich hatte gerade meinen ersten Blog gestartet, da rief mich eine Frau, die ich auf einer Messe kennengelernt hatte, an und schilderte mir ihre Situation ca. so:

„Du weißt ja, ich war damals schwanger, als wir uns kennen gelernt haben. Jetzt ist die Kleine drei Monate alt – und ich traue es mir gar nicht zu sagen, aber mir fällt die Decke auf den Kopf.

Dass ich nicht mehr in meinen alten Job zurück kann und will, war mir immer schon klar. Aber weißt du, ich hatte eigentlich gedacht, es würde mir völlig reichen, mich auf mein Kind und vielleicht ein zweites zu konzentrieren.

Ich hatte mir gedacht, ich hätte endlich Zeit, all die Dinge zu machen, zu denen ich sonst nicht gekommen bin.

Tja. Pustekuchen.

Ich sehe dich so oft auf Facebook und dein Newsletter ist so toll. Und ich will auch so etwas. Ich weiß aber nicht, was ich genau machen will. Was ich neben dem Kind schaffen kann – und vor allem: wie fange ich denn an?“

Es wurde damals ein ziemlich langes Telefonat. Das (für mich) doch sehr überraschende und etwas ernüchternde Ende gibt’s am Ende des Artikels.

Aber lass‘ uns einmal zusammenfassen:

  • Baby zu Hause.
  • Nicht zurück in die Anstelllung.
  • Weiß nicht, was sie genau tun will.
  • Will aber jetzt schon irgendetwas machen.

Ich bin mir nicht mehr zu 100% sicher, was ich ihr damals geraten bzw. erzählt habe, aber folgende 6 Dinge würde ich anpacken, wenn ich heute in dieser Situation wäre.

1) Knüpfe Kontakte

Vor Ort

Später, im Business, geht es um Klasse statt Masse.

Jetzt kannst du einfach frisch-fröhlich schauen, welche Möglichkeiten für Kontakte es in deiner Umgebung gibt.

Und schüttle jetzt bitte nicht deinen Kopf, wenn ich dir vorschlage, zu Baby-Treffs zu gehen, im Elternverein (Elternbeirat) mitzuarbeiten oder dich sonst irgendwie in deiner Gemeinde oder Umgebung zu engagieren! Auch nach Netzwerktreffen in der Gegend könntest du dich umschauen, selbst wenn du noch nicht selbständig bist.

Denn auch andere Mütter, die businessmäßig denken, bekommen Kinder, nicht nur du!

Meine persönliche Erfahrung dazu: Hätte ich mich nicht von Anfang an im Elternverein der Volksschule engagiert (und damals hab‘ ich noch nicht einmal darüber nachgedacht, selbständig zu werden) dann hätte ich nie einen Verein gegründet, hätte dort nicht meine ersten Kunden gefunden und der Start in die Selbständigkeit (damals noch nicht online) wäre extrem schwer gewesen.

Online

Nie wieder wirst du wahrscheinlich so entspannt schauen und ausprobieren können, wie und wo sich interessante Menschen tummeln.

Schau‘ dir Facebook-Gruppen an, die dich irgendwie anziehen oder interessieren, beginne Blogs zu lesen, Podcasts zu hören und die Menschen dahinter kennen zu lernen.

Hier und da ein Kommentar oder ein hilfreiches Posting auf eine Frage und schon bist du mitten drinnen.

2) Bilde dich weiter

Wieder muss ich „nie“ sagen.

Nie zuvor hat es so viele Möglichkeiten gegeben, zeit- und ortsunabhängig, und in der „Schnupperphase“ oft sogar kostenlos, zu lernen, auszuprobieren und zu schauen, wo es dich hinzieht.

Manchmal tut es mir fast leid, dass es all das noch nicht gegeben hat, als ich mit meinen Kindern zu Hause war.

Aber nicht nur „dein Thema“ kannst du dabei finden. Du lernst auch gleich, wie Kommunikation online funktioniert (oder nicht funktioniert …) und welche Spielarten und Möglichkeiten es gibt.

3) Probiere aus, was dir gefällt

Bald könnte es sein, dass du etwas gefunden hast, das dir gefällt. Und Spaß machen könnte. Und du lernen möchtest.

Dann probiere aus! Nie (schon wieder …) wieder wirst du so – ohne Druck – dich selbst und Technik ausprobieren können!

Trau‘ dich und fang‘ an!

4) Nimm dir die Zeit

OK, ich sehe, wie du zu einem „aber“ ansetzt.

Ich weiß, das kostet alles Zeit. Zeit, die du vielleicht auf den ersten Blick nicht hast.

Die du dir aber auf den zweiten Blick nehmen kannst.

DA ist sie nämlich nicht von selbst. Und wenn du jeden Tag nur 30 Minuten damit verbringst zu lesen oder ein gutes Video zu schauen, dann ist das mehr als du vorher für dein zukünftiges Business getan hast, oder?

5) Kommuniziere in der Familie

Das war wahrscheinlich mein allergrößter Fehler, den ich gemacht habe. Ich habe zu Beginn nicht kommuniziert, was ich vorhabe und was mich antreibt.

Tu das bitte nicht.

Du brauchst keine großartigen Rechtfertigungen oder Erklärungen zu bringen. Aber lass‘ deine Familie (besonders deinen Partner) nicht im Ungewissen darüber, warum du was tust.

Wenn notwendig, fordere Unterstützung in Form von „Zeit für dich“ ein.

Die Zeit, die Babys schlafen, solltest du nämlich selbst für Regeneration verwenden …

6) Bleib entspannt

Halte die Balance zwischen dem gesunden Commitment „Ich tue täglich etwas für meine Zukunft“ und der entspannten Situation, nicht zu „müssen“.

Nur Entspannung bedeutet leider meistens, nur zu tun, wenn gerade Zeit ist … Die ist aber nie – siehe Punkt 4).

Aber du hast in dieser Situation den absoluten Luxus, keinen Umsatzdruck zu haben. Toll, oder? Gehe durchaus spielerisch mit dieser Forschungsreise um, dann ist die Chance höher, durchzuhalten.

Also, um meinen Teenie-Sohn zu zitieren: „Bleib cool, Mama!“

Fazit

Ach ja, das Ende des Telefonats bin ich dir noch schuldig …

Ja, wie geschrieben, es war ein längeres. Eines mit vielen „Abers“ und mit noch mehr „Weils“.

Und einem Satz, der mich dann doch ein wenig irritiert hat, nämlich:

„Aber das ist doch alles Arbeit, das ist ja anstrengend!“

Ach …

Daher, auch wenn es Zeit kostet

Vorausschauen ist gut, auch wenn du noch gar nicht weißt, was du genau willst. Wenn du dich nämlich nicht umschaust, sondern nur darüber grübelst, wirst du nichts „Neues“ entdecken. Und gerade jetzt sind die Möglichkeiten unglaublich vielfältig!

 

P.S. Und bleib‘ neugierig!

3 Kommentare

  1. „Aber das ist doch alles Arbeit, das ist ja anstrengend!“

    Ja. Von nix kommt nix!
    Trotzdem ist die Karenzzeit bzw. die Kindererziehungszeit eine wunderbare Möglichkeit sich langsam an etwas Neues heranzutasten. Ich habe in meier Zeit als „Nur-Hausfrau-Baupolier-Mutter“ wunderbare Menschen kennengelernt. Viele Kontakte geknüpft und auch sehr viel gelernt.

    Es war eine Zeit, in der ich mich mit vielen neuen Dingen beschäftigt habe. Auch ich war aktiv im Elternverein der Volksschule und im Elternbeirat des Kindergartens. Ich habe ehrenamtlich für einen Verein die Ausbildungen und Seminare organisiert und habe diesbezüglich viele Erfahrung gesammelt, die mir jetzt zugute kommt.

    Ich kann deine Tipps nur unterstreichen. Einen möchte ich noch hinzufügen:
    Beobachte deine Gefühle, vergiss nie, wie es dir als junge Mutter gegangen ist, behalte dir dieses Verständnis. Egal, was du nachher machst, es wird dir zugute kommen.
    Es wird dir helfen, ein Gespür für deine zukünftigen Kunden bzw. Mitarbeiter zu entwickeln, auch wenn du später etwas ganz anderes machst.

    Alles Liebe
    Ilse

  2. Robert Kraxner sagt

    Liebe Claudia,

    JAAA, genau so ist es. Spannend ist, dass ich erst diese Woche, ähnliche Tipps gegeben habe. 🙂
    Was man immer tun kann, um eine mögliche Selbstständigkeit vorzubereiten:
    + Kontakte knüpfen, ein Netzwerk aufbauen!!!

    Das ist der Faktor, der später über Erfolg und Misserfolg entscheiden kann.
    —-
    Was ich an dieser Stelle erwähnen möchte:
    Wer glaubt, dass Bloggen, eine „Online-Selbstständigkeit“ usw. keine Arbeit ist, der irrt!!! Dazu gehört nämlich viel mehr, als mit dem Notebook am Strand liegen und ein paar Artikel zu schreiben. 😉

    Alles Liebe
    Robert

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