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9 Tipps für mehr Respekt im Home-Office

Respekt im Home-Office

Als ich Bettina Schöbitz im Herbst persönlich kennengelernt und sie auch gleich um einen Gastartikel zum Thema Respekt im Home-Office gebeten habe, hatte ich schon einen Text im Kopf …

Mein (nichtausgesprochener) Gedanke ging in Richtigung „Tipps, um den erwarteten Respekt von Anderen zu bekommen …“

Tja … dachte ich. Umso spannender ist der Fokus, den Bettina in diesem Gastartikel gesetzt hat!


 

Wer im Homeoffice arbeitet, braucht eine klare Struktur und einige respektvolle „Grundregeln“ um seinem Job professionell nachzugehen. Hier meine neun „Eigene-Erfahrungs-Tipps“ für mehr Wertschätzung im Solopreneur-Alltag:

1. Professionalität im Home-Office

Wir Home-Officer haben oft das Gefühl, dass unsere Büros unprofessionell auf Kunden wirken. Eben, weil sie in unserer heimischen Intimsphäre sind und es das schon mal etwas „bunter“ zugeht. Umso wichtiger ist es, für Kunden ein professionelles Umfeld zu schaffen. Wenn es Dir zu Hause unmöglich scheint, dann verabrede Dich mit Klienten in einer Hotel-Lobby, einem Golf-Club oder einem Café.

Oder lerne – so wie ich – loszulassen. Klar, wenn Kunden kommen, feudele auch ich ordentlich nochmal durch. Und schaffe eine sachliche Atmosphäre: Abgeräumter Tisch, ein Obstkorb, zwei Gläser und eine Wasserflasche auf einer sauberen Serviette. Und dann ist gut.

Der Kunde darf ruhig sehen, wie ich lebe und dass DAS mein Zuhause ist. Aufgeräumt und einladend. Ordnung wirkt professionell.

2. Ablenkungen

Jaaaaa, wenn Du von daheim arbeitest, dann ist es doch superpraktisch, mal eben die Wäsche im Keller zu wechseln oder dann einkaufen zu fahren, wenn in den Läden Leere herrscht.

Doch Vorsicht: Extremes Prokrastinationspotential!

Aufschieberitis – ich komme! Plötzlich ist die Wäsche viel wichtiger, als der unangenehme Akquiseanruf. Der Einkauf dringlicher, als die Buchhaltung. Und das Auto muss doch auch unbedingt noch gewaschen werden…

Weg mit der Ablenkung.

Telefone lassen sich abschalten oder auf Anrufbeantworter (Deiner ist hoffentlich mit einem seriösen Ansagetext besprochen, oder?) umleiten.

Gönne Dir  den „Luxus“, Dir wirkliche Ruhezeiten für Konzeption oder Projektarbeit zu nehmen.

Um dann auch wieder mit voller Kraft für Kunden und Menschen da zu sein. 24 Stunden sind ein Tag – auch als Solounternehmer.

3. Schaffe Dir „Arbeitszeit“

Home-Office und SelbstrespektLege Deine Arbeitszeiten ganz klar fest.

Dauerhaft. Halte Dich daran.

Dann kannst Du selbst Deine Zeit gut planen und bist zudem verlässlicher für Kunden und Familie. So werden die Bedürfnisse aller leichter respektiert und Du kannst wirklich in Ruhe arbeiten.

Klarheit im Außen sorgt für Klarheit im Innen.

4. Wähle Deinen Arbeitsort klug!

Idealerweise hast Du einen abgetrennten Raum als Büro. Doch auch wenn Du am Esstisch oder anderswo arbeitest, richte Dich so ein, dass es sich für Dich professionell anfühlt.

Weg mit Dekokram, Kinderspielzeug und Frühstücksgeschirr – her mit einem sauberen Tisch und den notwendigen Arbeitsmaterialien. So kann sich Dein Geist auf die Arbeit einstellen und Du effizienter arbeiten.

Ordnung schafft Freiraum.

5. Regele Deine Arbeitsweise

Im Homeoffice arbeiten wir konzentrierter – wenn wir Ablenkungen ausschalten. Du kannst „zu Hause“ mehr in gleicher Zeit wegschaffen, als in einem Firmenoffice. Im Gegenzug ist es wertvoll, ausreichende Pausen zu machen.

Mit Pausen meine ich nicht, „mal eben“ die Spülmaschine auszuräumen oder das Bad zu putzen. Diese Aufgaben gehören in ein anderes Zeitfenster.

Pause heißt: Abschalten. Nix tun.

Den Blick schweifen und die Gedanken ziehen zu lassen. Es bedeutet: Freiraum im Kopf für die kommende Aufgabe zu schaffen.

Also:

Du erhältst so zeitgleich Deine Arbeitskraft und die gute Laune für Deine Lieben.

Qualitäts-Pausen schaffen Erholung.

6. Virtuelles Großraumbüro

Als Einzelkämpfer ist das Leben manchmal tückisch: Wenn wir unangenehme Briefe schreiben, ist da kein Chef, der nachher nochmal „drüberliest“, ob wir den richtigen Ton getroffen haben.

Da hilft ein „virtuelles Großraumbüro“ – also ein Kontaktnetzwerk von Kollegen für den aktiven Austausch.

Wo Du anrufen kannst, wenn Dir die Decke auf den Kopf fällt, der giftige Kundenanruf verarbeitet werden will oder Du Hilfe brauchst. Eine Kollegin von mir hat ein Skype-Netzwerk, wo sich die Mitglieder drei Tage in der Woche dauerhaft in Skype einwählen und dann untereinander austauschen, wenn sie gerade Bedarf haben – also quasi so, als würdest Du „mal eben“ ins Nachbarbüro zum Kollegen gehen.

Mir wäre das zu viel -doch wir sind alle anders. Gute so.

Ich habe mein Netzwerk via social media aufgebaut – mit dem Hashtag #Grossraumbüro. Es besteht aus Menschen verschiedenster Professionenen. Vom Grafiker über den Juristen bis zum Steuerfuchs, vom Coach bis zur Hausfrau. Meine Ansprechpartner für nahezu alle Fragen des Lebens.

Denn einer kennt immer einen, der wen kennt, der was weiß oder kann…

7. Gönne dir was: SelbstWERTschätzung

Das Homeoffice ist verführerisch. Denn es ist ja „quasi nebenan“ – und kann daher abends zur Falle werden. Wenn das Fernsehprogramm mies ist oder die Partnerin mal wieder Germanys Net Top Model gucken will. Wenn die Kinder außer der Reihe bei Freunden sind.

Doch Du hast mit der neuen Situation auch eine besondere Verantwortung:

Die zum Erhalt Deiner Arbeitskraft und Deiner Gesundheit.

Selbstrespekt im Home-Office

 

Gewähre Dir selbst die Anerkennung, die Du von außen oft zu wenig bekommst: Schreibe am Abend auf einen Zettel drei Dinge, die Dir heute gut gelungen sind oder auf die Du stolz bist. Das müssen keine „großen“ Sachen sein – es reichen kleine Erfolge.

Wichtig ist, dass Du eben reflektierst, was Du heute alles geschafft hast.

Schreibe auf den gleichen Zettel auch gleich drei Dinge, für die Du dankbar bist. Ein toller Anruf, ein kleines Zeichen oder ein Impuls, der Dir heute geschenkt wurde. Das schult Deine Achtsamkeit und schenkt Dir ein Plus an Glücksempfinden.

Diese kleinen Zettel kannst Du wunderbar – mit Datum versehen – in einem großen, schönen Glas sammeln. Und hast so am Jahresende gleich einen Rückblick auf ein erfolgreiches abgelaufenes Jahr. Das ist ein wunderschönes und sehr motivierendes Gefühl – ich mache das übrigens jedes Jahr….

8. Denke weiter….

Alter und Krankheit nehmen manchmal die Abkürzung.

Wer dann an der Vorsorge gespart hat, der hat am falschen Ende gespart. Lass´ es nicht so weit kommen. Auch wenn Du zu Beginn Deines Unternehmertums so gut wie nix übrig hast: Lege wenigstens etwas zur Seite – idealerweise investierst Du in eine gute Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung.

Denke auch in Sachen Unternehmen weiter: Was willst Du in fünf Jahren damit erreicht haben? Wo soll Dein Weg hinführen und welche Rolle spielt Dein persönliches Umfeld in Deiner Zukunft?

Verschaffe Dir Klarheit über Deine Zielrichtung. Dabei können echte Freunde helfen oder Dein Partner. Doch Vorsicht: Alle diese Menschen haben ein persönliches Interessen an Dir und meinen es „nur gut“. Das kann für Dich hinderlich sein.

Hier ist ein guter Coach sehr WERTvoll für Dich. Der mit Dir DEINE Ziele erarbeitet und Dich auf dem Weg dorthin aktiv begleitet. Mit Fragen, Impulsen und auch mal – zur rechten Zeit – mit einem Tritt ins Gesäß.

9. Plane – mit Humor: Was kommt 2016?

Jetzt, zum Jahresende, ist der richtige Zeitpunkt, Dir für das neue Jahr etwas vorzunehmen.

Und damit meine ich einerseits den beruflichen Teil – doch eben auch die private Seite. Nutze die „stade“ (= stille) Zeit, Dir Gedanken dazu zu machen, was Dich 2016 glücklich und zufrieden machen könnte. Was Du erreichen willst und woran Du messen kannst, ob Du Deine Ziele schaffen wirst.

Plane schriftlich. Das wirkt auf Dein Gehirn verbindlicher. Und es fordert einfach mehr Bewusstsein bei der Formulierung.

Und ehrlich: Der ganze Stress macht doch nur Sinn, wenn wir auch mal herzlich über uns selbst lachen können. Das wirkt befreiend auf uns selbst und souverän gegenüber anderen.

Und es ist ein Zeichen von Selbstrespekt: Weil Du Dich nicht zwingst“, sondern Dir Pannen, Fehler oder auch mal ein Scheitern zugestehst.

Denn wir sind fühlende und engagierte Menschen. Wir dürfen das!

Über die Autorin:

Respekt im Home-Office mit Bettina Schöbitz„Respekt ist das äußere Zeichen einer inneren Haltung gegenüber anderen Lebewesen – und uns selbst“.

Das ist die Definition von Respekt, mit der ich mit meinen Kunden arbeite. Und sie beinhaltet, dass wir unseren Blickwinkel weiten und die Bedürfnisse der Menschen wahrnehmen und wertschätzen.

Die unserer Mitmenschen – Kunden, Kinder, Partner, Beziehungen – und unsere eigenen.

P.S. Und bleib‘ neugierig!


 

 

4 Kommentare

  1. Ein sehr schöner, ermutigender Beitrag! Ich danke Dir Bettina!

    Dank Deinem Artikel, habe ich festgestellt, dass ich mehr spontanen Austausch unter Kollegen in mein Leben manifistieren möchte: Sei es um kurz zu brainstormen oder an vorhandenen Ideen zu feilen!
    Kurz in die Runde hier: Ich bin offen für Vorschläge und Angebote! 😉

    Herzlich
    Valentina

    • Hallo, Valentina!

      Danke für deinen Kommentar! Ein Tipp von mir: gehe aktiv auf Leute zu, die für dich interessant sind. Wenn du darauf wartest, dass sich jemand bei dir meldet, könnte es sein, dass du nicht DIE Menschen findest, die für dich gut sind.

      Sonnige Grüße,
      Claudia

  2. Respekt:-)

    Hallo liebe Claudia,
    Sehr schöne! Danke!
    Dank eurer schönen Idee werde ich mein Erfolgsbuch gegen eine Erfolgsflasche tauchen:-))) Schöne Idee!

    Erfolgsfreudige Grüße
    Soheila

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