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Warum ein leerer Schreibtisch dich unterstützt – und Einstein sich irrt

Vorteile vom leeren Schreibtisch

Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?

Albert Einstein

Unordentlich ist wohl das falsche Wort.

Voll passt eher!

Also noch einmal:

Wenn ein voller Schreibtisch einen vollen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?

Was so ein einziges Wort ausmacht, oder?

Warum gerade jetzt – im November?

Mit diesem Beitrag beteilige ich mich an der Aktion „Fit durch den November“ von Beatrice Drach.

Und warum gerade der November?

Er läutet eine neue Jahreszeit ein. Wenn ich mich so umsehe, ist unter meinen KollegInnen in der Blogger-Welt durchaus die Tendenz zu erkennen, sich dieser Jahreszeit anzupassen.

Nicht: Tschakka! Die letzten Wochen geben wir richtig Gas und pressen die letzte Energie aus uns raus. Sondern eher:

  • Ruhe einkehren lassen.
  • Loslassen.
  • Rückblick halten.
  • Fokus auf sich selbst.

Und das finde ich durchaus spannend – und dieser Jahreszeit entsprechend. Die Natur zieht sich zurück um Kraft für den nächsten Frühling zu sammeln. Es muss nicht immer der Turbo laufen …

Was das jetzt mit deinem Schreibtisch und Einstein zu tun hat?

Dieses Zurückziehen hat etwas mit Fokus zu tun. Und Fokus bei der Arbeit hat wiederum etwas mit deinem Schreibtisch zu tun.

Wenn ich an einen leeren Kopf denke, dann hat das absolut nichts mit Dummheit oder  Ideenlosigkeit zu tun sondern eher mit Leichtigkeit, Entspannung, Freiheit und eben auch Fokus!

Wo ist der Unterschied zwischen voll und inspirierend?

Ich denke, der gute Einstein ist mit diesem Zitat auch etwas missinterpretiert worden.

Oder ist es eher das Wort „leer“?

Denn leer bedeutet nicht steril und unispiriert. Und das ist das häufigste Argument, das ich höre, wenn ich meine Kunden dazu motivieren möchte, freien Platz auf ihren Schreibtisch zu bekommen.

Kahl und unpersönlich.

Aber es darf ruhig persönlich sein. Stelle etwas auf deinen Schreibtisch (nachdem er leer ist), das dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, sobald du es siehst. Das können Bilder sein oder du hast gerne etwas Grünes, Lebendiges um dich, dann stell‘ dir eine schöne Pflanze auf den Schreibtisch.

Ich sehe übrigens immer wieder vertrocknete und verkümmerte Pflanzen in Büros. Was soll das? Das macht dir höchstens ein schlechtes Gewissen, wenn du sie siehst.

Entweder weil du sie nicht pflegst – oder dass du sie nicht entsorgst.

Das Stichwort ist „inspirierend“!

Inspirierend ist auf der anderen Seite aber nicht, wenn du alle Unterlagen für alle Vorgänge, die du bearbeiten sollst in Blickweite hast.

Warum ich für einen leeren Schreibtisch plädiere.

Hast du dir schon einmal überlegt, was dein Gehirn mit den Informationen macht, die auf deinem Schreibtisch herumkugeln? Sei einmal ganz leise, schau‘ dich auf deinem vollen Schreibtisch um und horch deinen Gedanken zu:

  • Das darf ich nicht vergessen ….
  • Ach du meine Güte, hoffentlich geht sich das noch aus …
  • Ui, das wird unangenehm …
  • Wenn ich nur wüsste, wie ich das angehen soll …
  • Pfff … mach‘ ich morgen …

Das passt einfach nicht zu fokussiertem Arbeiten! Du (oder dein Gehirn) beschäftigst dich ständig mit Dingen und Gedanken, die JETZT gerade nicht dran sind!

Selbst wenn du diese Gedanken nicht aktiv hast – dein Gehirn unterscheidet nicht zwischen Tätigkeiten, die du „nur denkst“ und anderen, die du tatsächlich tust. Das ermüdet dich!

Außerdem kostet es unheimlich Energie, die Dinge, die jetzt nicht dran sind, auszublenden. Versuche einmal, dich auf eine Arbeit zu konzentrieren, wenn rundherum der Bär steppt – ich kann ein Lied davon singen, habe ich doch 20 Jahre lang im Wohnzimmer neben meinen Kids und dem prallen Leben gearbeitet …

Warum du vielleicht einen vollen Schreibtisch hast.

1. Nur nicht aus den Augen verlieren!

Warst du schon einmal mit einer Gruppe Volksschulkinder auf einem Ausflug? Ich schon.

Dabei hatte ich immer das Gefühl, alle ständig und ununterbrochen im Auge behalten zu müssen, damit mir ja keines abhanden kommt. Bei Dingen, die du noch erledigen möchtest, stellt sich der selbe Effekt ein – nur dass sie dir nicht davon laufen können 😉

2. Perfektionismus

Du hast einen voll geräumten Schreibtisch – und wenn du wirklich Zeit hast, willst du gaaaanz perfekt aufräumen? Nur dumm, dass du gerade jetzt keine Zeit dafür hast, oder?

3. Keine Ahnung wohin damit

Vielleicht ist dir das alles bereits bewusst und du würdest gerne einen übersichtlichen Schreibtisch dein Eigen nennen – aber wohin mit all dem? MIT Übersicht und schnellem Zugriff?

Mein Freund und Kollege, Thomas Mangold, zeigt dir in diesem Video 7 Gewohnheiten, die dein Büro gerümpelfrei halten.

Ein schneller Weg zum inspirierenden Schreibtisch

  1. Schaffe dir EINEN Platz in deinem Büro, wo du alle Unterlagen, die du für deine Arbeit brauchst sammelst. Bei mir z.B. ist das ein Ablagekisterl rechts von mir – außerhalb meines peripheren Blickfelds aber innerhalb meiner Griffweite.
  2. Schreibe dir gleichzeitig auf deiner ToDo-Liste alle Aufgaben auf, die zu den Unterlagen im Ablage-Kisterl gehören. Daneben notierst du dir mit einem Kürzel (bei mir heißt das @RTM), dass du die Unterlagen dazu im Ablagekisterl hast.
  3. Alle „Werkzeuge“, die sich auf deinem Schreibtisch befinden, legst du in einen Karton und stellst ihn auf den Boden. Bitte so, dass du nicht darüber stolperst ;-).
  4. Wann immer du etwas aus diesem Karton brauchst, nimmst du es heraus und bestimmst einen fixen Platz dafür. Möglichst in einer Schublade, die sich in deiner Griffweite befindet.
  5. Nach einer Woche räumst du alles, was jetzt noch in dem Karton liegt, weg. Und das darf ruhig etwas weiter weg sein, wenn du es eine Woche lang nicht verwendet hast!
  6. Jetzt solltest du Platz auf deinem Schreibtisch haben, um ihn entweder leer zu lassen und diese Leere zu genießen, oder etwas hinzustellen, das dich stärkt und inspieriert!

Fazit

Lass‘ den armen Einstein nicht Schuld daran sein, dass dein Schreibtisch chaotisch ist! Ich weiß schon, es gibt auch noch einen netten Spruch: „Wer Ordnung hält ist nur zu faul zum Suchen …“ ;-).

Vielleicht magst du die jetzt stiller werdende Zeit dazu nützen, auch Ruhe in deine Gedanken zu bringen und etwas Neues auszuprobieren?

In meiner Facebook-Gruppe Abenteuer Home-Office starte ich heute die Foto-Aktion „Zeig her deinen Arbeitsplatz!“ Ich freue mich, wenn du mitmachst!

P.S. Und bleib‘ neugierig!

 


9 Kommentare

  1. Viele Jahre habe ich gedacht, dass es ein „richtiges“ Arbeiten gibt. Seit ich das über Bord geworfen habe, geht es mir besser. Mein Schreibtisch bleibt wie er ist: Voller Inspirationen, und unaufgeräumt.
    Was für den einen richtig ist, muss nicht für den anderen die Lösung sein.

    Nie verbiegen!

    Bärbel

  2. Liebe Claudia,
    klasse Artikel, Danke!
    Ich bin auch eine absolute Verfechterin des „leeren Schreibtisches“ – ab und dann tabula rasa zu machen reinigt nicht nur alte Unterlagen, sondern vor allem legt es frische Inspiration frei.
    Bei deinem Tipp der „Kiste“ musste ich schmunzeln 😉 und zugeben, dass meine Stapel manchmal auf eine Bank statt in eine Kiste wandern, doch dann ist der Tisch leer,
    herzliche Grüße
    Katharina

    • Hallo Katharina!

      Ja, ja, die lieben Stapel 🙂 Aber nicht nur die, auch mit diversen Werkzeugen und Utensilien habe ich das früher immer wieder so gemacht. Wer braucht schon 20 Kugelschreiber am Tisch?

      Liebe Grüße,
      Claudia

  3. Liebe Claudia,
    ich kämpfe auf meinem Schreibtisch vor allem mit den vielen kleinen Notizen, die sich ständig ansammeln. Mal eben was schnell notiert und nun liegen diese Zettelchen da.
    Ich habe immer noch kein überzeugendes System gefunden, wie ich ganz unterschiedliche Notizen sinnvoll ordne. Manche habe ich bei One-Note, das System das ich statt Evernote verwende, eingetragen. Meine Erfahrung: Ich finde sie nur schwer wieder – trotz all meiner Bemühung, sie thematisch zu ordnen. Aus den Augen, aus dem Sinn, ist leider meine Erfahrung.

    Fazit: Ich suche immer noch nach einem einfachen Computer-Zettelkasten (arbeite mit Windows). Hast du dafür einen Tipp?

    • Ich habe jetzt mit Trello zu arbeiten begonnen und festgestellt, dass das genau das Tool ist, das mir bei meinem Zettelwust hilft. Trello schafft wirklich eine sehr gute Übersicht.

    • Liebe Karin,

      mein Tipp wäre Trello gewesen ;-). Aber das hast du ja inzwischen schon entdeckt – und für gut befunden!

      Ich freu‘ mich, wenn’s für dich klappt!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  4. Habe mich eben für Trello angemeldet. Was mich bisher abgehalten hat, war, dass man bei Trello gezwungen wird, sich sofort – wenn auch kostenlos – anmelden muss, um mehr darüber zu erfahren. Keine Möglichkeit, sich vorab auf der Webseite über die Preise, die vielleicht auf einen zukommen, zu orientieren oder wie es funktioniert. Ist schon etwas ungewöhnlich. Doch ich werde es jetzt ausprobieren mit Hilfe deiner Gratis-Videos. Danke dir dafür. Ich bin gespannt.

  5. Pingback: 9 Überlebebens-Strategien für dein Home-Office › Abenteuer Home-Office

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