Motivation und Durchhalten
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Ein Online-Kurs ist keine Dauerwurst!

Online-Kurs kaufen

Hand auf die Festplatte.

Wie viele Online-Kurse, Challenges, eMail-Kurse, Audio-Kurse hast du bestellt, bezahlt (wenn es keine Freebies waren) und nie hineingeschaut?

Im Gespräch, das ich vorige Woche mit Marit Alke für ihren Podcast geführt habe, ist mir aufgefallen, dass wir dabei zwei Arten von Projekten miteinander vermischt haben.

Die Überschrift des Gesprächs war ja: „So wird dein Kurs wirklich fertig – statt in der Schublade zu versinken.

Fällt dir die Zweideutigkeit auf?

Natürlich ging es um Online-Kurse, die du als TrainerIn anbieten möchtest.

Aber es steckt noch ein ganz anderes Projekt drinnen, nämlich das Lernen bzw. Mitmachen bei einem Online-Kurs!

Womit wir bei den Kursen auf deiner Festplatte wären.

Sie liegen in der Schublade und machen genau so ein schlechtes Gewissen wie unfertige Online-Kurse, die du anbieten möchtest und nicht auf den Markt bringst.

Und so wie auch im Interview angerissen, ist es ein Riesenprojekt, einen Online-Kurs als TeilnehmerIn zu besuchen – und aktiv mitzumachen! Kaufen geht in Zeiten von Paypal ja wirklich rasend schnell, daran liegt es nicht.

Bevor wir allerdings ans Mitmachen denken – wie findest du DEN idealen Online-Kurs für dich?

Nehmen wir also an, du stolperst über einen Online-Kurs oder eine der vielen Challenges. Um dich gleich einmal zu testen, könntest du dir übrigens jetzt einmal diese Zusammenstellung mit interessanten Challenges anschauen.

Ein paar davon sind ungefährlich, weil bereits abgelaufen …

Fangen wir aber mit den Entscheidungs-Hilfen für dich an:

1. Was kannst du in dem Online-Kurs lernen?

Ein paar Beispiele:

Klingt jedes für sich schon spannend, oder?

Aber stop!

Nicht gleich kaufen!

Damit du jetzt nicht gleich vier Kurse parallel startest, ist die nächste Frage, die du dir stellen solltest, sehr wichtig:

2. Warum möchtest du das lernen?

Bleiben wir bei den 4 Kurs-Beispielen:

Du kannst lernen, wie du deine Arbeit im Home-Office effizienter und entspannter gestaltest.

Warum möchtest du das?

  • Du möchtest mehr Zeit für dich haben.
  • Du möchtest nicht mehr von deinen Aufgaben durch den Tag getrieben werden.
  • Du möchtest neben deinem Alltagsgeschäft endlich Zeit für größere Projekte haben
Du kannst lernen, wie du Online-Kurse selbst gestaltest und anbietest.

Warum möchtest du das?

  • Um ein weiteres Standbein neben deiner Praxis (oder deiner Anstellung) aufzubauen.
  • Weil du ortsunabhängiger arbeiten möchtest als bisher.
  • Weil du endlich mit der verflixten Technik Freundschaft schließen möchtest.

Du kannst lernen, wie du tolle Flipcharts zeichnest.

Warum möchtest du das?

  • Um deinen Vorträgen den persönlichen Touch zu geben, auf den es dir ankommt.
  • Du möchtest deine Gedanken besser als Bild ausdrücken können.
  • Vielleicht möchtest du mit deinem Glaubenssatz „ich kann nicht zeichnen“ aufräumen.

Du kannst lernen, wie du großartige Fotos machst.

Warum möchtest du das?

  • Du möchtest deinen Blog mit eigenen Fotos aufwerten, statt die überall vertretenen Stockfotos zu machen.
  • Du hast viel Geld für deine Kamera ausgegeben – und jetzt soll sie endlich schöne Fotos produzieren.
  • Der Künstler in dir will sich in tollen Fotos ausdrücken können.

Das WARUM geht über alles – nur so bekommst du die Eigenmotivation, einen Kurs auch durchzuhalten und das für dich herauszuholen, was für dich wichtig ist!

Neugierig, was im nächsten Webinar dran ist?

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3. Passt es jetzt?

Sehen deine Auswahl-Kriterien für online lernen so aus?

  • Ist gerade so günstig
  • Wollte ich immer schon wissen
  • Da macht auch XY mit, das darf ich nicht verpassen

Günstig ist natürlich nicht schlecht und oft gibt’s als Frühbucher wirklich interessante Schnäppchen zu machen. Was mich zum zweiten Punkt bringt.

Es hilft nichts, wenn du es immer schon wissen wolltest. Wenn du dieses Wissen nicht anwendest und zwar so oft wie möglich, dann nützt dir der schönste Kurs nichts. Auch wenn er günstig war.

Das selbe gilt auch, wenn du dich von anderen TeilnehmerInnen oder etwa der „Konkurrenz“ dazu verleiten lasst, dich auf einen Kurs einzulassen.

Denn …

Ein Online-Kurs ist keine Dauerwurst, die sich auch noch in einem Jahr ohne ärgere Bauchschmerzen „genießen“ lässt. Selbst wenn du ein Jahr lang Zugang zu den Unterlagen hast.

Wenn du „irgendwann“ damit anfangen möchtest, fehlt dir eine ganz wichtige Zutat: das Momentum!

Um wieder mit der Dauerwurst zu vergleichen: du wirst nie wieder so viel Guster auf diese Wurst haben wie in dem Moment, als du sie in den Einkaufswagen gelegt hast.

Damit meine ich das Gefühl, genau JETZT gefunden zu haben, was du JETZT brauchst, um … was auch immer du damit anstellen möchtest. Wenn du das Momentum nicht ausnützt, kannst du gleich bis auf den nächsten Start des Kurses (oder auf einen anderen) warten.

4. Wer hält den Kurs ab?

Kennst du denjenigen schon seit einiger Zeit? Gefällt dir der Schreibstil oder die Stimme, wenn ein Podcast angeboten wird?

Natürlich sind kostenlose Challenges auch dazu da, den Anbieter und deren Arbeitsweise näher kennen zu lernen. Dann ist das bereits Kennen sicher nicht so wichtig, denn dazu ist es ja da.

Aber wenn es um ein bezahltes Angebot geht, lohnt es sich schon, dir vorher ein paar „Arbeitsproben“ anzuschauen, im Blog querzulesen oder sogar ein kurzes Skype-Gespräch zu vereinbaren (wie z.B. hier bei mir …)

5. Kannst du Zeit zaubern?

Einen Online-Kurs – und auch so manche Challenge – zu absolvieren, ist ein Großprojekt! Und wie ein solches solltes du ihn auch behandeln.

Ich kenne niemanden, der selbständig ist und sagt: „Mir ist gerade langweilig … „. Das bedeutet auch, dass du dir mit einem Kurs neben dem Alltagsgeschäft und deinen eigenen Projekten noch eines ans Bein bindest.

Dafür brauchst du Zeit.

Die du dir „herzaubern“ kannst. Ganz sicher, versprochen! Ein paar Ideen dazu:

  • Was tust du jeden Tag (businessmäßig). Es lässt sich Zeit sparen, wenn du das nur mehr 2-3 Mal die Woche machst. Also bündelst.
  • Wie viel Output an Inhalten lieferst du momentan? Ein bisserl weniger schafft Zeit und verärgert aus eigener Erfahrung niemanden.
  • Nimm in der Zeit des Online-Kurses weniger Neuaufträge an.
  • In wie vielen Sozialen Netzwerken bist du unterwegs? Was lässt sich automatisieren? Müssen es immer alle sein?
  • Wann stehst du üblicherweise in der Früh auf? Ein Stündchen früher bringt dir 5 Stunden pro Woche!
  • Was kannst du während des Kurses einfach NICHT machen?
  • Denke auch an Entlastung im Haushalt und Unterstützung durch Partner und Kinder.

Der Vorschlag, weniger Neukunden in der Zeit des Online-Kurses anzunehmen, stößt dir eventuell unangenehm auf. Und das verstehe ich absolut. Trotzdem:

Du möchtest etwas verändern? Dann investiere! Zeit, Geld oder beides.

Fazit

Wenn du also weißt,

  • was du lernen möchtest,
  • warum du das möchtest,
  • dass du das Gelernte sofort anwenden kannst,
  • dass du mit dem Trainer/der Trainerin gut kannst
  • und dir Zeit dafür freischaufeln kannst –

Dann bist du auf dem besten Weg, das Optimum aus dem Kurs herauszuholen!

Wie sehen deine Erfahrungen mit Online-Kursen aus? Verrate mir doch ein paar deiner Tricks im Kommentar!

P.S. Und bleib‘ neugierig!

Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links – du bezahlst nicht mehr und ich bekomme eine kleine Provision.


 

8 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    ich wünschte, ich könnte noch zählen, an wie vielen Challenges ich angemeldet habe und wie viele tolle Kurse ich mal gekauft und dann nur halbherzig durchgeführt habe.

    Die Frage ist doch: Welche neue Fähigkeit benötige ich zur Zeit am meisten, bzw. bringt mich gewaltig voran?

    Auf der anderen Seite höre und erfahre ich als Kurs-Anbieter selber:
    Normal ist, wenn
    1/3 der Teilnehmer rege dabei sind
    1/3 gelegentlich mal auftauchen
    und das letzte 1/3 nie in Erscheinung tritt.

    Liebe Grüße,
    David

    • Lieber David,

      ja, ich glaube, das kennen wir alle ;-). Die Erfahrung als Kurs-Anbieterin kann ich auch beisteuern, wobei es eher 1/3 sehr aktiv, 3/6 manchmal und 1/6 nie ist … Da sieht man, wie unterschiedlich die Bedürfnisse der TeilnehmerInnen ist – oder ihr Selbstmanagement 😉

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Hallo Claudia,

    danke für diesen sehr guten Artikel, der mal den Blick auf die Teilnehmer-Perspektive lenkt. Sich vorher gut überlegen, ob das gerade die Fähigkeit ist, die mich JETZT gerade maßgeblich voranbringt – das finde ich einen super Tipp!

    Ich hab übrigens auch lieber eine große Anzahl Leute drin, die wirklich jetzt ihren Kurs auf die Straße kriegen wollen als die, die sich beim Kauf gesagt haben „Ach, das kann ich mir ja mal anschauen“. Hier wird wieder mal deutlich, wie viel wir Anbieter über den Preis und die Preispolitik steuern. So bin ich z.B. kein Freund von allzu großen Rabatten von 50% oder so.

    Also, ein schöner Beitrag, ich werde ihn teilen. Und danke für das Erwähnen meines Programms! 🙂

    Viele Grüße
    Marit

  3. Liebe Claudia,

    nach einer längeren Pause, die durch ernsthafte gesundheitlliche Probleme in der Familie verursacht worden war, fasste ich den Entschluss, wieder mehr Sichtbarkeit zu erlangen.

    Und – wupps- da war dieser wunderbare Kurs, an dem ich gerade teilnehme und der mich sehr voran bringt. Mit war klar, dass ich mich gut organisieren muss, um die wiederkehrenden Termine einhalten zu können und dass da auch einiges liegenbleiben würde. Aber meine Motivation ist hoch und das, was ich an Erkenntnissen gewinne, ist genau das, was ich gerade brauche.

    Eine wunderbare Erfahrung, dass das, was wir brauchen, auch gerade in dem Moment sichtbar wird und von uns ergriffen werden darf.

    Und ab und an darf es auch ein Webinar der Art „Das tut mir gerade gut“ sein, solange es ein einmaliger Event ist.

    Liebe Grüße

    Ursula

    • Liebe Ursula,

      wie schön wieder einmal von dir zu lesen! Motivation ist die schönste Antriebsfeder – ich ersetze auch gerne Selbstdisziplin durch Motivation 🙂

      Liebe Grüße,
      Claudia

  4. Liebe Claudia,

    tolle Tipps. Das Beste an diesem Thema: Ich fühlte mich gleich DOPPELT angesprochen, einmal als Teilnehmerin an Online-Kursen, und zweitens natürlich auch als Anbieterin eines Kurses. WEIL ich das Problem der „auf der Festplatte verstaubenden“ Trainings und Kurse sehr gut kenne, bin ich bestrebt, meine Teilnehmer nicht nur an die Hand, sondern auch in die Pflicht zu nehmen, den Kurs, den sie da gerade ‚absolvieren‘, eben NICHT nur hinter sich zu bringen, wie lästige Prüfung oder Hausarbeit zu Studienzeiten, sondern UMZUSETZEN und ins eigene Leben, in den Alltag zu integrieren.

    Ich denke, da sind wir alle gefordert (ich meine jetzt die Anbietenden). Je mehr wir uns Mühe geben, handfeste und greifbare Umsetzungs-Strategien zu vermitteln, umso weniger verstauben Kurse und Trainings auf irgendwelchen Festplatten. 😉

    Viele Grüße,
    Elwine

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