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4 Arbeitsweisen, mit denen du Disziplin durch Motivation ersetzt

Motivation durch die richtige Arbeitsweise

Unlängst in einer Facebook-Gruppe gelesen:

Es heißt ja, erfolgreiche Menschen stehen früh auf – ich pack‘ das einfach nicht! Darf ich auch abends arbeiten?

Die Verfasserin ist Mitte 20, keine Kinder, selbständig. Und ich frage mich: wieso sollte sie das nicht dürfen? Und nicht trotzdem (oder gerade deswegen) erfolgreich sein?

Ein anderes Beispiel: Im Herbst habe ich einen Vortrag über Selbstmanagement im Home-Office bei der Wirtschaftskammer gehalten und danach kam eine junge Frau (ebenso kinderlos und selbständig tätig) auf mich zu und sagte:

Ich finde es so toll, früh aufzustehen und mit dem Hund einen langen Spaziergang zu machen, da hab‘ ich richtig Power danach. Aber mein Sozial-Leben leidet darunter, weil ich am Abend dann zu müde bin …

Auf Nachfragen meinte sie dann, dass ihr ein Mittagsschläfchen helfen würde, beides unter einen Hut zu bekommen – aber darf sie das überhaupt? Gegenfrage:

Warum, aus welcher Motivation heraus, machen sich viele Menschen selbständig?

Es geht um Freiheit, der eigene Chef sein, sich von niemandem etwas sagen lassen müssen, der eigenen Leidenschaft folgen, so arbeiten können wie man will … und trotzdem bleibt in den Köpfen und im Verhalten das alte Bild von Arbeit. Und behindert.

Oft lässt sich dieses Bild im Kopf durch viel Disziplin verwirklichen. Und ja, es gehört zur Selbständigkeit und zum effizienten Arbeiten im Home-Office Disziplin.

Aber du musst es dir nicht so schwer machen!

Wie, wo, wann und was arbeitest du am liebsten?

Vielleicht fällt dir dazu der Satz ein, „Na ja, am liebsten – das Leben ist ja kein Ponyhof!

Ich bin der Meinung, man kann es ein wenig dazu machen. Man kann zumindest einmal die Koppel schön gestalten, in der man sich bewegen muss.

Warum deine Arbeitsweise und Motivation so wichtig ist

Es gibt einfach weniger Widerstand, wenn du die Dinge dann tust, wenn sie dir Spaß machen. Beziehungsweise, wenn du die Rahmenbedingungen so veränderst, dass sie dir Spaß machen, dann ist sofort der Widerstand dagegen wesentlich niedriger, der innere Schweinehund kommt nicht hervor.

Außerdem machst du Dinge, die du gerne tust, zu einem Zeitpunkt, der dir passt, wesentlich effizienter.

Das heißt, es geht nicht darum, noch mehr in den Tag hineinzupacken, den Tag noch dichter zu machen, sondern die Sachen, die du erledigen möchtest, möglichst ohne Reibungsverlust zu machen.

Und natürlich arbeitest du dann wesentlich genauer und fehlerfreier. Du musst Fehler nicht mehr ausbügeln und bist dadurch auch wieder effizienter.

Und – ganz wichtig –  das Setzen von Prioritäten fällt dir leichter!

Wie du deine liebste Arbeitsweise findest

Um herauszufinden, wie du am liebsten arbeitest, ist es natürlich notwendig, dass du einen gewissen Überblick darüber hast, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, die Dinge anzupacken.

Vier davon möchte ich dir heute vorstellen:

1) Scheibchenweise kontra Gewaltakt

Du kennst das schon: Um vom Berg der Arbeit nicht erschlagen zu werden, teilst du sie in kleinere Aufgaben auf. Nach dem Motto: „Wie ißt du einen Elefanten? Scheibchenweise!“

Der Gegenpol dazu wäre  ein Gewaltakt.

Das heißt, du hast einen riesigen Berg vor dir und beißt die Zähne zusammen, um das einfach erledigt zu haben.

Ein schönes Beispiel dafür bringt Ivan Blatter, ein sehr geschätzter Kollege aus der Schweiz. Er vereinbart  mit seiner Frau einmal pro Jahr einen Aufschieberitis-Tag. Das heißt, dieser Termin wird in den Terminkalender eingeschrieben und genauso geplant und gehandhabt wie ein ganz, ganz wichtiger Termin. Und an diesem einen Tag werden Dinge erledigt, die einfach schon lange, lange aufgeschoben wurden.

Inzwischen bietet er dieses Format auch für Kunden zum Mitmachen an!

Ein weiteres Beispiel dafür, den ganzen Berg auf einmal zu erledigen, ist eine Entrümpelungs-Aufräum-Technik von Marie Kondo, die nennt sich „Magic Cleaning„.

Maria Kondo empfiehlt, immer eine Sache vollständig zu machen.

Beispiel: Kleiderkasten entrümpeln beziehungsweise Gewand aussortieren. Alles Gewand aus dem gesamten Haus oder der gesamten Wohnung auf einen Haufen werfen und dann abarbeiten.

Mir persönlich wird schon ganz schwindelig, wenn ich daran denke, aber auch das ist eine Möglichkeit. Also, scheibchenweise gegen „alles auf einmal“.

2) Frosch oder Prinz

Eine weitere Herangehensweise ist „Frosch oder Prinz“. Dazu gibt es auch ein eigenes Buch von Brian Tracy, der empfiehlt: „eat the frog“.

Das heißt, in der Früh als allererstes, bevor du sonst irgendetwas erledigst, das zu erledigen, was dir am schwersten fällt, was am unangenehmsten ist, was einfach am belastendsten ist. Danach hast du das tolle Gefühl der Freiheit!

Demgegenüber steht der Prinz. Ich küsse in der Früh nämlich lieber den Prinzen ;-), weil ich mir dadurch Energie und Schwung für den restlichen Tag hole. Ich habe wirklich ausprobiert, den Frosch oder die Kröte zuerst zu schlucken. Das Problem ist dabei, dass ich dann in der Früh aufwache, schon an diese Kröte  denke und dadurch meine Motivation in den Keller geht.

Wie gesagt, das sind lediglich Möglichkeiten, die du ausprobieren musst, um dahinter zu kommen, was dir am liebsten ist!

3) Pomodoro oder Zeitblöcke

Dann gibt es zum Beispiel noch die Pomodoro-Technik, deren Vorteile ich in diesem Artikel aufgezählt habe.

Dem gegenüber steht die Arbeitstechnik der Zeitblöcke, das heißt du beschäftigst dich einen längeren Zeitraum nur mit einer einzigen Aufgabe. Also z.B. ein halber Tag nur Administration. Dann ein Tag nur Produktion von Inhalten, usw.

Praktisch, dass sich diese beiden Arbeitsweisen auch miteinander kombinieren lassen. Du setzt dir einen Zeitblock für die Administration – und verbringst diesen in Pomodoro-Häppchen!

Du siehst, du wirst auch das ausprobieren müssen!

4) Lerche oder Eule?

Ich bin eindeutig die Frühaufsteherin, das war schon in Schulzeiten so, dass ich lieber um drei in der Früh gelernt habe als um neun am Abend.

Und wenn das für dich eine irrsinnige Überwindung ist, wenn du in der Früh einfach nicht in die Gänge kommst, dann ist vielleicht doch die Nachteule in dir am Abend munterer, und du kannst am Abend konzentrierter arbeiten.

Dann gib diesem Rhythmus eine Chance, wenn es sich irgendwie mit deinem sozialen Umfeld vereinbaren lässt!

Motivation in der Praxis umgesetzt

Gut, bisher graue Theorie. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie erkennst du, was dir am besten liegt?

Der ganz banale Tipp: Beobachte dich!

Wenn du dich selber beobachtest, wie du arbeitest, beziehungsweise in der Rückschau beobachtest, dann wirst du schon die erste Idee davon bekommen, wie du am liebsten arbeitest.

Eine weitere Frage ist: wo liegen deine Prioritäten?

Was ist dir wichtig? Was ist dir wertvoll?

Ich habe zum Beispiel Kundinnen, die sagen, sie können sich erst so richtig auf die Arbeit einlassen, wenn der Haushalt erledigt ist. Was bedeutet das in der Praxis? Dass diese Frauen zum Beispiel in der Früh, wenn Kinder und Mann aus dem Haus sin, sich erst einmal auf den Haushalt stürzen.

Aber das wäre auf der anderen Seite eine total produktive Zeit für sie, weil ja niemand im Haus ist, der stört.

Ausprobieren könntest du zum Beispiel, wenn das für dich zutrifft, den Haushalt am Abend zu machen, um nicht die produktive Zeit zu verplempern, wenn du ungestört bist.

Oft reicht es schon, wenn du kleine Verschiebungen in deinem Tagesablauf vornimmst.

Auch hier ein Beispiel, diesmal von mir:

Ich bin ja Frühaufsteherin und habe früher immer um halb sechs in der Früh gefrühstückt. Was hat das für eine Konsequenz gehabt? Ich habe um 11 Uhr herum schon einen Bärenhunger gehabt und mich dann hingestellt, um zu kochen.

Aber das war produktive Zeit, weil die Kinder erst um circa 14.00 Uhr nach Hause gekommen sind. Das heißt, ich habe von 11.00 bis 13.00 Uhr mein Mittagsritual eingehalten, und wenn die Kinder nach Hause gekommen sind und im Prinzip etwas loswerdenund reden wollten, dann hat sich diese Mittagsroutine oft über drei Stunden hingezogen, und ich habe wahnsinnig viel Zeit verloren.

Was habe ich dagegen gemacht?

Ich habe nicht sofort um halb sechs in der Früh gefrühstückt, sondern habe das Frühstück ein Stückchen nach hinten verschoben, damit mein Hunger zum Mittagessen auch ein Stückchen nach hinten verschoben ist. Und somit habe ich eineinhalb Stunden ungestörte Arbeitszeit gewonnen.

Das nur als kurzes Beispiel, wie du ausprobieren kannst, ein bisschen mit deinem Tagesablauf herumzuspielen.

Fazit

Ja, Disziplin ist bis zu einem gewissen Grad wichtig und wertvoll, wenn du deine Ziele erreichen möchtest. Aber du kannst eine Menge Disziplin durch Motivation ersetzen, indem du deine Bilder von Arbeit, die du aus früheren Zeiten mit dir herumschleppst, in Frage stellst und ausprobierst, was für dich am meisten Motivation bringt.

Und noch etwas: Das kann sich natürlich auch ändern! Deine Arbeitsfelder in deiner Selbständigkeit ändern sich vielleicht, die Kinder werden größer, usw. Bleibe auch hier aufmerksam, was für dich das Beste ist, wenn die Karten vom Leben neu gemischt werden!

Was ist dein Trick, um deine Motivation hoch zu halten?

P.S. Und bleib‘ neugierig!


 

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