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Ideenmanagement für Solopreneure

Wohin mit der Idee?

Es geht nicht immer um die große Geschäfts- oder Produkt-Idee

Nein, es geht um die vielen kleinen Gedankenblitze, die zwischendurch deine Wege kreuzen. Meist natürlich in einer Situation, wo du diese Gedanken nicht zu Ende denken kannst, weil du eigentlich gerade mit etwas Anderem beschäftigt bist.

Stell‘ dir nur vor, du würdest bei jeder Idee, die du gerade hast, alles liegen und stehen lassen und sie reifen lassen. Produktives Arbeiten und Fokus sehen anders aus, oder?

Aber sicher ist schon aus dem einen oder anderen Gedankenblitz etwas wirklich Gutes oder sogar Großes entstanden. Also einfach so vorbei ziehen lassen ist auch keine Option.

Also – Wohin mit den Ideen?

Besonders, wenn du online arbeitest kreuzen wahrscheinlich viele „lose Enden“ deinen Weg:

  • Ideen für Blog-Artikel
  • Tools, die du ausprobieren möchtest
  • Artikel, an deren Inhalte du anknüpfen möchtest
  • Ideen, um dein Marketing voranzutreiben
  • Kontakt, die du dir näher ansehen möchtest
  • Überschriften, die du klasse findest
  • usw.

Und zusätzlich arbeiten diese Inputs in deinem Unterbewusstsein noch weiter – und liefern weitere Assoziationen und Ideen.

Oft kein Problem

Vor kurzem habe ich zu einem Kollegen gesagt: „Ich habe keine Idee, wie ich das umsetzen könnte …“ Seine Antwort: „Hast du dich schon einmal 10 Minuten hingesetzt und darüber nachgedacht?

Öhm nein, natürlich hatte ich nicht.

Aber ich weiß, wenn ich mich darauf einlassen würde, würde mir auch etwas einfallen. Das heißt, das Finden von Ideen ist heutzutage das geringere Problem.

Inspiration lauert überall.

Die Herausforderung ist eher, eine Systematik in deine Ideen – oder besser, in den Umgang mit deinen Ideen zu finden. Damit sie dir einerseits nicht ausgehen, aber andererseits nicht deine Gedanken verstopfen. Ideenmanagement nennt das der Ökonom.

Ein Ideen-Pool, aus dem du jederzeit schöpfen kannst, wäre doch eine klasse Sache!

Die größten Feinde deiner Ideen

1. Der falsche Zeitpunkt

Du denkst über die Einkaufsliste nach und plötzlich liefert dir dein Gedächtnis eine geniale Idee für einen Artikel? So scheinen wir zu ticken. In dem Moment, wo du nicht versuchst, einen Gedanken in Richtung A zu produzieren, werden sie prompt geliefert. Aber wohin damit? Auf die Einkaufsliste?

(Fast) egal wohin. Hauptsache festhalten!

2. Bewertung

Ein Phänomen, das ich bei meinen KundInnen immer wieder erlebe: Sofort wissen zu wollen, ob das jetzt ein guter, sinnvoller Gedankenblitz ist.

In diesem Gedanken-Moment bedeutet das, dass du bereits versuchst, die Idee weiterzuentwickeln. Das ist allerdings ein ganz anderer Modus als der, in dem du dich in diesem Moment gerade befindest.

Ganz einfach: lass es!

Bewerten, weiterdenken, aussortieren ist später dran. In so einem Moment ist nur wichtig, die Idee bzw. den Gedanken wahrzunehmen. Möglichst bewusst (indem du ihn festhältst).

3. Sortieren

Wo gehört denn diese Idee nun hin? Zu Marketing? Zur Blogentwicklung? Auf die Ideen-Liste? Auf die ToDo-Liste?

Das sind alles Ablenkungen, die es sogar möglich machen, dass sich dieser goldene Gedanke verflüchtigt und in dem Moment, wo du dich für einen Platz entschieden hast, schon wieder weg ist.

Du brauchst nur einen Platz!

Das Konzept Eingangskorb

Wenn du an einen Eingangskorb denkst, taucht vielleicht das Bild vom schummrigen Büro mit alten, dunklen Möbeln, schlechter Beleuchtung und gebeugtem Rücken über dem Schreibtisch auf. Daneben Akten-Bündel, die sich in einem kleinen Ablagekisterl stapeln und es fast verschwinden lassen … Streich‘ das bitte.

Denn der Eingangskorb ist für deinen Fokus beim Arbeiten ein wunderbares Konzept:

  • EMail mit einer Aufgabe, die du nicht sofort erledigen kannst? -> Eingangskorb
  • Frage über Facebook hereingekommen?-> Eingangskorb
  • Artikel, den du genauer lesen möchtest?-> Eingangskorb
  • Tolles Event eines Kollegen?-> Eingangskorb
  • Gedankenblitz?-> Eingangskorb!

4 Argumente für den Eingangskorb

1. Unterbrechungen

Du reduzierst sie auf ein Minimum.

Gerade Ideen kommen ja, wie wir festgestellt haben, nicht zu passenden Zeitpunkten, sondern zwischendurch. Anstatt sich zu denken „das ist so genial, das merk‘ ich mir eh …„, schreib‘ sie auf und leg‘ sie in deinen (virtuellen) Eingangskorb. Sonst geistert sie nämlich weiter in deinem Kopf herum und du versuchst nur mehr, sie nicht zu vergessen.

2. Aus den Augen aus dem Sinn

Eine große Angst, die ich ebenso oft höre/sehe: Die Angst, die vielen Ideen nicht weiterzuentwickeln, sie zu übersehen.

Wenn du deine Ideen im Eingangskorb festhältst, dann siehst du sie auf jeden Fall noch ein weiteres Mal. Wenn du ihn durcharbeitest.

Übrigens: Ideen haben im ersten Stadium nichts auf deiner ToDo-Liste zu suchen!

3. Vorselektion

Indem du deine Ideen im Eingangskorb parkst, bewertest du im ersten Moment nicht.

Beim Abarbeiten des „Stapels“ an Ideen kannst du bereits die erste Vorselektion treffen. Wenn du dich z.B. nicht mehr daran erinnern kannst, was du mit der festgehaltenen Information tun wolltest, dann wird es wohl nicht so wichtig gewesen sein.

Weg damit. Löschen.

4. Entscheidung

Dein Eingangskorb gehört natürlich regelmäßig abgearbeitet. Egal mit welchem Tool du ihn umsetzt.

Wenn du das tust, rutscht du in den Entscheidungs-Modus. Was muss damit getan werden? Wo gehört das genau hin? Will ich das wirklich aufheben? Oder eher löschen? Einmal in diesem Modus, fallen dir Entscheidungen wesentlich leichter!

Noch ein Feind deiner Ideen

Jetzt heißt es, nicht nur Eichhörnchen zu sein und Ideen zu sammeln, sondern sie auch umzusetzen. Dazu gehört, dass du dir deinen Ideen-Pool regelmäßig und verlässlich durchsiehst. Nicht „wenn du mal eine freie Minute hast“ … Sonst hast du zwar schön sortiert und die erste Vorauswahl getroffen, allerdings sind die Ideen dann eben einen Schritt später aus den Augen und aus dem Sinn.

  • Setze dir ein Monats-Motto und suche gezielt Ideen dazu heraus. Nimm sie auf deine ToDo-Liste.
  • Reserviere dir jedes Monat ein paar Stunden für die Ideen-Entwicklung.
  • Sortiere monatlich deine Ideen zu Themenbereiche zusammen und wähle einen aus, den du bearbeiten wirst.
  • Schaue auf deinen Redaktionsplan. Welche deiner Ideen passen thematisch dazu?
  • Welche Ideen bringen dich einen Schritt näher an deine große Vision?

Tools für deine Ideen

Probiere nicht zu viele Tools nebeneinander aus – entscheide dich für 1-2 und bleib‘ dran!

  • Trello ist für mich die Nr. 1, wenn es ums Umsetzen geht. Damit ist nichts aus den Augen und dem Sinn.
  • In Evernote *) verschiebe ich alles, was ich „vielleicht – irgendwann“ lernen, lesen oder umsetzen möchte, ohne dass es mir ständig vor der Nase liegt (wie in Trello).
  • OneNote ist eine Alternative zu Evernote, wenn du mit Windows-Boardmitteln arbeiten möchtest.
  • Du könntest dir auch einfach einen eMail-Ordner für deine Ideen anlegen und dir selbst eMails mit Ideen schicken (gleich an eine eigene eMail-Adresse, die du per Regel in diesen Ordner verschiebst).
  • Wenn du mit einem Notizbuch arbeitest, sorge dafür, dass du es immer griffbereit hast oder Zettel mit Ideen dort parkst.
  • Dein Smartphone kannst du sowohl als Scanner, als auch für Audio-Notizen verwenden.

Fazit

Du siehst, es gibt unendlich viele Möglichkeiten, mit deinen Gedankenblitzen systematisch umzugehen. Die Herausforderung für dich ist es jetzt, Deinen Weg zu finden!

Brauchst du Unterstützung dabei? Dann vereinbare dir jetzt einen kostenlosen Termin mit mir und wir schauen gemeinsam, was dein nächster Schritt sein könnte.

Oder hast du dein System bereits entwickelt? Verrate uns deine Tipps und Tricks im Kommentar – ich bin neugierig 🙂

P.S. Und bleib‘ auch neugierig!

P.P.S.  Mit *) gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Das bedeutet, ich bekomme eine kleine Provision vergütet – und du zahlst deswegen keinen Cent mehr!


 

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20 Kommentare

  1. Liebe Claudia,
    danke für den hilfreichen Input!
    Der falsche Zeitpunkt ist meine größte Herausforderung. In vielen Fällen fällt es mir schwer, eine Idee einfach nur aufzuschreiben. Ich fange dann gleich an zu recherchieren, ob sich diese auch umsetzen lässt. Du hast mir jedoch eine Idee gegeben! Möglicherweise fällt mir das auch so schwer, weil ich mir nicht genug fixe Zeiten nehme, um diese Ideen abzuarbeiten. Wenn ich schon wüsste, dann und dann habe ich Zeit dafür, würde es mir wahrscheinlich auch leichter fallen, es erstmal so stehen zu lassen.
    Guten Start in die Woche!
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

    • Liebe Elisabeth,

      super Erkenntnis – dieses Phänomen treffe ich wirklich oft bei meinen Kunden an! Dahinter steckt auch die Devise: „Trenne denken von arbeiten …“. Das sind zwei so unterschiedliche Modi! Wenn du die beiden vermischt, kommt wenig dabei heraus. Würde mich wirklich interessieren, ob es dir jetzt leichter fällt, Ideen ruhen zu lassen!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Danke für diesen wertvollen Beitrag, liebe Claudia! Solch eine „Idee“, meine Ideen schriftlich festzuhalten hatte ich bislang noch nie und plage mich entweder zu viel mit wirren Gedanken zu dem entsprechenden Thema herum oder vergesse es gar!
    Danke für die Inspiration!
    LG
    Elena

    • Hi Elena!

      Vielen Dank für deinen Beitrag! Oft denke ich mir „das kennt eh schon jede/r, schreib‘ das nicht …“ und dann lese ich einen Kommentar wie deinen – und bin froh, es doch geschrieben zu haben – danke dir für diese Bestärkung!

      Sonnige Grüße,
      Claudia

  3. Hi Claudia,

    lustig, ich habe echt noch nie an so etwas gedacht bzw. bin nie auf diese Idee gekommen. Also nochmals: Du machst alles super und ich danke dir für deine immer genialen Tipps!
    Aktuell habe ich so viele Baustellen parallel laufen und bin so froh, wenn ich endlich Luft habe, mir deinen Kurs vorzuknüpfen. Ich bin mir sicher, dass er mich sehr weiterbringen wird!

    LG
    Elena

  4. Boah Claudia, manchmal ist man so was von blöd. Gerade heute habe ich mich gefragt, was ich nur mit den Ideen machen soll? Sie sind gar nicht sooo flüchtig, gehen aber oft im Alltagswust unter und schwupps, schon wieder irgendeine Gelegenheit verpasst. Dank Dir habe ich ja seinerzeit Trello eingerichtet, nur nutzen müsste ich es auch. Alles da, direkt vor meinen Augen und ich sehe es nicht. Da es keine Zufälle gibt (lese ich zumindest immer und immer wieder) fällt mir heute Dein Artikel so zu. Wie schön, herzlichen Dank an Dich. Liebe Grüße Lilli

    • Hi Elke!

      Ja, wenn das Gute liegt so nah … 😉 Freut mich, dass ich sinnvoll stupsen konnte und danke für deine Rückmeldung!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  5. Hallo Claudia,
    mit Eingangskörben kann ich gar nicht. Weder im richtigen Leben noch virtuell. Wahrscheinlich hat das für mich zu viel mit „Ablage“ zu tun und wenn etwas in einem Eingangskorb landet, ist es für mich „erledigt“. Böse Falle. Komischerweise komme ich nie auf die Idee, in einem Eingangskorb nach etwas zu suchen. Also habe ich die für mich abgeschafft.

    Natürlich habe ich dennoch ein System, so dass mir keine Ideen verloren gehen. Ich benutze dazu zwar verschiedene Systeme, die aber konsequent. Idee auf Zettel – gibt’s nicht!

    Ideen landen bei mir in dem Medium, das ich gerade zur Hand habe – aber davon gibt es nur wenige:

    Mein Evernote Moleskine (inzwischen schon das vierte oder so, nachdem ich die entdeckt habe).
    In meiner Diktier-App auf dem Smartphone (Dictadroid), wenn mich eine Idee im Auto überfällt.
    Meinem Marketing-Zauber Planungsbuch in A4, wenn ich aktiv in meiner Couchecke brainstorme (das Buch „lebt“ dort).
    Seitdem ich Deinen wunderbaren Trello-Kurs mitgemacht habe, auch in Trello. Dort habe ich extra ein Ideen-Board für Marketing-Zauber eingerichtet – und übertrage die Ideen, die es „geschafft“ haben dann in mein Trello-Marketing-Dashboard für die tägliche Arbeit.

    Eines dieser Instrumente habe ich immer zur Hand – und wenn ich eine Idee suche, sind die Orte begrenzt, in denen ich sie finden kann.

    Beste Grüße
    Birgit

    • Hallo Birgit!

      Das ist eine spannende Assoziation – Eingangskorb und Ablage. Das ist in etwa das negative Bild, das ich im Artikel gezeichnet habe …

      Ich freu‘ mich total, dass du so viel aus dem Trello-Kurs mitnimmst!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  6. Pingback: Der Produktivitäts-Booster: Trenne denken von tun! › Abenteuer Home-Office

  7. Hallo Claudia,
    ein wirklich toller Artikel.

    Da ich eher der Pen&Paper-Typ bin, nutze ich für meine Ideen ein Projektbuch. Im Projektbuch habe ich Platz und Raum, um mit der Idee zu spielen (wirklich erstmal nur spielen – bewertet und strukturiert wird später), sie weiterzuspinnen, mir Gedanken, Notizen, Mindmaps usw. dazu anzulegen und der Idee einfach Raum und Wertschätzung entgegen zu bringen . (Habe vor einiger Zeit mal eine kleine Kurzanleitung zur Projektbucherstellung gemacht. Bei Bedarf stelle ich diese hier gerne als pfd zur Verfügung).

    Zusätzlich habe ich noch ein Buch für so genannte „Blitzideen“. Blitzideen sind bei mir kleine Ideenfragmente, die mal eben so durchs Hirn rauschen. Diese schreibe ich auf Post Its und klebe die Post Its dann in ein Notizbuch.
    Wenn ich eine dieser Blitzideen weiter bearbeiten möchte, bekommt die Idee eine schöne leere Doppelseite in meinem Projektbuch zur Verfügung. Post It reinkleben, Stifte zur Hand nehmen und dann drauflos brainstormen.
    Von den vielen Projektideen, die sich in meinem Projektbuch tummeln, wähle ich dann die wichtigsten Fokus-Projekte aus und verwandle diese dann in kleine Mini-Step-To-do´s („die kleinste zumutbare Einheit“), die ich mir gut sichtbar nach Projekten sortiert an die Wand hänge (eine Art offline-Trello-Board).

    Wenn eine Idee mehr Platz, Raum und Papier benötigt, bekommt sie bei mir einen eigenen Hängeregister-Ordner. Dort können dann auch Schmierzettel, Zeitungsartikel, Notizen, Eintrittskarten usw. zur Idee ihren Platz finden.

    Die Kombination dieser Tools funktioniert für mich ganz gut. So weiß ich immer, wie ich meine Ideen wiederfinde und bleibe dran. 🙂

    Herzliche Grüße,
    Sandra

    • Liebe Sandra,

      vielen Dank, dass du deinen Workflow hier so toll beschreibst! So gibt’s auch etwas für Pen&Paper-Typen zu lesen – ich bin ja eher der Onliner, aber das ist eh klar erkennbar ;-).

      Sonnige Grüße,
      Claudia

  8. Klasse sich auf den Weg zu machen um Ideen zu finden. Ich selbst mache es oft und halte Ideen – zum Beispiel meinen Blog – mit ein paar Stichworten fest. Danke für die weiteren Tipps.

  9. Pingback: Wenn Ideen flügge werden ... [P008] › Abenteuer Home-Office

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