Featured, Motivation und Durchhalten
Kommentare 15

Das missverstandene Erfolgs-Tagebuch

Erfolgstagebuch

Es gibt nicht DAS Erfolgs-Tagebuch.

Es gibt nur DEIN Erfolgs-Tagebuch!

Damit könnte ich eigentlich den Artikel schon beenden 🙂

Aber OK, ein bisserl mehr dazu darf es dann doch sein …

Was mich dazu bringt, über Erfolgstagebücher zu schreiben, ist, dass es von fast jedem Coach, den ich kenne, empfohlen wird. Aber ich habe auch schon in einige fragende Gesichter geblickt, wenn ich das (ja, ich gehöre auch dazu) meinen Coachees empfohlen habe. Und vor allem habe ich schon von einigen Menschen gehört, dass sie nicht damit klargekommen sind und es wieder aufgegeben haben. Schade, wie ich finde!

Fragen dazu und Widerstände dagegen

  1. Tagebuch schreiben ist in negativer Erinnerung.

Ich habe bei meiner Entrümpelungs-Aktion über die Feiertage auch einige uuuuralte Tagebücher von mir gefunden … ohje 😉 Wie wahrscheinlich viele andere Teenies habe ich das Tagebuch hauptsächlich dazu verwendet, um mich „auszukotzen“ – du wirst noch sehen, das hat nichts mit einem Erfolgstagebuch zu tun.

Also streiche alles, was du bisher mit deinen Tagebüchern erlebt hast und starte neu!

  1. Und was wenn ich keine Erfolge zu verzeichnen habe?

Das höre ich auch immer wieder. Dazu gibt es zwei Ansätze. Erstens: du gräbst so lange in deiner Erinnerung, bis dir etwas Klitzekleines einfällt, oder du akzeptierst einfach, das es so ist, wie es ist. Siehe auch weiter unten …

  1. Eigenlob stinkt …

Autsch, was für ein Glaubenssatz! Wer könnte denn die Nase rümpfen, wenn du für dich (und nur für dich!) deine Erfolge festhältst?

Was dabei oft schief läuft

  1. Du definierst deinen Erfolg nicht.
  • Es gibt Menschen, die so tief in der Negativ-Spirale sitzen, dass es ein Erfolg für sie wäre, wenn sie den Sonnenschein am Himmel und das freundliche Lächeln eines Mitmenschen bemerken würden.
  • Wenn dir auffällt, dass du eine prinzipiell negative Sicht z.B. auf deinen Job hast, dann wäre es ein Erfolg, wenn du mit Hilfe deiner Aufzeichnungen mehr Freude an deiner Tätigkeit hättest.
  • Wenn du immer wieder über die selben „Stricke“ stolperst (z.B. in deiner Selbstorganisation), wäre als Erfolg zu verzeichnen, wenn du über diesen Strick steigst anstatt zu stolpern 🙂

Worauf ich hinaus will: Was fällt dir schwer? Mache das zu deinem Fokus und zu deinem Erfolg, wenn du es trotzdem getan hast!

  1. Du verwechselst das Erfolgs-Tagebuch mit einer ToDo-Liste oder Done-Liste.

Das ist so eine Geschichte, die sich immer wieder einschleicht. Die erledigten ToDos landen prinzipiell im Erfolgstagebuch und das Ganze mutiert zur Done-Liste … weil es halt so schön ist, wenn viel drinnen steht.

Aber stelle dir vor: das sollte eine Vitrine für deine Trophäen sein! Das sollen deine Wow-Effekte sein!

Darum schreibe ruhig Erledigtes hinein – wenn es dir schwer gefallen ist. Wenn du damit einen Triumph erzielt hast. Wenn es blinkt und funkelt!

  1. Du machst daraus eine Pflicht.

„Jetzt muss ich noch …“ Nicht gut 😉 „Jetzt darf ich noch meine Quelle auffüllen!“ – klingt doch schon ganz anders, oder?

In meiner Reihe Entlastung durch Routinen findest du ein paar Tipps, um Rituale aufzubauen!

Wie/wann/womit anfangen?

Auch wenn du eine fürchterliche Klaue hast (Webworking sei Dank) und sonst fast alles elektronisch verarbeitest, hat es durchaus Vorteile, dieses besondere Buch per Hand zu schreiben.

Ob du eher der Typ bist, der schnell viel Text schreiben möchte (dann ist eher tippen angebracht), oder ob du gerne Bilder klebst und auch farblich kreativ arbeitest, weißt du selbst am besten. Also mach‘ genau das, was dir Freude macht! Wie schon oben geschrieben, soll das Schreiben eines Erfolgs-Tagebuches ein liebgewonnenes Ritual werden.

Wichtig finde ich nur, dass du JETZT damit anfängst – und wenn der erste Schritt ist, dass du dir ein schönes Notizbuch kaufst oder eines aus deiner Schublade kramst!

Wenn du doch lieber eine App dafür verwendest, kann ich dir Grid Diary empfehlen, auf dem Blog von Lars Bobach findest du eine gute Anleitung dazu. Toll finde ich hierbei, dass du nicht ins Blaue hineinschreibst, sondern dir immer die gleichen Fragen stellst (stellen lässt). Dadurch kommst du erst gar nicht ins „Meckern“ ;-).

Auch ob du täglich oder wöchentlich dieses Buch zur Hand nimmst und es bearbeitest, bleibt dir völlig überlassen.

Tipp: wie auch immer du dich entscheidest, setz‘ dir einen Termin oder eine Erinnerung, bis es dir in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Darum solltest du „ES“ machen

Das Zauberwort ist für mich „Ressourcen-Orientierung“. Wie oft stehst du vor einer Situation, wo du dich fragst, wie um alles in der Welt du da wieder rauskommen sollst. Wie oft werden die Zweifel an dem was du tust größer als deine Ziele? Wie oft zieht dich ein kleiner Rückschlag hinunter?

Es ist immer wieder spannend, wenn mir Coachees sagen, dass sie bisher „nichts Erwähnenswertes“ in ihrem Leben (in der letzten Woche, im letzten Monat, …) geschafft haben. D.h. gleichzeitig auch, dass sie davon überzeugt sind, keine „Quellen“ zu haben, die sie anzapfen können. Und das stimmt einfach nicht!

Jede(r) hat Ressourcen, das Erinnern daran fällt nur oft schwer – und dabei hilft dir dein Erfolgstagebuch.

Und noch ein kleiner Tipp von mir

Ich hatte früher eine „Codierung“ in meinem Erfolgstagebuch. (Heute arbeite ich mit der oben empfohlenen App). Diese Codes schrieb ich jeweils groß und fett neben den jeweiligen Eintrag.

„B“ für Business
„F“ für Fitness, Gesundheit
„PE“ für Persönliche Entwicklung
„I“ für Inspiration,
etc.

Wenn einer meiner Inneren Kritiker auftauchte, nehmen wir z.B. an in Sachen Business, dann nahm ich mein Erfolgstagebuch zur Hand und las mir einige der „B“-Einträge durch – das beflügelte mich und besänftigte den Inneren Kritiker.

Dann sieht er gleich, dass er falsch gewickelt ist 😉

Wie sieht’s bei dir aus? Führst du schon ein Erfolgstagebuch?

P.S. Und bleib‘ neugierig!

P.P.S. Dieser Artikel wurde ursprünglich im Jänner 2014 veröffentlicht und nun liebevoll entstaubt …


Keine Zeit für Social Media Planung?

Online-Training zu CoSchedule

26. Jänner 2017, 11:00 Uhr

Templates, Platzhalter und der richtige Workflow

 

15 Kommentare

  1. Hallo Claudia,
    guter Artikel. Für mich reicht es schon, mir jeden Abend in Gedanken aufzuzählen, was ich Positives erlebt habe und da sind dann auch Erfolgserlebnisse mit dabei, dass ich z. B. ein Problem am Computer gelöst habe.
    Viele Grüße
    Claudia

  2. Liebe Claudia,

    toller Artkel für den Start in den Tag! Danke!

    Ich finde es ganz nützlich sich anzuschauen, wie ist meine Definition von Erfolg und wie ist diese
    entstanden?
    Ist es wirklich meine?
    Wie wird diese von äusseren Einflüssen bestimmt, wie beispielsweise beschränken auf Businiss-Themen.

    Ich finde es nützlich dem Blick auf die Rubrik Erfolg auf die ganze Lebenswelt auszuweiten, sowie Du es mit Deiner Codierung beschrieben hast.
    Auch Dinge von denen man glaubt sie sei banal, dürfen ein persönlicher Erfolg sein, wie

    Erfolg ist eine kostengünstige Wohnung in einer Metropole gefunden zu haben.
    Erfolg ist eine lange rausgezögertes Gespräch geführt zu haben.
    Erfolg ist, sich zweimal in der Woche bewegt zu haben – Treppe statt Aufzug
    Erfolg ist, die Ablage erledigt zu haben.
    Erfolg ist, aus schiefgelaufenen Verhandlungen etwas gelernt zu haben.
    Erfolg ist, gelassen geblieben zu sein, statt gleich in einer persönlichen Reizsituation zu explodieren
    …..
    Ausschau halten nach den kleinen Erfolgen des Alltages macht Freude und es gibt viel zu entdecken!
    Und auch zu spüren, wie fühlt sich der Erfolg für mich an! Vielleicht fühle ich mich beweglicher oder wacher….

    Ich wünsche allen eine Erfolgs-Entdecker-Woche!

    Liebe Grüsse
    Jutta

    • Hallo Jutta!

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar!

      Du sprichst mit dem „wie fühlt sich Erfolg für mich an?“ einen total wichtigen Punkt an, was Selbstmotivation angeht. Wenn ich weiß, wie superwahnsinnigtoll sich das anfühlt, dann will ich das öfter – und das motoviert (mich zumindest ;-)).

      Sonnige Grüße,
      Claudia

  3. Sehr schöner Artikel! Bei Untersuchungen kommt ja schließlich immer wieder heraus, dass die meisten erfolgreichen Menschen Tagebuch schreiben!

    Ich finde, es lohnt sich generell, mit Varianten des Tagebuchs zu experimentieren. Eine Zeit lang habe ich das Tagebuch beispielswese unter dem Gesichtspunkt „Was habe ich heute gelernt“ geschrieben. Dadurch muss ich mich fokussieren (regt Selbstexploration an!) und es ist natürlich auch wieder positiv-ressourcenorientiert!

    • Vielen Dank, Nils! Deinen Blog habe ich erst vor kurzem gefunden und abonniert!
      Das, was du mit „unter dem Gesichtspunkt“ geschrieben hast, ist exakt das, was ich als „Ziel setzen“ beim Erfolgstagebuch gemeint habe, danke für das Beispiel!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  4. Hallo liebe Claudia,
    ein sehr feiner Artikel, der meine Synapsen gut durchgelüftet hat. Denn bei Lesen des Stichworts „Erfolgstagebuch“ klappte vor meinem inneren Auge zunächst automatisch ein „alles, bloß das nicht“-Schild herunter. Dann las ich und wurde immer wacher und immer interessierter und immer neugieriger, es auch einmal wieder mit einem Erfolgstagebuch zu probieren. Und dank Deiner „Anleitung“ könnte diesmal sogar etwas richtig Spannendes daraus werden.
    Danke + herzliche Grüße,
    Annette

  5. Pingback: Anderswo im Netz gefunden | Coach101

  6. Pingback: Der Wochenrückblick - garantiert entspannt ins Wochenende! › Abenteuer Home-Office

  7. Liebe Claudia,

    ich schreibe schon seit einigen Jahren ein Kommunikations-Tagebuch und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Darin notiere ich mir, wann meine Kommunikation funktioniert hat und wann nicht.
    Interessant immer dann, wenn ich Jahre später einmal zurückblättere und die Situation aus heutiger Sicht Revue passieren lasse.

    Vielen Dank für deinen Beitrag und die Anregungen

    BG

    Jörg

    • Hallo, Jörg!

      Vielen Dank für deinen Kommentar! Finde ich sehr spannend, dass du das Tagebuch auf ein bestimmtes Fokus-Thema ausrichtest. Das macht es sicher sehr aufschlussreich, es später wieder zur Hand zu nehmen!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  8. Pingback: Künstlertagebuch: Warum es sich lohnt, eines zu führen | fraeulein artista

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare abonnieren?