Featured, Online-Business
Kommentare 16

Fixkosten im Online-Business – dein Freund und Helfer!

Fixkosten im Blick

Lange Zeit habe ich nur mit zugekniffenen Augen und halb abgewendeten Kopf auf meine Zahlen im Business geblinzelt … Nicht unbedingt, weil sie so fürchterlich schlecht waren oder ich sogar in die roten Zahlen gerutscht bin. Einfach aus der Überzeugung heraus, dass ich kein Zahlenmensch bin.

Apropos hinderliche Überzeugungen, da passt auch der Artikel „Negative Überzeugungen – beweise dir das Gegenteil!“ dazu, vielleicht hüpfst du kurz dort hin und liest dann hier weiter?

Inzwischen hat sich das geändert. Genauer gesagt, ich wollte es ändern! Denn immer wenn ich vor der Frage stand „Kann (oder will) ich mir diesen Service / dieses Seminar / diese Reise / diese Dienstleistung leisten?“ konnte ich es nicht so genau sagen.

Seitdem sind meine Zahlen auch meine Freunde, die mir eine ganz klare Antwort geben können, wenn ich mir eine Investition überlege. Sie sind nicht die einzigen Kriterien. Oft geht es auch um den Fun-Faktor, die Übersichtlichkeit oder auch einfach die Bequemlichkeit. Aber eben auch um die Zahlen.

Zeit oder Geld?

Wenn du dein Business startest hast du vielleicht zwei Faktoren, die dazu führen, dass du dich eher für Zeit als für Geld entscheidest: Weniger Kunden und Aufträge, daher noch mehr Zeit, die du in die händische Abwicklung deines Business stecken kannst. Daher auch weniger Umsatz, den du nicht gleich wieder in Fixkosten umwandeln möchtest.

Allerdings kommt irgendwann der Punkt, an dem du viele deiner Aufgaben nicht mehr verlässlich abarbeiten kannst, weil eben die Zeit weniger wird.

Ich kann mich z.B. noch gut daran erinnern, wie lange ich gebraucht habe, um mit meinem ersten Newsletter-System (das auch noch lokal am Rechner gelaufen ist) einen Newsletter rauszuschicken. Das waren locker 4 – 5 Stunden! Abgesehen davon, dass es so fehleranfällig war, dass es mir einmal sogar passiert ist, dass ich auch all jene Kontakte angeschrieben habe, die sich bereits abgemeldet hatten. Das Resultat war, dass mir ein Kontakt sogar mit dem Anwalt gedroht hat.

Das hat mich damals so geschockt, dass ich noch in der selben Woche auf Mailchimp umgestiegen bin, damit mir das ja nicht mehr passiert. Inzwischen arbeite ich mit ActiveCampaign und einen Newsletter rauszuschicken kostet mich selten mehr als 1,5 Stunden. Allerdings auch, weil ich meinen Workflow so angepasst habe, dass ich die Inhalte dafür nicht lange zusammensuchen muss.

Alles auf günstig?

Ein anderes Beispiel: Im September bin ich mit meinem Podcast gestartet und die Frage stand im Raum: Alles auf günstig? Es ist ja immerhin ein kostenloses Angebot, das ich damit meinen LeserInnen und HörerInnen zur Verfügung stelle – darf es dann so viel kosten?

Oft weißt du nicht sofort, ob eine Investition in einen Service irgendwann auch Umsatz bringt – da hilft nur, zu beobachten und deine Kontakte, die zu Kunden werden zu fragen, welches deiner kostenlosen Angebote dazu geführt hat, dass sie dich oder eines deiner kostenpflichtigen Angebote gebucht haben.

DAS war ein absolutes Aha-Erlebnis 2016 für mich: Einige meiner letzten Kunden, die in die 1:1-Beratung gekommen sind gaben an, dass der Podcast den Ausschlag dazu gegeben hat.

Daher: Jeder Euro und jede Stunde, die ich in dieses Projekt investiere, ist auf jeden Fall gut investiert!

Oft ist es nicht so einfach, einer Investition direkt einen Gewinn zuzuschreiben. Mit ein Grund, sowohl deinen Umsatz, als auch deine Fixkosten im Auge zu behalten! Wenn du diese beiden Zahlen ins Verhältnis zueinander bringst, hast du eine gute Entscheidungs-Grundlage fürs nächste Jahr!

Sehr transparent hat übrigens Christina Emmer in ihrem Artikel „Was kostet es, ein Online-Business aufzubauen“ ihre Zahlen veröffentlicht. Ich habe sie mit meinen verglichen – inzwischen sind es mehr, weil ich mich eben öfter für Geld und gegen Zeit entschieden habe …

 

Der nächste Schritt

Betriebswirte mögen jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – sorry für die Aufregung ;-). Aber ich hatte bis heute noch nie ein Budget zusammengestellt. Und das ist für mich der nächste Schritt. Ich möchte mir im nächsten Jahr für verschiedene Bereiche Budgets zuweisen – und mich möglichst auch daran halten.

Als ersten Schritt habe ich mir eine kleine Investition „geleistet“, nämlich den Finanzplaner von Eva Ramuschkat, der Finanzista. Sie hat mir auch ein Exemplar (vielleicht für dich?) zur Verfügung gestellt – und somit gibt es im Goodbye 2016 nicht 18, sondern sogar 19 Gewinne!

P.S. Und bleib‘ neugierig!


 

Keine Zeit – und nie fertig?

Da hilft mein Audio-Kurs inklusive meiner besten Checklisten


 

16 Kommentare

    • Hi Claudia!

      Hut ab – so ein lästiger PC kann die Motivation ziemlich zerbröseln … toll, dass du dranbleibst! Und ich finde es extrem spannend, ein paar Business-Zahlen aus der Schweiz zu lesen!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  1. Hallo Claudia,
    Danke für die Vorlagen. In ähnlicher Form liste ich meine Ausgaben und Einnahmen auf. Die Fixkosten habe ich dabei noch nicht im Fokus gehabt. Wenn ich die Liste regelmäßig führe (Plan A ist am Wochenende) habe ich einen schnellen Blick auf meinen Umsatz und kann so Entscheidungen für meine „Marketing-Abteilung“ treffen.
    Solange Plan A funktioniert ist alles gut. Schlecht ist, wenn etwas dazuwischen kommt und die Buchhalung länger als 3 Wochen liegenbleibt. Dann wieder den Anlauf zu schaffen und diesen GAANZEN BERG von Belegen zu sortieren, abzulegen und zu buchen – das ist echt jedesmal ein riesen Kampf mit dem“Schweinehund“, der auf dem Berg liegt und die Zähne fletscht. Ehrlich: Er hat oft gute Argumente am Wochenende etwas anderes zu unternehmen als Zettel zu sortieren:)
    Es spricht bei mir persönlich also ALLES dafür, die eher ungeliebten Handlungen in routinemäßig abzuarbeiten.
    Lieben Gruß und ein schönes Adventwochenende aus Schleswig Holstein
    Claudia

    • Hallo Claudia!

      Gerade bei solchen ungeliebten Aufgaben ist Routine wichtig – wenn du erst einmal darüber nachdenkst, ob du das jetzt machen sollst, oder nicht, ist es meistens schon vorbei ;-). Wenn es sich eine Woche nicht ausgeht, die Buchhaltungs-Routine vollständig zu machen, dann sortiere z.B. wenigstens die Belege – dann wird der Berg nicht so groß …

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Liebe Claudia,
    wenigstens einen Artikel wollte ich in diesem Jahr noch schaffen – der Jahresrückblick und Ausblick muss wohl noch etwas warten 😉

    Ich habe das Thema wieder sehr weitläufig ausgelegt 😉 und ein paar Zahlen zu WordPress zusammengetragen. So passt der Artikel auch gut zu meinem Blog und meinem neu erstellten Redaktionsplan – in Trello 😀

    https://irenewolk.de/warum-ich-wordpress-liebe/

    Liebe Grüße
    Irene

    • Hallo Irene!

      Vielen Dank für diesen Artikel! Das ist wunderbar, wie du das Thema „Zahlen“ aufgegriffen hast! Und ich liebe WordPress auch ;-).

      Sonnige Grüße,
      Claudia

    • Liebe Valerie,

      ich find’s sehr mutig von dir, dass du auf deine Zahlen für dein Hobby geschaut hast! Aber bitte jetzt nicht aufhören ;-).

      Liebe Grüße,
      Claudia

  3. Liebe Claudia,

    eine super Idee, Geld und Zeit in einen Zusammenhang zu bringen. Wie oft vergessen wir, des schnöden Mammons willen, den Wert unserer eigenen Lebenszeit.Vielen Dank, dass Du mich daran erinnert und sensibilisiert hast! Hier meine Gedanken mit Foto(!) dazu: http://diecoachin.com/blog/
    Liebe Grüße aus einem verschneiten Nürnberg
    Mona

    • Liebe Maike,

      DAS ist ja einmal super quergedacht, vielen Dank für diesen Impuls! Gefällt mir extrem gut, eine tolle Währung, die ihr da eingeführt habt 🙂

      Liebe Grüße,
      Claudia

  4. Pingback: Zahlst du zu viel für deine Tools? › Abenteuer Home-Office

  5. Pingback: Meine ersten Schritte in Richtung delegieren › Abenteuer Home-Office

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentare abonnieren?