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Das Zweitbüro – Abenteuer Coworking Space

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Nicht immer und nicht für jeden ist das Home-Office der richtige Arbeitsplatz. Du erinnerst dich vielleicht an meine große Umfrage und die Ergebnisse daraus? Wenn du dich in deinem Home-Office nicht wohlfühlst, kann dir dieser Erfahrungsbericht von Ulrike Gamsjäger vielleicht ein Anstoß sein, dich zumindest zeitweise umzuorientieren …

Ulrike beschreibt, wieso sie sich für einen Coworking Space entschieden hat. Und wenn ich mir DIE Aussicht ansehe, komme sogar ich ins Wanken 😉

Viel Spaß und gute Erkenntnisse beim Lesen!


 

Der Traum vom selbständig arbeiten

Schon während meinem Studiums habe ich den Ausstieg aus dem Angestellten-Leben geplant.

Präventiv.

Mein erster Vollzeitjob bei einem Internetprovider – nach dem Jobben während des Studiums – war sehr erfüllend und auch fordernd, nur nach zweieinhalb Jahren habe ich mir dann doch den Traum vom selbständig Arbeiten erfüllt. Korrekt genommen war ich anfangs Freelancer auf Werkvertragsbasis und nicht Unternehmerin.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre sollte ich dann die Basics zur betriebswirtschaftlichen Grundlagen und einiges mehr „on-the-fly“ erlernen, und in unterschiedlichen Geschäftsfeldern wie Grafik- und Webdesign, interkulturelle Kommunikation, im Verlagswesen, Handel oder im universitärem Umfeld arbeiten.

Je vielfältiger und unterschiedlicher das Aufgabengebiet, desto größer war mein Enthusiasmus.

Nach zehn Jahren verschiedenster Projekte sehnte ich mich aber nach mehr Beständigkeit und vor allem nach einem Kollegenkreis mit Teamgeist und Zusammenhalt, wo man durchs gemeinsame Arbeiten mehr erreicht als allein. Das war mein Plan…

Die Kaugummi-Phase

Nach dreieinhalb Jahren Interims-Vollzeit-Angestelltendaseins – ich nenne es auch gern die Kaugummiphase des Arbeitslebens – bin ich ins Einzelunternehmertum zurückgekehrt.

Kaugummiphase deswegen, weil sich mein ganzes Arbeitsleben langsam gezogen hat und immer geschmackloser wurde. Mir war unendlich langweilig, meine Produktivität und Kreativität hat im Laufe der dreieinhalb Jahre seinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Zum Schuss bin ich dann nur mehr wie ein abgelutschter Kaugummi am Asphalt geklebt.

EPU Phase 2.0

Ich habe mich vom Asphalt gekratzt und gekündigt. Diese Veränderung war schon sehr überfällig und deswegen auch gut geplant. Ich wusste, dass es neben der Selbstbestimmtheit und der Freude des Unternehmertums auch einige Schattenseiten gibt.

An den einzigen für mich wirklich gravierenden Nachteil wollte ich diesmal anders herangehen: Die Gefahr, dass man vorm Rechner im Homeoffice vereinsamt. Man lebt ja in einem anderen Rhythmus als Angestellte, Wochenende ist nicht automatisch Freizeit und sozialer Austausch, und Projektpartner zum gemeinsamen Arbeiten nicht gleich im Nachbarbüro.

Neben einem besseren Zeit- und Selbstmanagement wollte ich diesmal auch im Außen etwas verändern:

Coworking Space schien die Lösung all meiner Probleme zu sein, ein Einzelbüro kam natürlich nicht in Frage, damit würde ich ja wieder alleine sitzen.

Was ist Coworking Space?

Coworking ist das „Zusammenwürfeln“ von Unternehmern (Freiberufler, EPUs *), digitale Nomaden, aber auch größere Unternehmen) in gemeinsamen Räumen. Coworking Büros stellen gegen Bezahlung Räume, Geräte wie Drucker, Gemeinschaftsküchen und fallweise auch verschiedene Dienstleistungen und Community-Events wie Networking und Fortbildung zur Verfügung.

Ja, und das Wichtigste: Coworking macht Spaß, denn man arbeitet in der Gemeinschaft und nicht allein, findet Gleichgesinnte, arbeitet an gemeinsamen Projekten, plaudert in Arbeitspausen in der Küche oder auf der Terrasse, der Ideenaustausch fördert die Kreativität und schafft Inspiration.

Längst nutzen nicht nur Kreative, Blogger, Start-Ups und digitale Nomaden die flexible Art des Arbeitens, sondern zunehmend auch Projektteams und kleinere und größere Firmen.

Die Lösungen

Vor allem in Großstädten gibt es viel Auswahl für angehende Co-Worker, bei meiner Recherche in Wien wurde ich mit einer großen Vielfalt konfrontiert: die Bandbreite reicht von hippen Altbau-Lofts mit ausgezeichneter technischer Ausstattung und großzügen Freiflächen mit Blick über Wien über modern eingerichtete Multifunktionsräume mit offener Küche, Chillout-Area und Eventräumen bis hin zu globalen Unternehmensketten mit individuellen Arbeitsplatzlösungen vom Einzelunternehmer bis zum Großunternehmen.

Die Büroräume sind meist mit Internetanschluss, Möbel, Kaffeemaschine ausgestattet, zusätzliche Dienstleistungen wie Postservice oder das Zumieten von Konferenzräumen ist gegen Aufpreis zubuchbar. Viele Anbieter locken mit flexiblen Stunden-, Tages- oder Wochenangeboten oder fixen Monatspakete. In Wien werden je nach Ausstattung und Lage zwischen 50 und 450 Euro pro Monat verrechnet.

Die Wunschliste: flexible – top floor- fun!

Ich probiere sehr gerne Neues aus und ich bin „raum-sensitiv“, sprich neben dem sozialen Faktor beim Coworking kamen auch Anforderungen an den Raum: Abwechslungsreicher Arbeitsort mit schöner Aussicht und möglichst weit oben gelegenes Stockwerk sollte es sein, mit räumlichen Möglichkeiten zum Netzwerken aber auch in Ruhe arbeiten.

Gut und schnell erreichbar vom Home-Office aus, aber gleichzeitig zentral in der City gelegen war auch ein absolutes Muß und gleichzeitig etwas unrealistisch, denn mein Home-Office liegt beinahe am Stadtrand von Wien.

Zu guter Letzt sollte der neue Arbeitsplatz leistbar und flexibel, sprich auch tage- oder monatsweise nutzbar sein.

Vielfalt beim Publikum ist mir auch wichtig: in unterschiedlichen Branchen Kontakte knüpfen und mit EPUlern und Geschäftsführern von größeren Firmen einen Plausch mit Kaffee genießen.

„A Room with a view “ – Kaffee inklusive

Während meiner gründlichen Recherche habe ich mir viele Workspaces vor Ort angesehen und mich letztlich für eine internationales Unternehmen mit flexiblen Bürolösungen entschieden.

Warum? Weil es alle meine Punkte auf der Wunschliste erfüllt. Die Auswahl für individuelle Bedürfnisse ist wirklich groß: Es gibt Tagesbüros, Business Lounges, Meetingräume an jedem der Standorte in Wien. Mein absolutes Schmankerl: allein in Wien kann ich zwischen 17 Standorten wählen, weltweit gibt es 3000 Standorte, in denen man arbeiten kann – diese Aussicht alleine finde ich sehr inspirierend.

Das schafft Weite in meinem Kopf – weltweit arbeiten zu können. Die Weite spürt man aber auch durch den Ausblick durchs Fenster von vielen Business Lounges, die durchwegs in höheren Stockwerken angesiedelt sind. Für Treffen mit Kunden miete ich einen Raum in einem der zentral gelegenen Standorte, zum Arbeiten bin ich gerne in der Nähe des Stadtparks. Wenn mir mehr nach Weitblick beim Arbeiten und kurzer Anfahrt ist, wähle ich die Business Lounge im Milleniumtower.

Neben sehr zuvorkommendem Personal, das unter anderem auch Post, Catering und Büroorganisation übernimmt, haben sich innerhalb von drei Monaten einige Arbeits-Kooperationen und viele inspirierende, konstruktive, humorvolle Begegnungen ergeben.

Auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt: Kaffee und Tee ist in meinem Paket inklusive, in gemütlichen, stylischen Küchen kann man sich Mitgebrachtes zubereiten oder auch auf die nahegelegene Gastronomie ausweichen.

Checkliste für „Das perfekte Zweitbüro“

Um dir die Auswahl des Coworking Spaces zu erleichtern, hier die 4 wichtigsten Kriterien bei der Wahl:

  • Erreichbarkeit
  • Ausstattung/Kosten
  • Ambiente/Coworker
  • Zusatzangebote: von Postservice bis Essen & Trinken

9 Fragen für angehende Co-Worker:

  • Einzelbüro, shared workspace oder gleich gemeinsam mit Kollegen ein Büro anmieten?
  • Flexibel oder All-inklusive mit fixem Platz und Rund-um-die-Uhr-Zugang?
  • Ausstattung/Preis: Was ist im Preis inkludiert? Arbeitsplatz, Tisch & Sessel, WLAN, eventuell Küche (Mikrowelle oder Herd?)
  • Technisches Equipment vor Ort: Gibt es WLAN, Beamer, Präsentationsräume mit TV für mehrere Leute?
  • Gibt es Freiflächen (Terrasse, Garten, Park in der Nähe…)?
  • Gibt es Networking Veranstaltungen und kann man Events veranstalten
  • Welche Firmen sind Mieter und eignen sich für Netzwerkmöglichkeiten oder Kooperationen?
  • Wo mehrere Menschen arbeiten, entstehen Geräusche. Wie reagiere ich auf eine Geräuschkulisse, lasse ich mich schnell davon ablenken?
    Sind Kopfhörer oder Ohrstöpsel für die Konzentration förderlich? Ich liebe es zum Beispiel beim Schreiben, wenn Menschen plaudern. Bei anderen Arbeiten brauche ich Ruhe und stöpsle die Umgebungsgeräusche lieber weg.

Und zuletzt noch ein Tipp

Gratis-Schnuppertage: Teste deinen neuen Arbeitsplatz, bevor du ein Abo über mehrere Monate oder Jahre abschließt – Angebote dazu gibts bei allen Spaces!

Wenn du mehr zu meinem neuen Arbeitsplatz (oder besser zu meinen Arbeitsplätzen!) wissen möchtest, schreib‘ mich einfach an und wir trinken gemeinsam einen Kaffee mit Ausblick auf Wien?

Übrigens: Meinen offiziellen Firmensitz inklusive Firmenschild werde ich demnächst in den Coworking Space meiner Wahl verlegen. Statt meiner unspektakulären Homeoffice-Adresse, wird dort stehen: Das Werbeselfie, 1010 Wien.

*) EPU = Ein-Personen-Unternehmen

Zur Autorin Ulrike L. Gamsjäger MA

Mediendesignerin, Crossmedia Storyteller und Inhaberin von „Das Werbeselfie„.

Lass‘ mich deine Erfolgsgeschichten erzählen!

Als Kurzfilmportrait oder Schulungsfilm, PR-Text, SocialMedia oder Branding Story!

 

 

P.S. Und bleib‘ neugierig!


 

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