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Richtig recherchieren für deinen Blog

richtig recherchieren

Richtig recherchieren – geht das überhaupt?

Was machst du, wenn du etwas „richtig“ machen möchtest?

Natürlich – du gehst auf die Suche nach Anleitungen. Bei Menschen, die bereits das geschafft haben, was du gerne erreichen möchtest. Und versteh‘ mich nicht falsch, das ist der völlig natürliche Weg, den ich selbstverständlich auch gegangen bin.

Um „richtig“ zu bloggen bin ich damals also auf die Suche gegangen und habe viele Anleitungen gefunden, die sich in etwa geglichen haben. Dort wurde empfohlen, viiiiiel Zeit in die Recherche für einen Blogbeitrag zu stecken. Von mindestens 10 Stunden Gesamt-Dauer für das Erstellen eines Artikels war die Rede.

Puh … 10 Stunden pro Artikel … davon mindestens die Hälfte in die Recherche stecken. Das war meine Vorgabe. Und ich hab’s wirklich ausprobiert. Aber so unter uns: Ich bin 20 Stunden die Woche angestellt, 10 Stunden für einen Blogartikel – das wird knapp mit all den anderen Dingen, die an so einem Business hängen.

Mein gespaltenes Verhältnis zum Recherchieren

Aber es war nicht nur der Zeitaufwand, der mich sehr bald tief frustriert hatte. Denn: Es war schon alles geschrieben!

Ich hatte mein Thema „Selbstmanagement im Home-Office“ erst vor kurzem gefunden und schon fast wieder verloren. Egal, welche Artikel-Idee ich verfolgen wollte, die Recherche führte mir brutal vor Augen, dass andere schneller waren. Und in meinen Augen natürlich auch sehr oft wesentlich besser als ich es jemals ausdrücken könnte.

Dieses „Phänomen“ habe ich übrigens auch in meinem letzten Live-Video aufgegriffen:

Ein Redaktionsplan ist nur die Visualisierung dessen, was du mit deinem Business erreichen möchtest. Diese 3 Faktoren sind dabei besonders wichtig …

03:10 Faktor 1: Du weißt, was dein Publikum mag
06:40 Recherche – ja oder nein?
08:50 Persönlichkeit – ja oder nein?
14:30 Faktor 2: Du weißt, wo’s hingeht
16:35 Faktor 3: Du kennst deine Termine!

Genau dieses Argument höre ich auch immer wieder in meinem Workshop „Powertag Redaktionsplan“ und in Diskussionen in Gruppen: „Was soll ich nur schreiben, ich weiß nichts Neues!„.

Und noch eine nicht zu unterschätzende „Gefahr“ beim Recherchieren: Besonders, wenn du noch nicht deine eigene Schreibstimme gefunden hast, drängen sich Sätze und Ausdrücke in deinen Kopf, die du bei der Recherche gelesen und für gut befunden hast. So stoppelst du dann Sätze anderer Autoren aneinander, ohne deinen eigenen Stil zu entwickeln.

Das heißt aber bitte nicht, dass du nicht andere Blogs oder Bücher lesen sollst! Nur bitte nicht mit dem Fokus auf Recherche, denn dann kann’s eben sehr leicht passieren, dass du in die beschriebenen Fallen tappst. Ich selbst verfolge regelmäßig an die 130 Blogs über meinen Feed-Reader und lese viele davon auch intensiv, höre eine Unmenge an Podcasts … aber nicht zu einem bestimmten Thema, wenn ich gerade darüber schreiben möchte.

Hier kannst sowohl den Artikel, als auch das Video anhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Bitte unterstütze mich dabei, den Podcast bekannter zu machen, indem du auf iTunes eine Rezension und/oder eine Bewertung hinterlässt! Hier zeige ich dir genau, wie’s geht.

iTunes Stitcher RSS-Feed

Wann ist Recherche notwendig – und wann nicht?

OK, das waren jetzt ein paar Fallstricke – aber natürlich gibt es durchaus Gründe, zu recherchieren. Das kommt sicher auch sehr auf dein Blog-Thema an.

Du brauchst Zahlen/Daten/Fakten

Wenn du gerne Statistiken, Infografiken oder Studien in deinen Themen einbaust, dann ist klar, dass du recherchieren musst. Auch wenn es ganz allgemein um wissenschaftliche oder auch technische Themen geht, denke ich, dass fundierte Verlinkungen nicht schaden.

Du willst selbst lernen – oder hast gerade gelernt

Immer dann, wenn du selbst gerade dabei bist (oder kürzlich warst), dich in einem Thema einzuarbeiten oder ein neues Tool kennenzulernen, ist es toll, wenn du die zum Lernen gesammelten Quellen auch gleich in deine Artikel einbaust. Dann hast du allerdings ja zum Zeitpunkt des Schreibens deine Linksammlung schon beisammen.

Du brauchst Vergleiche

Du kannst sicher vieles selbst ausprobieren – aber vielleicht nicht alles. Wenn du also Vergleiche anstellen oder einen Überblick über viele verschiedene Perspektiven anbieten möchtest (wie z.B. Birgit Schultz von Marketing-Zauber, als sie Social-Media-Planungs-Tools verglichen hat), kann es sinnvoll sein, andere Aspekte zu recherchieren.

Wenn das alles nicht zutrifft, gibt es für dich noch einen anderen Weg der Recherche:

Verschaffe dir einen Überblick über deine Inhalte

Besonders, wenn du bereits einiges an Inhalten auf deinem Blog (oder Podcast oder Youtube-Kanal …) hast, dann geh‘ ruhig in die Recherche – aber in deinen eigenen Artikeln und Veröffentlichungen!

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht – aber ich habe inzwischen 325 Artikel am Blog veröffentlicht und immer wieder kommt es vor, dass ich über einen stolpere und mir denke „Oh, da hab‘ ich schon drüber geschrieben? Cool – aber da fehlt noch ein Aspekt …“ oder „… das würde ich heute anders schreiben …“ oder „… das mach‘ ich heute aber ganz anders …“.

Natürlich sind da auch Artikel darunter, die nicht evergreen sind und die ich eigentlich löschen könnte. Aber die meisten davon geben Stoff für viele weiterführende, vertiefende Artikel/Videos/Podcasts – oder was es sonst noch so gibt.

Ich bin davon überzeugt, wenn du mit diesem „Recherche-Blick“ durch deinen Blog wanderst, dass du unter Garantie in jedem Artikel mindestens einen Bereich entdeckst, den du vertiefen könntest!

Ein Zusatznutzen dieser Recherche

Auf dieser Reise durch deine eigenen Artikel könntest du als Zusatznutzen auch gleich für sinnvolle Verlinkungen zwischen deinen Artikeln sorgen – aber das ist nur ein netter Nebeneffekt.

Tipps, um bei der Recherche Zeit zu sparen

Tracke wie lange du brauchst

Im Workshop „Powertag Redaktionsplan“ ist natürlich auch das Zeitmanagement ein wichtiger Teil. Denn was nützt die tollste Planung, wenn du keine Zeit hast, die Inhalte vorzubereiten und auszuarbeiten? Eine der Teilnehmerinnen hat mir nach dem letzten Workshop zurückgemeldet:

Auf meine Nachfrage, wie lange sie denn üblicherweise für einen Artikel geschrieben hat, war ihre Antwort, dass sie 1) nie so lange Artikel zusammenbekommen hat und 2) locker die doppelte Zeit gebraucht hat.

Und damit komme ich zum ersten Tipp: Tracke einmal mit, wie lange du für das Erstellen deiner Inhalte brauchst. Und zwar komplett mit allem Rundherum.

Wenn du das bei den nächsten 5 Artikeln machst, hast du dann einen guten Durchschnitt. Denn an manchen Tagen (und bei manchen Themen) fällt’s leichter als bei anderen …

Was du dann mit dieser Erkenntnis machst? Entweder es passt so für dich, oder du könntest dir die nächsten beiden Tipps zu Herzen nehmen:

Stell‘ dir einen Wecker

Wenn du recherchieren möchtest – dann tu‘ es! Denn was mein Zugang zu diesem Thema ist, muss nicht deiner sein! Aber wenn du recherchierst, dann stell‘ dir bitte einen Timer, damit du dich nicht darin verlierst. Und wenn er klingelt, dann bist du eben durch damit und verwendest das, was du bis dahin gefunden hast.

Bau‘ dir eine Bibliothek auf

Früher habe ich alle Fundstücke, egal ob ich sie für mich oder meine LeserInnen gebraucht habe, in Evernote geparkt (oder besser begraben) und gehofft, sie dann wieder zu finden.

Erst durch ein Interview mit Christine Konstantinidis für den Trello-Kurs und ihren darauf folgenden Beitrag zum Sprachen lernen bei mir, bin ich auf die Idee gestoßen, mir eine Bibliothek in Trello aufzubauen.

Denn meistens sind es immer die gleichen Blogs, die ich konsultiere, wenn ich Informationen brauche oder verlinken möchte – und die sind nun schön nach Thema in meiner Bibliothek aufgelistet. Wenn ich dann etwas suche, gehe ich direkt auf den Blog und suche dort nach den Inhalten.

Oder ich parke Links zu Artikeln, die mich zu eigenen Veröffentlichungen inspirieren direkt in meinem Redaktionsplan. So suche ich weniger – und brauche meist keine ausufernde Recherche.

Fazit

Wie auch im Video gesagt: Es ist zwar schon alles geschrieben und gesagt – aber DU hast das noch nicht getan!

Und das macht den Unterschied. Denn so wie du es sagst oder schreibst, hat es noch niemand getan! Wenn du also den Eindruck hast, dass dich Recherche nach neuen Themen eher verunsichert, dann besinne dich auf dich selbst, deine Erfahrungen und deine Persönlichkeit.

Du bist einzigartig!

Übrigens: ich habe ca. 1,5 Jahre gebraucht, bis ich mich endlich über das Thema Pomodoro getraut habe, denn dazu gibt es gefühlt 1.000 Artikel – und sowohl der Blogartikel als auch die Podcast-Episode sind äußerst beliebt …

P.S. Und bleib‘ neugierig!

 


 

10 Kommentare

  1. Ich bin Reisebloggerin. Ich verstehe Recherche ganz anders. Ich recherchiere nicht, um zu gucken, was andere geschrieben haben oder um ein Thema für einen Blog-Artikel zu finden.
    Wenn ich über eine Stadt, eine Sehenswürdigkeit schreibe, dann muss ich korrekte Zahlen und Fakten haben, die ich im Internet recherchiere. Manchmal finde ich dabei interessante Artikel zum gleichen Thema, die ich dann gerne verlinke und auch manchmal zitiere.
    Die Recherche zu meinen Artikeln finde ich sehr spannend und interessant. Dabei lerne ich so viel! Darauf möchte ich nicht verzichten.
    LG
    Ulrike

    • Hallo Ulrike!

      Vielen Dank für deine Ergänzung – das ist natürlich ein völlig anderes Feld, da verstehe ich sehr gut, dass dir die Recherche Spaß macht :-).

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Ich meine auch, dass man es mit der Recherche nicht übertreiben sollte. Zumindest habe ich dann oft das Gefühl, dass sich meine Fähigkeit, spontan was nettes zu schreiben, verliert.
    Und dann der Frust, wenn der stundenlang recherchierte Artikel nicht gelesen werden will!

    😉
    LG
    Sabienes

    • Hallo Sabienes!

      Vielen Dank für deinen Kommentar – du sprichst einen wichtigen Punkt an: nicht alles, von dem wir glauben, dass es für unsere LeserInnen spannend ist, wird auch als solches erkannt. Meine Erfahrung: versuche es in ein paar Wochen noch einmal mit so einem Artikel. Sprich, teile ihn dann noch einmal. Oft erlebe ich da durchaus Überraschungen!

      Liebe Grüße,
      Claudia

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