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7 Fragen für kraftvolle Projekt-Entscheidungen

Kraftvolle und schnelle Entscheidungen bei Projekten treffen

 

Sagt dir der Name „Esso“ noch etwas?

Dann gehörst du höchstwahrscheinlich zu meiner Generation und kennst auch den Werbe-Spruch

„Es gibt viel zu tun – Packen wir’s an!“

Falls dir das völlig neu ist: dieser Slogan wurde während der Ölkrise Anfang der 70er vom Ölriesen Esso geprägt – und er kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich mit meinen Kunden zusammenarbeite.

Denn als Selbständige(r) kennst du das: es ist immer etwas zu tun. Ich kenne niemanden der selbständig ist und das Problem der Langeweile hat, denn es gibt immer Projekte, die man angehen könnte, Ideen, die auf die Umsetzung warten und 1.000 andere Kleinigkeiten.

Kraftvolle und schnelle Entscheidungen

Vielleicht bist du gerade in der Situation, dass sich deine Sichtbarkeit erhöht, Kunden und Kooperationspartner auf dich aufmerksam werden und mit Projekten auf dich zukommen? Dann stehst du vor der Frage: Was gehe ich denn jetzt als erstes an? Was davon ist am zielführendsten und bringt mich weiter?

Aber auch als BloggerIn hast du höchstwahrscheinlich eine lange Blog-Optimierungs-Liste. So viele Plugins auszuprobieren, Kurse durchzuarbeiten, Artikel zu lesen und Inhalte umzusetzen.

Jetzt könnte also der Zeitpunkt für eine kraftvolle und schnelle Entscheidung für oder gegen Projekte gekommen sein.

Meine Entscheidungs-Matrix

Mit meinen Klienten arbeite ich in solchen Fällen sehr gerne eine Entscheidungs-Matrix aus um zu visualisieren, auf welches Projekt sie sich zuerst konzentrieren sollten. Dabei werden gerne auch Entscheidungen gegen Projekte getroffen, denn auch das muss sein, um sich nicht zu verzetteln.

Du weißt nicht, welches Projekt du starten sollst?

Dann hol' dir die Entscheidungs-Matrix:

Widerstehe bitte der Versuchung, in dieser Matrix lang und ausführlich zu beschreiben, was zu den jeweiligen Fragen gehört. Wenn du deine Gedanken dazu schriftlich festhalten möchtest (was absolut zu empfehlen ist!), dann mach‘ das in einem anderen Dokument.

Am plakativsten sind Symbole. Das können Smileys wie in meiner Vorlage sein, oder du deutest mit Pfeilen an, wie die Tendenz pro Frage aussieht. Immer gerne bunt, je nachdem, ob die Frage für oder gegen ein Projekt spricht.

Damit triffst du dann nämlich auch auf einen Blick die schnellste Entscheidung. Und darum geht es ja auch, denn einer der großen Zeitfresser ist das lange hin und her überlegen und wanken zwischen Projekten.

Ein Beispiel

Gehen wir das mit einem Beispiel an. Nimm an, du hättest 3 Projekte in Aussicht – und nicht die Zeit, um alle gleichzeitig und sofort umzusetzen. Eine Reihung und Priorisierung muss also her:

  • Projekt 1: Gastartikel schreiben.
  • Projekt 2: Du wurdest als Vortragende für einen Abend eingeladen.
  • Projekt 3: Du möchtest ein neues kostenloses Angebot, z.B. ein eBook, für deine Kunden entwickeln.

Frage 1: Deine Erwartungen und Ziele

Du kennst natürlich deine Hauptziele, die du in deinem Unternehmen verfolgst. Das ist Voraussetzung. Aber je nach Projekt sollten sie für dich ebenso klar sein.

  • Möchtest du deine Sichtbarkeit erhöhen,
  • brauchst du Newsletter-Anmeldungen,
  • arbeitest du regional vor Ort oder eher online?
  • Sind die involvierten Kooperationspartner für dich und deine Zielgruppe hilfreich?

Setze die Smileys nach dem Gesichtspunkt: Spricht für dieses Projekt (grün), spricht ziemlich für dieses Projekt (gelb) und rot, wenn das Projekt dein Ziel eher nicht unterstützt.

Frage 2: Wo stehst du jetzt schon?

Ich liebe Herausforderungen. Sowohl technische als auch persönliche.

Du auch?

Das verleitet natürlich dazu, dir die schwersten Brocken herauszusuchen und positiv zu bewerten. Trotzdem. Das ist ja nicht das einzige Entscheidungskriterium.

Also sei realistisch und stelle einfach fest, an welchem Punkt du dich jetzt gerade befindest.

Hast du z.B. noch nie vor Publikum gesprochen und dein Herz schlägt beim Gedanken an einen Vortrag höher, dann setze ein rotes Smiley – auch wenn es dich reizt. Wenn du noch keine Idee hast, wie ein eBook technisch umzusetzen ist, dann stehst du in diesem Projekt ganz am Anfang. Rotes Smiley also.

Das ist (noch) keine Entscheidung dagegen!

Frage 3: Spaß-Faktor

Je nachdem, ob Spaß und Freude an deinem Tun zu deinen Grundwerten gehört, setze die grünen Smileys dort, wo dein Herz am höchsten hüpft.

Was könnte dir jetzt jede Menge Spaß bringen?

Das ist natürlich eine sehr subjektive Bewertung, gehört aber für mich persönlich z.B. zu den ganz großen Motivatoren, ein Projekt auch zu Ende zu bringen. Was nützt dir der größte „Gewinn“ dabei, wenn du dich durch ein längerfristiges Projekt durchquälst, jeder Gedanke daran deine Stimmung in den Keller sinken lässt. Gar nichts!

Also grüne Smileys dort hin, wo der Spaßfaktor hoch ist. Das könnten natürlich auch alle drei Projekte sein.

Frage 4: Hürden/Schwierigkeit

Diese Frage hängt nicht unbedingt mit der zweiten Frage, in der es darum ging, wo du jetzt schon stehst, zusammen. Denn selbst wenn du ganz am Anfang stehst, könnte es zwar Hürden und Schwierigkeiten geben, die müssen sich für dich aber nicht unbedingt schwer und unüberwindbar anfühlen.

Es geht hier also nicht um die Anzahl der Hürden sondern darum, wie du sie subjektiv einschätzt.

Wenn sie dir also nicht unbedingt den Angstschweiß auf die Stirn treiben, dann nimm ruhig das grüne Smiley, das für dieses Projekt spricht!

Du weißt nicht, welches Projekt du starten sollst?

Dann hol' dir die Entscheidungs-Matrix:

Frage 5: Umfang

Von welcher Projektdauer gehst du jeweils aus?

Diese Frage hängt auch mit der ersten zusammen. Geht es bei dem Projekt eher um ein langfristiges Ziel? Unterstützt es deine Unternehmensziele? Dann wirst du es trotz langer Umsetzungsdauer vielleicht trotzdem positiv bewerten.

Geht es allerdings um ein kurzfristiges Ziel und das Projekt verschlingt viel Zeit – dann wäre ein rotes Smiley angebracht.

Frage 6: Schneller Effekt

Diese Frage ist sozusagen der Joker.

Denn langfristige Ziele zu verfolgen ist zwar sinnvoll, oft steigt die Motivation für ein Projekt aber dadurch, dass du damit einen schnellen Effekt erzielen kannst.

In unseren Beispiel-Projekten gesprochen: Langfristig möchtest du dich vielleicht mit Präsenz-Seminaren vor Ort etablieren (langfristiges Ziel), der Vortrag wäre genau zwei Wochen vor deinem nächsten Seminar und du könntest dadurch schnell Interessenten für diesen Termin gewinnen.

Ein schneller und unmittelbarer Effekt, der motiviert und ein grünes Smiley verdient!

Frage 7: Ressourcen

Bei der Frage nach deinen Ressourcen geht es um zwei Seiten.

Erstens darum, ob du im Realisierungs-Zeitraum überhaupt genügend Zeitressourcen hast oder freimachen kannst. Wenn du deinen Redaktionsplan oder deinen Terminkalender anschaust und darin keine freien Lücken entdeckst bedeutet das, dass du vielleicht ungeheure Anstrengungen unternehmen müsstest, um das Projekt durchzuführen. Rotes Smiley?

Die andere Seite der Ressourcen ist aber auch: Kennst du jemanden, der dich dabei unterstützen kann? Entweder durch Wissen und Erfahrung oder aber auch handfest, indem du Teile delegieren bzw. zukaufen kannst?

Wenn du gut beschäftigst bist ist das übrigens oft auch eine Entscheidung: Nimmst du Zeit oder Geld in die Hand um dort hin zu kommen, wo du hin möchtest!

Auflösung für Maximiliane

Ich habe die Smileys unter folgenden Voraussetzungen meiner „Beispiel-Selbständigen“, ich nenne sie Maximiliane (weil ich niemanden mit diesem Namen kenne 😉 ) gesetzt:

  • Sie arbeitet hauptsächlich online,
  • hat wenig Erfahrung mit Vorträgen,
  • noch nie ein eBook geschrieben,
  • kennt aber jemanden, der das schon gemacht hat,
  • der Gastartikel würde auf einem nicht relevanten Blog erscheinen.

Dann könnte die Entscheidungsmatrix so aussehen:

schnelle-entscheidungen-projekt

 

  • Maximiliane entscheidet sich dafür, sich sofort mit dem Thema eBook auseinanderzusetzen und
  • einen Plan aufzustellen.
  • Wenn der Plan steht und sie genau weiß, was wann zu tun ist und wer sie wie unterstützen wird,
  • schreibt sie den Gastartikel.
  • Den Vortrag hat sie dankend abgelehnt.

Kannst du diese Projektentscheidung nachvollziehen?

Wie hätte die Matrix bei dir ausgesehen?

Du weißt nicht, welches Projekt du starten sollst?

Dann hol' dir die Entscheidungs-Matrix:

Ich freue mich, wenn du es ausprobierst und mir dann im Kommentar oder in einem Mail schreibst, zu welcher Entscheidung du gekommen bist!

Mit diesem Artikel beteilige ich mich  an der Blogparade von Diana Grabowski – danke Diana für diese Idee – ich lese mich immer noch durch die großartigen Beiträge, die bereits dafür entstanden sind!

Viel Spaß dabei und – bleib‘ neugierig!


14 Kommentare

  1. Meine Matrix hätte so ausgesehen:
    1. Vortrag halten: JA ! JA! JA! Sofort, wann und wo? Ich liebe es, Vorträge zu halten.
    2. Dann E-Book
    3. Gastartikel: da Du schreibst, der Blog ist nicht so relevant, würde ich zuerst das E-Book machen, da ich an das E-Book ja Erwartungen habe. und das E-Book dann via Gastartikel einbinden und vorstellen.

    Also recht easy in diesem Fall 😉
    liebe Grüße Riccarda

    • Liebe Riccarda,

      toll, wenn das so eindeutig ist 😉 Ich sehe auf deiner HP, dass du auch Vortrag@Home anbietest – geniale Idee! Da du anscheinend mit Vor-Ort-Kundschaft Umsatz generierst, passt das – soweit ich das sehen kann – auch mit deinen Unternehmenszielen zusammen, oder?

      Liebe Grüße,
      Claudia

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  3. Pingback: Wenn du DAS akzeptierst, arbeitest du ab sofort fokussiert! › Abenteuer Home-Office

  4. Pingback: Wie Planung gelingt! - Entfaltungsparadies

  5. Hey Claudia, kannst du meine Gedanken lesen? o__O Genau sowas suche ich seit Wochen! Ich bekomme pro Woche zwischen zwei und fünf Kooperationsanfragen (manchmal sehr allgemein, manchmal sehr konkret gehalten) und stehe ständig vor solchen schwierigen Entscheidungen – da wird mir deine Matrix auf jeden Fall weiterhelfen. Danke! Katharina

    • Hi Katharina!

      Jetzt musste ich doch sehr schmunzeln ;-). Erinnerst du dich an unsere Skype-Session? Da sind wir genau diese Entscheidungsmatrix durchgegangen – hier ist sie halt visualisiert. Und damals hast du dich sehr schnell entscheiden können, fand ich toll!

      Also immer ran, du weißt ja jetzt, dass es funktioniert!

      Liebe Grüße,
      Claudia

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  7. Hallo Claudia,
    suuuper!!! Habe gerade in dem Rahmen deiner „Goodbye 2016“ Aktion vorbeigeschaut, weil ich so viele offene Entscheidungen habe. Die Matrix konnte ich sofort intuitiv ausfüllen und es hat mir so offensichtlich gemacht, warum ich bestimmte Dinge nicht angegangen bin bzw. mit wenig Elan. Sehr praktisches Instrument, vielen Dank!
    Liebe Grüße
    Maike

    • Hallo, Maike!

      Super! In der Aktion kommt noch eine etwas abgewandeltet Matrix, die könnte dir dann auch noch einen Stups geben 😉

      Weiter viel Spaß und Erfolg damit!

      Liebe Grüße,
      Claudia

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