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3 Selbstmanagement-Fallen beim Sprung in die Vollzeit-Selbständigkeit

Auf diesen Bericht habe ich mich seit Anfang des Jahres gefreut. Ursprünglich wollte ich Thomas Mangold für meinen Podcast interviewen und hinterfragen, wie es ihm denn so geht. Denn in Vollzeit selbständig – doch auch irgendwie ein Traum für mich!

Nun, mein Podcast hat noch nicht das Licht des WWW erblickt, darum wurde es ein Gastbeitrag!

Ich bin ja auch, wenn auch nur in Teilzeit, nebenbei angestellt. Was für mein Zeitmanagement nicht unbedingt schlecht ist. Ja, natürlich, ich hätte mehr Zeit für meine Selbständigkeit, wenn ich das nicht wäre. Aber, um Thomas zu zitieren:

Ich hatte plötzlich das Luxusproblem sehr viel mehr Zeit zur Verfügung zu haben …

Thomas Mangold

Und ja, du wirst lesen, das kann zum Problem werden! Ich schätze, ich wäre in die genau gleichen Fallen getappt, wie Thomas.

Und darum – viel Spaß und gute Erkenntnisse beim Lesen dieses Erfahrungsberichtes!

Deine Claudia


 

Ich möchte dir heute von meinem Sprung in die Selbstständigkeit und den damit verbundenen Selbstmanagement-Problemen erzählen. Dazu ist es aber notwendig, dass ich mich zunächst mal bei dir vorstelle.

Mehr Freizeit zur Verfügung haben, wer will das nicht!

Mein Name ist Thomas Mangold und ich helfe den Lesern meines Selbstmanagement-Blogs und meiner Bücher, den Hörern meines Podcast, sowie den Teilnehmern meiner Videokurse, Coachings und Seminare dabei, ihr Leben effizienter und produktiver zu gestalten, um dieses Ziel zu erreichen.

Bis zum 31.12.2015 habe ich das alles neben meinem Hauptjob als Sozialpädagoge bei der Stadt Wien getan. Bei diesem Job hatte ich eine Stundenverpflichtung von 45 Wochenstunden, oftmals wurden aber auch 60 oder mehr daraus.

Wie du dir sicher vorstellen kannst, musste ich meinen Tag automatisch sehr strikt planen und durfte keine Zeit sinnlos vergeuden.

Am 01.01.2016 fiel diese Verpflichtung weg und ich hatte plötzlich das Luxusproblem sehr viel mehr Zeit zur Verfügung zu haben. Anstatt aber mehr Dinge zu schaffen und mehr weiter zu bringen, trat plötzlich das Gegenteil ein: Ich wurde unproduktiver und schaffte weniger, als zu Zeiten an denen ich noch meinen Job bei der Stadt Wien hatte.

In diese 3 Fallen bin ich getappt!

Eigentlich hätte ich es als Selbstmanagement-Coach ja besser wissen müssen, trotzdem sind mir diese Fehler unterlaufen. Einerseits natürlich sehr ärgerlich, aber andererseits habe ich wieder sehr viel aus dieser Situation gelernt.

In Vollzeit selbständig und das Parkinsonsche Gesetz – ja, es stimmt wirklich!

Das Parkinsonsche Gesetz besagt, dass sich Arbeit in jenem Maße ausdehnt, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Von einem Tag auf den anderen hatte ich plötzlich Unmengen an Zeit zur Verfügung. Anstatt aber mehr weiter zubringen, wurde es immer weniger. Ich verzettelte mich und kam vom Hundertsten ins Tausendste.

Als ich noch für die Stadt Wien arbeitete, war Zeit für mich ein knappes Gut und ich musste ganz automatisch sorgsam damit umgehen. Genau dieses Mindset, dass Zeit ein knappes Gut ist, musste ich wiederherstellen.

Also legte ich (wie früher) in der Tages-Planung wieder fest, wie viel Zeit ich für welche Aufgabe benötigen darf.

So gelang es mir, dieses Problem wieder in den Griff zu bekommen.

Termine blocken – unbedingt!

Als ich noch meinen Hauptjob hatte, musste ich Termine bezüglich meiner Selbstständigkeit automatisch blocken, sonst wäre ich nicht mehr zur Abarbeitung meiner Aufgaben gekommen. Mit dem Schritt in die Selbstständigkeit dachte ich wohl unterbewusst: „Wozu? Ich habe jetzt genug Zeit!“ Jedem der einen Termin wollte sagte ich, „such dir einen aus, ich bin flexibel“.

Was ich dabei allerdings nicht bedachtete war, dass diese Termine ständig meinen Arbeitsflow unterbrachen und ich so nicht richtig ins TUN kam. Ein Treffen auf einen Kaffee, ein Skype-Call, Meetings, Coachings, usw.: All diese Dinge sorgten für ständige Unterbrechungen und hemmten meine Produktivität.

Auch hier musste ich meine Zeit wieder bewusster einteilen und mit meinen Terminen wieder geizen. Daher gibt es nun pro Woche wieder nur zwei Termin-Blöcke in denen ich verfügbar bin, die restliche Zeit verbringe ich mit dem Abarbeiten meiner Aufgaben. Damit bin ich natürlich wesentlich schneller und produktiver in der Erledigung meiner ToDo’s, denn diese ständigen Unterbrechungen fallen nun wieder weg.

Tages-Planung – trotzdem locker bleiben!

Als ich am 2. Jänner 2016 vor meiner Tagesplanung saß, setzte sich wohl der Gedanke, dass ich nun ja ohnehin viel mehr Zeit hätte und so auch viel mehr Aufgaben in meine Tagesplan stopfen kann, in mir durch.

Nun, eigentlich ist dieser Gedanke ja richtig, aber nicht wenn man seine Termine nicht blockt und das Parkinsonsche Gesetz außer acht lässt.

Damit passierte, was passieren musste: Als ich noch nicht selbstständig war, war ich richtig gut darin (fast) immer alle Aufgaben auf meiner Todo-Liste abzuarbeiten und war total happy, wenn ich den letzten Punkt darauf erledigt hatte. Das gelang mir plötzlich nicht mehr und damit machte sich ein Gefühl der Frustration in mir breit.

Aber es hatte auch etwas Gutes, denn genau dieser Punkt war das Alarmsignal, dass etwas komplett aus dem Ruder lief, und dass ich mir schleunigst etwas überlegen musste.

Also ging ich wieder etwas lockerer mit der Planung um, plante wieder weniger Aufgaben in die ToDo-Liste ein und entwickelte erst wieder ein Gefühl was realistisch machbar ist und was nicht.

Was ich daraus lernte

In meinen Tagesabläufen hat sich von einem auf den anderen Tag sehr viel geändert. Meine alten Routinen und Gewohnheiten funktionierten zum Teil gar nicht mehr, oder nur mangelhaft. Zum Glück erkannte ich relativ schnell, dass ich etwas ändern musste und machte mir die entsprechenden Gedanken.

So bekam ich zunächst das Parkinsonsche Gesetz wieder in den Griff, änderte sofort meine Termingestaltung und versuchte erst wieder herauszufinden wie viele Aufgaben pro Tag realistisch zu schaffen sind. Durch diese Maßnahmen schaffte ich es, mein Selbstmanagement wieder in den Griff zu bekommen und wieder den alten Produktivität-Status herzustellen.

Zukünftig werde ich mich, sollten wieder gröbere Änderungen in meinen Tagesabläufen anstehen, schon vorher hinsetzen und mir Gedanken dazu machen.

Als Fazit habe ich also 2-3 Wochen sehr unproduktiv gearbeitet, dafür aber eine wichtige Lektion gelernt.

Falls du den Schritt in die Selbstständigkeit demnächst wagst, hoffe ich dass du aus meinen Fehler lernst und nicht in dieselben Fallen tappst. Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!

Liebe Grüße aus Wien,

Thomas

Zum Autor Thomas Mangold

Mehr freie Zeit zur Verfügung haben, wer will das nicht.

Vollzeit selbständigMein Name ist Thomas Mangold und ich helfe den Lesern meines Selbstmanagement-Blogs und meiner Bücher, den Hörern meines Podcasts, sowie den Teilnehmern meiner Video-Kurse, Coachings und Seminare dabei, ihr Leben effizienter und produktiver zu gestalten, um dieses Ziel zu erreichen!

P.S. Und bleib‘ neugierig!


 

 

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