Zeit-Management
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Wie du im Informationsmeer entspannt plantscht statt unterzugehen

So gehst du im Informationsmeer nicht unter!

Aktualisiert am

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Diesen Artikel habe ich im Juli 2019 liebevoll entstaubt und angereichert.

Inhaltlich hatte er nichts an Aktualität verloren, nur dass die genannten Zahlen nicht mehr gestimmt haben. Außerdem kannst du ihn jetzt auch im Podcast anhören …

Viel Spaß beim lesen oder hören!

Nach einem Webinar über RSS-Feeds hat mich eine Frage erreicht:

Wie viele Blogs hast du in deinem Feedreader, Claudia?

OK, ich habe gezählt … derzeit sind es ca. 60 Stück.

Eine Menge Holz bzw. Information also.

Die nächste Frage war dann:

„Wann liest du die denn alle, um Gottes Willen???“

Was mich zum heutigen Artikel bringt.

Hier kannst du ins Abenteuer hineinhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Wenn dir diese Episode gefallen hat, freue ich mich über ein paar Zeilen und Sternchen auf iTunes von dir!

Hier zeige ich dir genau, wie’s geht.

Informationsflut – Informationsmeer

Diese Begriffe tauchen immer wieder auf.

Informations-Tsunami habe ich sogar unlängst aufgeschnappt.

Finde ich persönlich fürchterlich.

Wie kann etwas so Zerstörerisches mit Informationen in Zusammenhang gebracht werden? Wir sind dem doch nicht hilflos ausgeliefert!

Da gefällt mir der Begriff Informationsmeer schon wesentlich besser.

Ich kann drin schwimmen, tauchen, mich treiben lassen, die Wellen als Spiel betrachten, die Weite und die Möglichkeiten spüren, neugierig sein, was sich unter der Oberfläche tummelt … ja, das kommt mir entgegen.

Was meinst du?

Ich lasse einmal ganz bewusst alle anderen Informationskanäle wie Social Media und eMails weg und konzentriere mich rein auf das Lesen – bzw. Verfolgen von Blogs.

Zuerst ein paar Annahmen, die ich immer wieder höre und hier widerlegen möchte.

Du musst alles lesen

Nein, musst du nicht. Eine wesentliche Voraussetzung, dass du in diesem Meer aus Informationen schwimmst und nicht untergehst, ist es, sinnvoll zu strukturieren, zu ordnen und zu kategorisieren.

Sonst blubb ;-)

Vor ein paar Jahren, als ich mit einer Kollegin über dieses Thema gesprochen habe, hat sie mir erzählt, dass sie ihr RSS-Reader ganz fürchterlich unter Druck bringt. Denn es sei so viel – und sie hätte ein schlechtes Gewissen, wenn sie nicht alles lesen würde, was andere schreiben.

Das kann nicht gut gehen.

Blubb …

Wenn du das denkst, dann löse dich davon und trainiere, „Nein“ zu sagen.

Trainiere, nur zu scannen (d.h. die Überschriften zu überfliegen) und nur auf diejenigen zu klicken, die dir das versprechen, was dich anspricht. Damit ist zwar nicht gesagt, dass dieses Versprechen auch gehalten wird. Aber die Chance ist doch relativ hoch.

Und auch den Text kannst du zuerst scannen, um ihn auf dieses Versprechen zu überprüfen.

Du musst alles aufheben

Nein, musst du auch nicht.

Im Laufe der Zeit bekommst du ein Gespür dafür, welche/r BloggerIn worüber schreibt und wenn du Informationen zu einem bestimmten Thema suchst, bemühst du die Suche in diesen Blogs.

By the way.

Ich finde es übel, wenn die Suche auf einem Blog versteckt wird …

Vertraue darauf: es gibt keine Information, die auf Nimmerwiedersehen im Internet verschwindet.

Du wirst alles, was du brauchst, wieder finden.

Du verpasst etwas, wenn du nicht alles liest.

OK, das könnte sein. Es könnten Informationen an dir vorbei ziehen, die du irgendwann brauchen könntest. Aber siehe Punkt 2).

Wenn du diesen einen Artikel nämlich genau JETZT brauchst, wirst du beim Scannen auch darüber stolpern.

Jeder, der gute Inhalte produziert, setzt alles daran, dass sie wieder gefunden werden – also ist die Chance auch für dich gut, die Information nicht zu verlieren.

Gute Voraussetzungen für dich, um im Informationsmeer zu plantschen

Du weißt was du wofür brauchst

Damit sind wir beim großen „Warum“.

Möchtest du lernen? Die Artikel teilen und deinen eigenen LeserInnen damit etwas Gutes tun? Möchtest du unterhalten (werden)? Dir einen Experten-Status, wie es so schön heißt, aufbauen? Für deine eigenen Inhalte recherchieren?

Dieses Warum kann sich natürlich immer wieder verändern und erweitern – genauso wie die Liste der Blogs, die du verfolgst.

Du hast einen Plan

Wenn du also einen Plan hast, was du mit den Inhalten, die du liest und aufbewahren möchtest, vorhast, dann geht es darum, diesen Plan so umzusetzen, dass du nach einem gewissen System die Blogartikel weiter verarbeitest.

Im oben genannten Webinar habe ich kurz skizziert, was ich mit welchen Inhalten aus meinem RSS-Reader mache und wo sie „landen“:

Workflow RSS-Feed

Heute (2019) sieht das schon wieder ein bisserl anders aus, ich verwalte alles in Trello, auch die Fremdinhalte, die ich in meinen Kanälen teilen möchte. Außerdem habe ich in meiner 1-Minuten-ToDo-Liste eine eigene Liste namens „Gucken/Fortbildung“, da landet alles, was ich nicht sofort konsumieren kann. In meiner Bibliothek hebe ich dann aber nur all das auf, was ich oder meine KundInnen brauchen könnten.

Evernote habe ich inzwischen aus meinem Workflow ziemlich herausgenommen, weil es sich leider (für mich!) als Datengrab erwiesen hat. Dort hebe ich lieber Anleitungen und bereits veröffentlichte Inhalte auf.

Du hast Routinen und einen Arbeitsablauf

Früher habe ich auch immer mal zwischendurch in meinen RSS-Reader geschaut – und bin dann oft unkontrolliert darin hängen geblieben.

Aber es ist wichtig, dass du in Filtern denkst und auch beim Schwimmen im Informationsmeer ein Ziel hast. Das jeweilige Ziel ergibt sich aus den „Warums“, die du für dich bereits festgelegt hast.

Wenn du nicht weißt, was du willst, erzeugt das Stress. Daher sollte (vor allem zu Beginn, wenn du dich an Arbeitsabläufe herantastest) deine erste Frage an dich selbst sein:

„Warum öffne ich jetzt den RSS-Reader? Wozu brauche ich jetzt Informationen?“

Die Antwort kann natürlich auch „Entspannung, Spaß“ sein. Auch das ist ein gutes Ziel!

Du weißt, was für dich relevant ist.

Interessant bedeutet nicht unbedingt relevant!

Akzeptiere, dass du beim Tauchen ganz vielen Fischen begegnest, die dich vielleicht bunt anstrahlen und schön anzusehen, aber nicht unbedingt essbar – also für dich relevant – sind.

Wichtig ist (und ja, wir sind wieder beim Warum), dass du schnell erkennst, wenn etwas für dich und deine Arbeit relevant ist und dann eine schnelle Entscheidung triffst.

Ich habe für mich ein „Zwischenlager“ eingebaut, nämlich meinen Eingangskorb in Trello. Wenn ich mir mit der Entscheidung „lesen oder löschen“ sehr schwer tue, dann landet der Artikel dort, denn diesen Eingangskorb schaue ich mir sehr regelmäßig durch. Und spätestens dann treffe ich – sozusagen auf den zweiten Blick – die Entscheidung, was damit passieren soll.

Oft entscheide ich mich mit der Aussicht auf einen vollen Eingangskorb in Trello übrigens doch recht schnell für „nicht lesen“ …

Beschränkung

Erst vor kurzem gab es im Blog einen Blick auf die Tatsache, dass Beschränkung das A und O im Selbst- und Zeitmanagement ist. Genau so hier.

Beschränke die Zeit, die du schwimmst … Das gehört in gewisser Weise auch zu den Routinen und Arbeitsabläufen. Zu Beginn habe ich geschrieben, dass ich 60 Blogs in Newsblur verfolge. Diese Blogs sind für mich die relevantesten (für meine LeserInnen) und meist am Wochenende nehme ich mir die Zeit, um sie hier durchzusehen und das Verteilen in meinen Kanälen zu planen.

Und am Wochenende ist es nicht so schlimm, wenn ich mich auf den Wellen der Information ein wenig schaukeln lasse …

Wo sind die „Haifische“ im Informationsmeer?

Ja, ein paar Haifische tummeln sich natürlich auch im Meer. Aber wenn du weißt, wo ihr Revier ist, dann kannst du ja ganz einfach woanders schwimmen …

Nicht ins Handeln kommen

Katharina Lewald hat das in ihrem Artikel schon angesprochen.

„Nicht die vielen Informationen behindern dich.
Sondern, dass du diese nicht für dich einordnen kannst.“

Wirklich wirksame 7 Schritte, wenn kein Land in Sicht ist!

Ablenkung

Nicht nur die bösen Social-Media-Kanäle können dafür sorgen, dass du deinen Fokus verlierst, natürlich schaffen das neben deinen inneren Ablenkern auch Blogs und RSS-Feeds. Ganz klar.

Darum versuche für dich die besten Voraussetzungen zu schaffen, damit du möglichst kräftesparend schwimmst.

Ich habe gehört, Rückenschwimmen ist am wenigsten anstrengend ;-)

Frust, weil alle anderen „besser“ sind

Dieser Haifisch umkreist mich auch immer wieder.

Es gibt so viele großartige Blogs. Es gibt so viele großartige Produkte. Es gibt …

Ja, akzeptiere die Tatsache, dass andere Selbständige auch gute Ideen haben.

Freue dich an der Farbenpracht.

Und wenn das gerade nicht geht, weil du vielleicht selbst gerade nicht gut drauf bist, dann weiche diesem Haifisch für eine Zeit lang aus.

Schließe den RSS-Reader.
Schließe Facebook.
Schließe das Mailprogramm.
Atme die salzige Meerluft ein, die das Informationsmeer hinterlässt
und genieße die Sonne, die du selbst verstrahlst!

In diesem Sinne – eine sonnige Woche wünsche ich dir!

P.S. Und nicht vergessen: Bleib‘ neugierig!


6 Kommentare

  1. Liebe Claudia,
    danke für deine guten Tipps. Die werde ich nach und nach ausprobieren.
    Im Moment sammle ich die Blogs noch in verschiedenen Lesezeichenordnern, in einem Feed-Ordner mit dynamischen Lesezeichen und in einem Ordner „Artikel kommentieren“.
    Das schafft immerhin eine grobe Struktur und ist ein erster einfacher Schritt. Ab und zu schlucke ich allerdings noch ordentlich Wasser, obwohl ich Taucherin bin ;-).
    Die dynamischen Lesezeichen finde ich sehr praktisch. Wenn man mit der Maus draufgeht, erscheinen alle Blog-Artikel-Überschriften und ich kann mich schnell orientieren.

    Herzliche Grüße
    Maren

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  5. Ulrike sagt

    Danke, Claudia, für Deine tollen Tipps aus der Praxis. Ich gehe als Informationsjunkie auch zu gern im großen bunten Meer unter :-( Gut, dass es Deine Tipps gibt, wie man all das wunderbar strukturieren kann. Genau da fehlt mir oft der Ansatz. Und super geschrieben ist Dein Artikel auch wieder. Einfach zum gern Lesen.

    • Claudia Kauscheder sagt

      Liebe Ulrike,

      danke für deine Zeilen, das ist immer schön zu lesen, dass ich ein bisserl anstupsen kann!

      Liebe Grüße,
      Claudia

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