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Ein Plädoyer für eine heimliche Leidenschaft – Webinare

Plädoyer für Webinare

 

Die Rednermacherin Judith Torma hat zu einer spannenden Blogparade aufgerufen, nämlich einem Plädoyer für Webinare – wie sollte ich mich da nicht angesprochen fühlen 😉

Warum braucht’s ein Plädoyer?

Weil viele AnbieterInnen Webinare mit WeRbinaren verwechseln, die KonsumentInnen teilweise schon genervt von dem Überangebot sind und es immer schwieriger wird, die Perlen herauszupicken.

Ich sitze auf beiden Seiten: ich besuche leidenschaftlich gerne Webinare – aber genau so leidenschaftlich gerne halte ich Webinare. Daher gibt’s meine Betrachtungen zu folgenden Fragen auch aus beiden Perspektiven:

  • Was bezwecke ich damit?
  • Wie wähle ich Webinare aus?
  • Für Webinare zahlen?

1) Blickwinkel als Konsumentin von Webinaren

Was bezwecke ich damit?

Ich als Konsumentin habe bei der Auswahl von Webinaren folgenden Fokus: Ich möchte entweder den/die Vortragende näher kennen lernen, weil ich entweder von ihm/ihr bereits Gutes gehört oder gelesen habe, oder das Webinar behandelt ein Thema, in dem ich mich fortbilden möchte. Bzw. ein Thema, in das ich ohne große finanzielle und zeitliche Investition hineinschnuppern möchte.

Wie wähle ich Webinare aus?

Wenn ich nicht gezielt auf die Suche nach Webinaren gehe, lasse ich mich meist vom Titel „einfangen“. Ich habe auch überhaupt kein Problem damit, viele Einladungen z.B. über XING zu bekommen, das werte ich als willkommene Information und nicht als Belästigung – wozu gibt es die Löschen-Funktion …

Ganz wichtig ist für mich auch die Aufmachung der Anmeldungs-Seite. Wenn es hier blinkt, drei Mal die gleiche schreierische, neonfarbige Überschrift in Übergröße auftaucht und dazwischen auch noch PopUps erscheinen – dann bin ich weg. So toll kann der Titel gar nicht sein. Auch Webinare mit mehr als 100 freien Plätzen machen nach meiner Erfahrung keinen Spaß und sind meist reine Verkaufsveranstaltungen. Hab‘ ich ausprobiert und als uninteressant abgehakt.

Für Webinare zahlen?

Vor ein bis zwei Jahren war das für mich noch ein sehr schräger Gedanke, für ein Webinar zu bezahlen. Inzwischen bin ich – weil ich exzellente Anbieter gefunden habe – durchaus bereit, für ein Webinar zu bezahlen, wenn ich die Vortragenden bereits von kostenlosen Angeboten kenne und (glaube) einschätzen zu können, was ich für mein Geld bekomme.

Als empfehlenswerte Beispiele möchte ich nennen:

  • Ivan Blatter ist ein absoluter Profi und seine Webinare haben so viel Inhalt, dass sie den Preis wirklich wert sind.
  • Immer-Freitags: Hier gönne ich mir gerne ein 3-er-Ticket pro Saison. D.h. ich kann mir 3 Webinare aussuchen, die mich interessieren. Gut finde ich hier auch, dass ich vorher schon im Gratis-Teil hineinschnuppern kann, ob mir der/die Vortragende liegt und erst dann zuschlagen kann.

2) Blickwinkel als Anbieterin von Webinaren

Mein erstes eigenes Webinar liegt nun schon fast genau zwei Jahre zurück – damals für mich eine richtige Challenge, wie hier von mir beschrieben :-).

Mit der Umstrukturierung meines Blogs und auch meines Angebots habe ich eine ziemlich lange Pause mit meinen Webinaren eingelegt – Aber bald ist es so weit, ab Mitte April starte ich eine 6-teilige Webinar-Reihe.

Das Konzept steht, die Ideen gären noch in meinem Kopf … wenn du den Startschuss nicht verpassen möchtest, dann trag‘ dich in meinen Newsletter-Verteiler ein!

Die Webinar-Reihe wird übrigens kostenlos sein …

Was bezwecke ich damit?

Es wäre glatt gelogen, würde ich sagen: „Aus reinem Spaß an der Freud'“. Natürlich möchte ich mit Webinaren bekannt werden, Aufmerksamkeit erzielen und im Endeffekt auch Kunden gewinnen.

Aber:

Diesen Effekt möchte ich erzielen, indem ich meinen ZuhörerInnen etwas mitgebe: einen Impuls, einen Tipp, etwas Spaß, frischen Wind in die eigenen Gedanken.

Wenn das dazu führt, dass der/diejenige dann sagt: „Das war spannend – ich will mehr, ich buche Coaching-Paket“, dann ist das natürlich genial für mich. Doch wenn das dazu führt, dass der/diejenige sich jedes Webinar von mir anhört, jeden Artikel von mir liest – und dadurch weiterkommt in dem was er/sie will – dann ist das genau so genial!

Wie wähle ich Webinar-Inhalte aus?

Inzwischen habe ich so viele Webinare gesehen bzw. gehört, dass ich glaube, dass sich fast jedes Thema dafür eignet. Für meine Inhalte finde ich wichtig, dass ich sie visuell gut aufbereiten kann, dass sie einen Sofort-Effekt für die TeilnehmerInnen beinhalten und dass sie so eng gesteckt sind, dass ich sie in 15-20 Minuten „rüberbringen“ kann. Ein Input-Quicky sozusagen 😉

Für Webinare zahlen?

Ich möchte meine Webinare wie bisher als Gratis-aber-nicht-umsonst-Angebote sehen. Wenn es Online-Angebote von mir geben wird, die kostenpflichtig sind, werden sie einen wesentlich größeren Umfang haben – und somit für mich nicht in den Begriff „Webinare“ passen. Lass‘ dich überraschen 🙂

Zum Schluss würde mich sehr interessieren, welche Erfahrungen du bisher mit Webinaren gemacht hast – und wenn du eine/n Vortragende/n empfehlen kannst – nur her mit den Links im Kommentar!

P.S. Und bleib‘ neugierig!


18 Kommentare

  1. Hallo Claudia,

    ich bin ein Fan von Webinaren, weil ich es einfach praktisch finde, zu Hause online ein Seminar zu besuchen. Wenn man mal in diversen Verteilern drin und in sozialen Netzwerken aktiv ist, erhält man auch immer wieder Infos über interessante Webinare. Ich denke, dass man zu jedem Thema ein Webinar machen kann.

    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia!
      Ja, ich glaube auch, dass es bei Webinaren kaum bis garkeine Grenzen gibt. Ich habe ganz zu Anfang auch geglaubt, MET kann man nicht in Webinaren „rüberbringen“ 🙂 und es geht sogar sehr gut!

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Pingback: Blog-Parade als Plädoyer für Webinare - Das Rhetorikblog.com - Rhetoriktipps für Ihren Erfolg

  3. Ich finde Webinare als Medium auch klasse, aber wie du schon erwähnst, gibt es gute Anbieter und weniger gute, also ist die Auswahl tatsächlich wichtig. Aber hier kommen auch gleich zwei Vorteile der Webinare im Gegensatz zu Präsenzveranstaltungen zutage: erstens kann man einfach wegklicken, wenn es einem doch nicht so gefällt, oder man schaut sich die Aufzeichnung an und kann vorwärts spulen, wenn es langweilig wird 😉 Als empfehlenswert fallen mir spontan Marit Alke von coachingprodukte-entwickeln.de ein und im englisch-sprachigen Bereich Amy Porterfield.

    • Hallo Julia!

      Ja, bei Marit Alke war ich auch schon – danke, sie hatte ich garnicht erwähnt! Und das mit dem „wegklicken“ ist ein wichtiger Punkt. Einerseits ist nämlich das Gefühl der Verpflichtung bei vielen nicht vorhanden, auch wirklich dabei zu sein, wenn sie sich angemeldet haben – aber die, die dabei sind, haben oft das Gefühl, nicht „nein“ sagen zu dürfen, wenn es nicht gefällt… das ist aber absolut legitim in meinen Augen.
      Amy Proterfield muss ich gucken 🙂

      Schönen Abend noch!
      Claudia

  4. Tanja sagt

    Hallo Claudia,

    ich habe von dir ja bereits auch ein Webinar besucht. Das war eines meines ersten Webinare, die ich besucht habe. Danach sind noch ein paar weitere gekommen. Das letzte war eine reine Verkaufsverstaltung. Leider hatte der Vortragende keine eigene Erfahrung mit dem Produkt.

    Ich habe damals eigentlich hauptsächlich Webinare angeschaut, um meine Mutter dazu zu bringen, auch welche zu geben, bzw. wollte ich mir die Technik anschauen und wissen wie kompliziert oder auch einfach das ist. Seit einem knappen Jahr hält meine Mutter regelmäßig Webinare und es macht ihr sehr viel Freude.

    Mein Medium ist es nicht, da ich lieber lese. Letztens wurde mir eine Internetseite empfohlen, die nur mit Videos gearbeitet hat. Da sterbe ich lieber dumm. 😉 Obwohl ein Webinar nochmals etwas anderes ist, als ein reines Video und deswegen dann eher interessant.

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Hallo Tanja!

      Ach – das ist deine Mutter! Ihr Gesicht kommt mir sehr bekannt vor!
      Ich hab‘ so lachen müssen bei deinem Satz „Da sterbe ich lieber dumm.“ – danke dafür 🙂

      Videos sind für mich persönlich nur interessant, wenn sie entweder kurz und knackig sind, oder ich wirklich eine Art „Anleitung“ suche. Dann dürfen sie auch gerne länger sein. Ich fühl‘ mich sonst so „festgetackert“ vor dem Bildschirm, das behagt mir nicht …

      Schöne Restwoche noch,
      Claudia

      • Tanja sagt

        Hallo Claudia,

        aus den Erzählungen meiner Mutter kann ich sagen, dass gerade wenn von den Webinaren Videos aufgenommen werden, sich viele anmelden auch wenn sie keine Zeit haben. Es kommt häufig die Hälfte der Angemeldeten und durch spätere Bewertungen merkt die oder der Webinar-Haltende, dass davon Gebrauch gemacht wird.

        Für meine Mutter ist es wichtig, dass sie so von zuhause aus, ihr Wissen weitergeben kann und auch entsprechende Rückmeldungen bekommt.

        Viel Freude in der närrischen Zeit
        Tanja

        • Dir auch viel Freude, Tanja – aber ich gestehe, das geht an mir vorbei, seitdem die Kinder kein Konfetti mehr im Wohnzimmer verteilen 😉

          Schönen Tag noch,
          Claudia

  5. Werte Claudia Kauscheder ,

    spannender Beitrag. Ich bin mir fast sicher, dass viele, die Webinare anbieten, auch selbst Webinare besuchen. Daher ist dieser Blickwinkel für viele Leser interessant.

    Die Streu vom Weizen zu trennen ist dabei wohl die Hauptaufgabe. Ich denke gerade WeRbinare haben eine sehr blumige Sprache, mit vielen Versprechen und wenig Konkretem.

    Ein zweiter Knackpunkt ist dann aus meiner Sicht die Teilnehmerzahl. Gute Seminare oder Workshops begrenzen die Teilnehmerzahl auch sehr starkt. Wenn ich ich lese, dass Webinare bis zu 1000 Teilnehmer haben, dann frage ich mich, wie ich selbst dabei aktiv lernen kann. Dann ist es eher wie Filmchenschauen. Aus meiner persönlichen Erfahren sind 15 TEilnehmer eine gute obere Grenze. Gerade, wenn ich viel mit dem Whiteboard arbeiten will und den Chat aktiv nutze und einzelne Teilnehmer zu Wort kommen lassen will, dann lieber klein und fein. In meinen Webinaren, in den wir einzelen Reden üben begrenze ich die Teilnehmerzahl sogar auf 5. Alternativ, kann ich mir aber auch Vorträge oder Vorlesungen via Webinar oder Hangout gut vorstellen.

    Eine dritte Herausforderung ist dann sicher die Namensgebung. Welcher Webinartyp erhält welchen Namen. Auf Xing gab es in der Akquisegruppe dazu eine spannende Diskussion.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag, ich habe mich sehr gefreut.
    Judith Torma

    • Liebe Frau Torma,

      schön, dass Sie mich auch besuchen!
      Wie schon geschrieben – die Teilnehmerzahl ist für mich auch ausschlaggebend, vor allem, wenn ich wirklich etwas „lernen“ möchte. Aber ich habe auch schon (sehr wenige) Webinare mit 100 Teilnehmern gehört, die zwar dadurch nicht interaktiv waren, aber trotzdem hochspannend und voller verwertbarer Inhalte.

      Wenn ein Inhalt „geübt“ werden soll, so wie in Ihren Webinaren das Reden, dann neige ich sogar ein bisserl dazu, es nicht mehr „Webinar“ zu nennen, sondern eher … hmmm … wie könnte man das nennen? Online-Workshop ist für mich auch wieder etwas Anderes. Da sind wir dann bei der Diskussion in der Akquise-Gruppe 🙂

      Schön, jedenfalls, dass ich Ihre Blogparade noch rechtzeitig gefunden habe!

      Mit lieben Grüßen,
      Claudia

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