Selbst-Management
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So kannst du deine Bauch-Entscheidungen sichtbar machen

Ein Selbst-Coaching-Tool

Bauch-EntscheidungEin recht einfach anzuwendendes Selbst-Coaching-Tool möchte ich euch anhand einer Erfahrung näher bringen, die ich selbst machen durfte.

Vor ca. einem halben Jahr begann ein Entschluss in mir zu reifen. Zuerst ganz zaghaft, immer wieder beiseite geschoben. Trotzdem fühlte es sich gut an. Ich holte die Meinungen anderer ein, überlegte hin und her – und wenn ich ganz ehrlich zu mir war, stand mein Entschluss innerlich schon fest.

Was ich nicht schaffte, war, es auszusprechen und Nägel mit Köpfen zu machen. Also ging ich mit diesem Problem zu meinem Coach und fing wieder an, gemeinsam mit ihm Vor- und Nachteile abzuwägen und war am Ende der Coaching-Stunde immer noch nicht bereit, die Entscheidung zu fällen.

Und dann kam „es“: Er nahm eine Münze in die Hand und forderte mich auf, die Münze entscheiden zu lassen! Was für ein Vorschlag, dachte ich damals! Einfach irre, was denkt der Kerl sich eigentlich!

Bevor ich die Münze werfen sollte, musste ich genau definieren, welche Seite der Münze für welche Option stand. Der Gedanke alleine, diesem Zufall meine Entscheidung zu überlassen hat damals meinen Puls ziemlich hochgefahren :-). Trotzdem ließ ich mich auf das Spiel ein, definierte die beiden Seiten – und warf die Münze …

Wichtig! Stopp!

Ich durfte nicht nachsehen, ob Kopf oder Zahl oben war! Dann fragte er mich, ob ich bereit wäre, die so getroffene Entscheidung anzunehmen und auch mit allen Konsequenzen durchzuziehen.

Da war mir endlich klar, was ich wirklich wollte! Alleine der Gedanke, dass die „falsche“ Seite oben liegen könnte, machte mir so großen Stress, dass ich endlich aussprechen konnte, was mein Bauchgefühl schon lange festgestellt hatte. Endlich am Ziel angekommen.

Übrigens habe ich die Münze danach unbesehen eingesteckt und die Entscheidung bis heute nicht bereut 😉

Dieses Tool funktioniert natürlich nur wenn es um Entscheidungen zwischen zwei Optionen oder um „Ja“ oder „Nein“ geht. Allerdings können viele Fragestellungen so formuliert werden, dass es anwendbar ist!

Kurz zusammengefasst der Ablauf:

  • Definiere genau, welche Seite für welche Option steht.
  • Beobachte dabei, wie es dir geht, wenn du an beide dieser Optionen denkst.
  • Wirf die Münze und schaue NICHT nach.
  • Frage dich, ob du mit der Münzentscheidung leben könntest.
  • Stecke die Münze ein und sprich aus, was du wirklich willst.
  • Tu‘ es!

Ich wünsche dir gute Entscheidungen!

P.S. Und bleib‘ neugierig!


8 Kommentare

  1. Manchmal braucht man einfach diesen „Druck“, um die Entscheidung, die innerlich schon längst gefällt worden ist, auch mit dem Kopf zu fällen und vor allem auch, um dann mit allen Konsequenzen dazu zu stehen.

    Lieben Gruß
    Birgit

    • Genau, Birgit! Du kannst dir nicht vorstellen, wie übel mir geworden ist, als ich an die „falsche“ Entscheidung gedacht habe – da hat’s soooo laut NEIN gebrüllt in mir! Wobei ich selbst von der Heftigkeit meiner Reaktion überrascht war. Aber da sieht man wieder, wie man das Bauchgefühl oft „einlullt“ 😉

  2. Tanja sagt

    Liebe Claudia,

    auch ich finde Entscheidungen aus dem Bauch heraus sehr wichtig und treffe schon lange so viele Entscheidungen. Da das Unterbewusstsein viel mehr wahrnimmt, ist es an vielen Stellen auch gut dieses Entscheidungen treffen zu lassen.

    Ich würde auch nicht sagen, dass ich aus dem Bauch heraus entscheide, sondern ich frage beim „Universum“ nach und bekomme meist Antworten. Teilweise merke ich, dass meine Ängste und Wünsche sich einmischen. Dann weiß ich, dass ich zu laut war, um die Entscheidung des Universums zu hören.

    Viele Grüße
    Tanja

    • Dann weiß ich, dass ich zu laut war, um die Entscheidung des Universums zu hören

      Wobei ich ja sagen muss, dass ich wirklich auch nichts gegen meinen Kopf habe – der darf schon „mitspielen“. Ich möchte unserer Ratio nicht ihre Wichtigkeit absprechen. Aber dein Gedanke hat etwas …

  3. Iris Heumann sagt

    Hallo Claudia,

    das ist doch mal ein interessanter Ansatz, wenn man total in der Entscheidungs-Klemme steckt. Ich werde es mir merken und (hoffentlich) ausprobieren, wenn ich mal wieder in die Situation komme.

    Meistens lasse ich mich eine ganze Zeit treiben, bis irgend ein äußeres Ereignis plötzlich die Weichen stellt und dann auch alles klar ist.

    Liebe Grüße
    Iris

    • Liebe Iris,

      ja, das ist natürlich auch eine Möglichkeit :-). Ich bin halt schon ein relativ ungeduldiger Genosse – und möchte aktiv beim Entscheiden sein. Ich glaube, sonst käme ich mir fremdbestimmt vor. Wobei ich damals gerne von meinem Coach gehört hätte: „Claudia, mach das …!“.

      Sonnige Grüße,
      Claudia

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