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Wie du Mehrwert richtig einsetzt

Mehrwert im Business richtig verwenden

Mehrwert ist oft gut gemeint, noch öfter aber schlecht gemacht, behaupte ich.

Und ich geb’s zu, das kleine Wörtchen „Mehrwert“ ist inzwischen schon fast zu einem Buzz-Wort verkommen, wird es doch zu jeder Gelegenheit in den Mund genommen. Wenn du denjenigen dann allerdings fragst: „Was verstehst du eigentlich unter Mehrwert?“ – dann kann die Antwort sehr dünn ausfallen.

Für mich ist die Definition im Grunde: Mehrwert sollte immer eine Win-Win-Situation herbeiführen.

Schon wieder so ein Wort, das keine richtige Definition hat, oder? Und darum fangen wir ganz von vorne an und danach erzähle ich dir, wie ich vor einigen Jahren sogar zwei Win-Win-Situationen herbeiführen wollte, eine davon aber sprichwörtlich in die Hose gegangen ist.

Was dir auch zeigen kann, dass du nicht krampfhaft an einem Projekt festhalten solltest, wenn du bemerkst, dass du keinen Mehrwert stiftest, auch wenn du Overdelivering betreibst …

Was sollte eine Win-Win-Situation beinhalten?

Ich denke, das ist dir klar: Wenn du eine Win-Win Situation herstellen möchtest, also Mehrwert bieten möchtest, dann solltest du etwas liefern, das deinem Gegenüber hilft und gleichzeitig dir etwas bringt, was du sonst nicht erreichen würdest.

Der Klassiker nicht nur im Online-Business: Du gibst dein Wissen kostenlos und erhältst dafür Vertrauen und in weiterer Folge darüber Kunden.

Erst unlängst wurde ich von einer Teilnehmerin in Home-sweet-Office 2.0 gefragt, wie viel sie denn kostenlos „herausgeben“ soll, damit die Webinar-TeilnehmerInnen zwar etwas davon haben, allerdings immer noch Interesse an dem kostenpflichtigen Produkt haben.

Bitte etwas Geduld, dazu kommen wir gleich …

Was ist Mehrwert?

Ich würde zwei Möglichkeiten von Mehrwert so beschreiben:

  • Mehr Wert als … etwas Anderes, das du bereits gibst, oder
  • mehr Wert als … jemand Anderes gibt.

Kleiner Sidestep: Gib‘ alles!

Egal, ob es ein Webinar, ein Blogartikel oder ein Freebie ist.

Wenn deine InteressentInnen dadurch einen Schritt weiterkommen, ist es genau richtig. Ich weiß, sehr oft wird von Experten gesagt, man solle nur das Was weitergeben, aber nicht das WIE.

Das halte ich für Unsinn, denn beide hängen eng zusammen und wenn du dir das Wörtchen Mehrwert genauer anschaust, dann ergibt sich aus „Wert“ in meinen Augen das Was – und aus „Mehr“ ergibt sich das Wie. Nur in Kombination von beiden kannst du Mehrwert stiften.

Vor kurzem habe ich mir z.B. ein Freebie von einer Online-Kollegin heruntergeladen, das hieß so ähnlich wie „5 Schritte, um …“. Das Thema hat mich interessiert, eMail-Adresse hinterlassen und los ging es.

Was war der Inhalt?

Ein PDF mit einer Zeichnung der 5 Schritte mit jeweils ein paar Schlagworten dazu …

So etwas ist in meiner Welt weder Win-Win, noch Mehrwert und so schnell hat sie gar nicht schauen können, war ich aus ihrer Liste wieder draußen und wir haben beide nichts gewonnen.

Mehr Wert beinhaltet also immer in gewisser Weise auch Overdelivering.

Wieder so ein Wort, das du sicher im Netz in Zusammenhang mit deinen Angeboten gelesen hast. Es bedeutet, dass du versprichst, etwas zu geben und dann noch eine Leistung oder Inhalte dazu packst, die nicht erwartet wurden (bzw. die du nicht angekündigt hattest …).

Dieses Konstrukt ist trotzdem manchmal wackelig.

Nämlich dann, wenn du gibst, ohne darauf zu achten, ob dein Gegenüber 1) nimmt und 2) wirklich, wirklich etwas davon hat. Nämlich Mehrwert.

Hier kannst du ins Abenteuer hineinhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Wenn dir diese Episode gefallen hat, freue ich mich über ein paar Zeilen und Sternchen auf iTunes von dir!

Hier zeige ich dir genau, wie’s geht.

Aus meiner Praxis: Warum „gut gedacht“ nicht immer „gut gemacht“ bedeutet

So viel zur grundsätzlichen Begriffsdefinition. Lass‘ es mich auf meine eigene, vor ein paar Jahren gemachte Erfahrung übertragen:

Ich wollte bereits seit Jahren einen Podcast starten und immer wieder waren andere, vordergründig wichtigere Projekte dazwischen gekommen. So vergingen fast drei Jahre, bis ich eingesehen hatte, dass ich wohl einen besonderen, liebevollen Tritt brauche. Sehr spontan war die Idee des Podcast-Countdowns geboren:

Ich legte das Start-Datum meines Podcasts mit Anfang August fest und du als LeserIn warst in einen kostenlosen Bereich eingeladen, in dem ich dich über jeden Schritt der letzten 6 Wochen vor dem Start informiert habe. Ich legte meine Planung, die einzelnen Produktionsschritte, jede Entscheidung und natürlich auch meine Hoppalas offen.

  • Dein Win: Ein Blick über meine Schulter und jede Menge Input für deine eigene Projekt-Planung.
  • Mein Win: Endlich das Commitment erreichen und losstürmen. Denn was ich verspreche, halte ich für gewöhnlich auch ;-)
  • Das Ergebnis: 254 LeserInnen haben mich in diesen 6 Wochen begleitet und das Feedback war großartig – auch darüber, was sie sich selbst aus diesen 6 Wochen für eigene Projekte mitnehmen konnten.
  • Das Fazit: Experiment gelungen, alle hatten mehr Wert davon, es war ein absolut sinnvolles Geben.

Overdelivering und so …

Übermütig wie ich manchmal bin, ging gleichzeitig ein weiteres Experiment los (das dann im Endeffekt gescheitert ist …). Die Idee war, gleichzeitig mit dem Podcast auch Videos mit demselben Inhalt aufzunehmen. Die geplanten Wins waren:

  • Dein Win: Nicht Jede(r) möchte lesen oder Podcasts horchen, sondern lieber ein Video sehen, in dem es auch visualisierte Inhalte gibt. Es sollte also ein weiterer Kanal für dich offen sein.
  • Mein Win: Da gab es mehrere:
    1) Meine absolute Scheu vor mir in einem Video überwinden
    2) Effizientes Erstellen von wertvollen Inhalten
    3) Meinen schlummernden Youtube-Kanal beleben

Ich startete also in die Produktion, fand eine schöne Vorlage für die Videos, bereitete Folien auf, die mir auch den roten Faden für die einzelnen Podcast-Episoden gaben und nahm gleichzeitig den Podcast mit Audacity und die Präsentation mit mir im Bild mit Camtasia auf.

Das war eine ziemliche Action mit ziemlich aufwändigen Vorbereitungen … aber immer noch war ich der Meinung, damit jede Menge Mehrwert für beide Seiten zu stiften.

Nach 5 solcher Aufnahmen, dem Schneiden und wieder Ansehen der Videos, beschlich mich allerdings ein eigenartiges Gefühl.

Waren die Videos wirklich mehr wert als das Audio?

War der zusätzliche Aufwand wirklich gerechtfertigt?

Trotzdem machte ich so weiter, bis eine Mail einer meiner Beobachter das ausdrückte, was ich in gewisser Weise schon gespürt hatte, aber nicht in Worte fassen konnte. Ich zitiere hier:

Ich wollte heute auch mal zurückmelden, wie ich zu den Videos stehe, nachdem ich das heutige Video 002 geschaut habe. Ich muss erst mal vorausschicken, dass ich schon andere Videos von Dir gesehen habe und auch an Webinaren teilgenommen habe. Für mein Gefühl hast Du das Thema optimal für ein Audio aufbereitet, soll ja so sein für einen Podcast. Ich hatte also das Gefühl, wenig visuelle Information zu bekommen, obwohl ich alle Information bekommen habe, die notwendig war, Du hast ja alles gesagt. Das liest sich jetzt vielleicht etwas wirr, ist aber genauso bei mir angekommen. Da dachte ich, dass es schade um die zusätzliche Arbeit und Zeit wäre, wenn das Video gar nicht als das ankommt was es ist, nämlich super aufbereitete Information, die einen wirklich weiterbringt. Ich habe mich eben dabei ertappt, wie ich immer noch auf einen zusätzlichen visuellen Input gewartet habe und deshalb nicht so begeistert war wie von den anderen Videos und wie ich von der Podcastfolge war, als ich nur gehört und nicht geschaut habe …

Ein absoluter Augenöffner für mich worauf ich sofort die Produktion der Videos gestoppt habe.

Und soll ich dir etwas sagen? Es war so erleichternd, hat sich so richtig angefühlt! Denn ich hatte bei diesem Geben ein paar Denkfehler …

Mehrwert im Webinar ...

Wenn du wissen möchtest, wie ich in Webinaren für dich Mehrwert stifte, dann klicke auf den Button und schau‘, was das nächste Thema ist!

Wo waren meine Denkfehler?

Behalte den Blick auf dem Mehrwert!

Wie schon geschrieben. Jeder Mehrwert soll mehr Wert beinhalten, als etwas Anderes.

Die Videos hatten zwar einen weiteren Output-Kanal, nämlich den visuellen, allerdings war einfach nicht mehr drinnen. Dazu hätte ich den visuellen Inhalt völlig anders und wesentlich aufwändiger aufbereiten müssen. Mit Screenshots, eventuell mehr und anderen Text, usw.

Außerdem schreibt die Leserin, dass sie bereits einige meiner Videos gesehen hat, ebenso bei Webinaren dabei war und eine gewisse Qualität gewohnt war. Und ja, die habe ich in diesen Videos nicht geliefert.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich „nur“ zwei Fliegen mit einer Klappe fangen wollte …

Daraus ergibt sich auch der nächste Punkt:

Jedes Medium braucht eine andere Aufbereitung

Hätte ich umgeschwenkt und die Folien zum Video anders, also mehrwertiger aufbereitet, wäre ich vor der Situation gestanden, im Audio auf etwas Visuelles hinzuweisen, das dann wiederum den reinen Audio-Hörer nichts gebracht, eher sogar verwirrt hätte.

Das geht einfach nicht!

Ein Text wird für’s Auge aufbereitet. So, dass die LeserInnen darüber scannen können, um entscheiden zu können, ob sie alles lesen möchten, bzw. um zurückzukehren und wichtige Passagen schnell wiederzufinden.

Ein Audio wird für’s Ohr aufbereitet. Du musst darauf achten, Bilder für das innere Auge des Hörers zu formen, ohne sie wirklich visuell vor sich zu haben. Wieder eine ganz andere Art der Konzeption.

Ein Video muss viele Reize für’s Auge bieten, damit die ZuseherInnen dabeibleiben und nicht abschweifen.

Du siehst also, jedes Medium braucht seine eigenen Inhalte, auch wenn es dasselbe Thema ist.

Inzwischen lade ich meine Podcast-Episoden als „Standbild-Video“ auf meinen Youtube-Kanal hoch und nein, das widerspricht sich nicht. Denn sie sind weiterhin zum Anhören gedacht und ich habe mir von HörerInnen sagen lassen, dass sie das sehr gerne über Youtube machen.

Somit ist wieder ein Mehrwert, nämlich der für sie passende Kanal,  drinnen!

Die Konsequenz daraus

Die war damals ganz einfach und auch schnell getroffen: Fokus auf die auditive Aufbereitung, um dir mit diesem neuen Medium möglichst viel zu geben. Und auch möglichst etwas Anderes und mehr zu geben, als du bereits aus meinem Blog, den Videos auf Youtube und meinen Webinaren kennst.

Urteile selbst!

Falls du jetzt gerne einen visuellen Beweis für das Geschriebene hättest, binde ich dir hier das im Zitat angesprochene Video ein.

Sei bitte gnädig beim Anschauen ;-)

Fazit

Es hat gar nicht wehgetan!

Oft ist es sehr schmerzhaft, nicht das gewünschte Feedback auf das eigene „Baby“ zu bekommen, darum mein Input für dich: Überprüfe so rasch wie möglich, ob du wirklich, wirklich Mehrwert mit deinem geliebten Projekt stiftest.

Und ob dieser Mehrwert auch wirklich anerkannt und angenommen wird. Wenn nicht, dann verabschiede dich genauso rasch wieder davon. Denn es geht ums Geben und Nehmen.

Hast du dich auch schon einmal in einem Projekt „verrannt“? Wie bist du damit umgegangen? Hinterlass‘ deine eigene Geschichte im Kommentar!

P.S. Und nicht vergessen: Bleib‘ neugierig!


 

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