Content-Marketing
Kommentare 2

Die 7 größten Zeitfresser im Content-Marketing

Die größten Zeitfresser im Content-Marketing und wie du sie vermeidest

Sie machen den Unterschied zwischen Durchquälen und Entspannung: die Zeitfresser im Content-Marketing!

Bei vielen davon geht's nur um Minuten, aber die sammeln sich und entscheiden im Endeffekt, ob dein Marketing für dich funktioniert …

Kein strukturiertes Content-Archiv

Zu Beginn meiner Anstellung als Programmiererin war's wirklich mühsam. Ich lernte „by doing“ und habe jede einzelne Code-Zeile Buchstabe für Buchstabe eingetippt, herumprobiert, wieder verworfen und neu gemacht, bis es funktioniert hat.

Jahre später war copy & paste angesagt, denn ich hatte so viele unterschiedliche Funktionen entwickelt, dass bei den „alten“ garantiert etwas zu finden war, das ich weiterentwickeln oder anpassen konnte.

Du siehst, worauf ich hinaus will.

Hätte ich mir nicht ein gut strukturiertes Code-Schnipsel-Archiv angelegt, dann hätte ich jedes Mal wieder von vorne beginnen oder erst lange suchen müssen, um eine Applikation zu entwickeln.

Nicht sehr effizient, oder?

Genau denselben Zeitfresser identifiziere ich bei meinen KundInnen auch in ihrem Content-Marketing. Sie finden es bestechend und logisch, alte Inhalte wiederzuverwenden, finden sie aber nicht mehr!

Hier ist ein Beispiel aus meinem eigenen Trello-Archiv, auch in OneNote habe ich viele Text-Snippets aufgehoben, weil sich Trello für lange Texte und das Durchsuchen dieser Texte nicht eignet.

Content-Archiv in Trello

Tipp

Überlege dir bei deinem Archiv nicht, wie du gerne benennen möchtest, sondern wonach du suchen würdest, wenn du es in Zukunft wiederfinden möchtest!

Überhaupt ist das Online-Business dafür prädestiniert. Mehr Tipps gibt's im Artikel Zeit sparen durch Wiederwenden im Online-Business.

Falsche Recherche

Überschreiben könnte man diesen Zeitfresser mit „zu viel lesen – zu wenig schreiben„.

Du recherchierst also zum Thema deines Blogartikels – und bist am Ende der Meinung, dass du darüber eigentlich nicht mehr schreiben musst?

Dann weiß ich schon, was passiert ist: Du hast dir bei deiner Recherche nicht nur die Artikel-Überschriften angeschaut, sondern begonnen, zu lesen. Und dadurch passiert dreierlei:

  • Du hast den Eindruck, dass es schon sehr viel Content zu dem Thema gibt, über das du schreiben möchtest – wer will schon den drölfzwanzigsten Artikel dazu lesen?
  • Du findest diese bereits geschriebenen Inhalte großartig – und kommst zur Überzeugung, dass du das nicht so gut kannst.
  • In deinen Hinterkopf schleichen sich Formulierungen aus diesen Artikeln, die du toll findest. Achtung, so verlierst du deine eigene Sprache, bzw. findest sie erst gar nicht!

Warum ich das so genau weiß?

Na klar, ich habe zu Beginn den gleichen Fehler gemacht. Den habe ich auch in meinem Artikel zum richtig recherchieren beschrieben.

Das ist einmal die Basis dafür, um dich zu entscheiden, ob du überhaupt recherchieren möchtest!

Wenn du ein eindeutiges JA für dich dazu findest, dann möchtest du wahrscheinlich auch ein Tool dazu verwenden, um deine Content-Planung mit Keywords zu verbessern. Dafür empfehle ich Ubersuggest.

Tipp

Bevor du beginnst, aufwändig im Außen zu recherchieren, richte deinen Blick auf bereits bestehende Inhalte, Fragen, die dir gestellt werden, etc. Entwickle dein Thema, statt zu recherchieren!

Apropos: Ups, I do it again 😏, Themen-Entwicklung ist eines der vier Workshop-Themen beim nächsten Intensiv-Tag „So geht Content-Planung“! Klicke auf das Bild oder auf den Link und schau‘, welche Workshops es sonst noch geben wird!

So geht Cotnent-Planung Gratis Intensiv-Tag

Kein Plan, kein Ziel, keine Strategie

Dröges Thema, ich weiß. Und ich habe schon in mehreren Zusammenhängen hier im Blog darüber geschrieben.

Lass mich aber trotzdem drei Punkte aufzählen, bei denen du Zeit verlierst.

Du vermischst denken und tun.

Damit meine ich, dass du dich vor ein weißes Blatt Papier (oder ein Dokument am PC) setzt und dann beginnst, darüber nachzudenken, worüber du denn schreiben willst.

Dann beginnst du zu schreiben und mittendrin gefällt dir das Thema einfach nicht mehr (oder fließt nicht so schön aus der Tastatur) und du denkst darüber nach, doch über etwas anderes zu schreiben.

Damit switcht du zwischen unterschiedlichen Modi herum. Und das kostet Zeit und Energie.

Dasselbe gilt natürlich auch für Newsletter, Podcasts, Videos und Live-Videos.

Was bezweckst du mit deinem Content?

Und damit meine ich nicht, ob du deinen LeserInnen Mehrwert bieten möchtest, das ist sowieso klar.

Was ich meine ist: Wohin führst du deine LeserInnen/ZuseherInnen/ZuhörerInnen?

Möchtest du, dass sie sich in eine Kostprobe deiner Arbeit eintragen, um sie später auf ein bestimmtes (!) Angebot hinzuweisen? Dann wäre es sinnvoll, dir diesen „Zweck“ beim Schreiben bzw. beim Planen deiner Inhalte vor Augen zu führen.

Was ist dein nächstes „Angebot“ (egal ob kostenpflichtig oder eine Kostprobe), auf das du deine Follower vorbereiten möchtest?

Wann wirst du deinen Content produzieren?

Es ist so leicht, sich einen Content-Plan aufzustellen! Das dauert keine Stunde und er ist voll mit tollen Artikeln, Videos und Postings für Social-Media.

Du lehnst dich entspannt zurück, denn jetzt hast du einen Plan.

Der Rest kommt von selbst. Nicht.

Zwischendurch schnell Content zu produzieren, funktioniert selten. Ich möchte hier absichtlich nicht „nicht“ schreiben, denn manchmal springt dich etwas an, das du sofort in kürzester Zeit online hast.

Die Regel ist das allerdings leider nicht, darum ist es wichtig, dass du dir Zeit für das Produzieren deines Contents reservierst. Und zwar schon sehr früh!

Tipp
  • Mache regelmäßig eine Content-Planung!
  • Setze dir für ein bis drei Monate ein Fokus-Thema und mach‘ dir klar, wo du deine InteressentInnen hinführen wirst.
  • Blockiere dir gleichzeitig Zeitblöcke in deinem Kalender, um umzusetzen!

Keine Workflows

Du fängst jedes Mal woanders an. Weißt nicht mehr genau, wie du das Video schneiden möchtest. Überlegst jedes Mal von Neuem, wie und wo du deinen Blogartikel promoten möchtest.

Das kostet alles Zeit!

Ja, ich weiß, dafür Checklisten zu entwickeln, Vorlagen zu erstellen und Anleitungen zu schreiben, kostet auch erst einmal Zeit.

Und natürlich wirst du verschiedene Reihenfolgen (sprich Workflows!) ausprobieren müssen, bis du etwas entwickelt hast, das für dich passt und so wenig Zeit wie möglich verschlingt.

Aber Workflows helfen dir unheimlich dabei, weniger „zu probieren“ und damit Zeit zu sparen. Nicht nur Minuten, sondern in Summe Stunden!

Tipp

Lies dir den Artikel durch, wie du deinen Content schneller produzieren kannst, schnapp‘ dir einen der dort vorgestellten Workflows, passe ihn für dich an – und dann bleib‘ dabei!

Es muss immer etwas Neues sein

Hast du bei der „Suche“ nach spannenden Themen für deinen Content die Tendenz, immer etwas Neues finden zu wollen?

Das ist anstrengend, kostet viel Zeit und ist auch überhaupt nicht notwendig!

Gehe einmal intern auf die Suche, denn ich bin überzeugt davon, dass du bereits genügend Content hast, auf den du zurückgreifen kannst.

  • Du hast 1:1-KundInnen betreut? Welche Fragen stellen sie? Welche Geschichten haben sie erzählt?
  • Welche Webinare oder Vorträge hast du schon gehalten?
  • Gibt es Interviews, die du gegeben hast?
  • Alte Blogartikel/Videos kannst du verbessern oder neu schreiben und neu veröffentlichen.
  • Postest du vielleicht in den Social-Media-Kanälen lange Texte, die dir „einfach“ in den Sinn kommen?
  • Wie sieht's mit deinen Newslettern aus. Verstecken sich hier Perlen, die du zu einem Artikel ausbauen oder zu einem Video machen könntest?
  • Verkaufst du bereits Online-Kurse? Dann nimm Teile oder Themen daraus!
Tipp

Wenn du nicht gerade bei null anfängst, also bisher noch mit keinem Kunden gearbeitet und keine einzige Zeile irgendwo veröffentlicht hast, dann hast du bereits genügend Themen, die du aufgreifen kannst!

Du knauserst bei Tools

Wenn du drei unterschiedliche kostenlose Tools verwendest, um deine Videos so hinzubekommen, wie du das möchtest, dann wird's Zeit darüber nachzudenken, mit welchem kostenpflichtigen Tool du die drei ersetzen könntest.

Ja, wir müssen auf unsere Fixkosten achten und mehrere Tool-Abos läppern sich im Laufe eines Jahres auch zusammen.

Abgesehen davon, macht es oft einfach keinen Spaß, sich mit kostenlosen Tools rüberzuretten. Und wo kein Spaß ist, da ist auch viel Zeit, die verloren geht.

Tipp
  • Mach‘ eine Zeitaufzeichnung, wie lange du fürs Erstellen der unterschiedlichen Medien im Durchschnitt benötigst (und batche die Produktion bitte!).
  • Was fühlt sich zäh an und obwohl es „erfolgreich“ läuft, überlegst du immer wieder, es aufzugeben?
  • Hör‘ dich um, womit deine KollegInnen dieses Medium erstellen und investiere in gutes „Werkzeug“, mit dem es dir Spaß macht, zu arbeiten!
Hier kannst du ins Abenteuer hineinhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Wenn dir diese Episode gefallen hat, freue ich mich über ein paar Zeilen und Sternchen auf iTunes von dir!

Hier zeige ich dir genau, wie's geht.

Perfektionismus

Ein Mitglied aus dem Content-Planungs-Club hatte mir im Willkommens-Fragebogen folgendes geschrieben:

… möchte ich alles richtig machen und wenn schon, dann gleich „perfekt“ starten. Das hält mich wohl zurück. Jetzt freue ich mich auf den Schubs von Dir endlich einfach loszulegen!

Du denkst dir  vielleicht auch: „Ich möchte alles richtig machen und gleich perfekt starten“.

Da muss ich dich leider enttäuschen.

Dein erster Blogartikel wird nicht perfekt sein.
Dein erstes Video wird nicht perfekt sein.
Deine erste Podcast-Episode wird nicht perfekt sein.

Wenn du darauf wartest, dass du durch reines Nachdenken oder durch das Konsumieren von Content (von anderen) perfekt starten kannst, dann wirst du alt und grau sein, bevor du anfängst!

Es geht nicht darum, dass du perfekt startest, sondern darum, dass du STARTEST!

Du kannst alles, was du produzierst, wieder löschen oder überarbeiten. Du kannst dich auch dagegen entscheiden, es zu veröffentlichen!

Aber wenn du nichts veröffentlichst, dann wirst du auch kein Feedback darauf bekommen. Das brauchst du aber, um dich entwickeln zu können.

Tipp
  • Schreiben lernst du nur durch Schreiben.
  • Videos gut zu machen, lernst du nur dadurch, dass du Videos aufnimmst.
  • Audios gut zu machen, lernst du nur dadurch, dass du Audios aufnimmst.

Mein Fazit: Zeitfresser im Alltag gibt's viele

Manche dieser Zeitdiebe und Zeitfresser lassen sich leicht eliminieren, andere brauchen wiederum etwas mehr (Zeit)-Aufwand.

Aber besonders, wenn es um dein Content-Marketing geht, solltest du dich nicht damit abfinden, dass du Eeeeewigkeiten (egal ob gefühlt oder wirklich) dafür brauchst, mehrwertige Inhalte zu erstellen.

Dazu ist diese Art des Marketings zu wichtig für dein Business.

Und wenn du ganz anderes Marketing betreibst, dann hast du wahrscheinlich nicht einmal bis hierher gelesen, oder 😉?

PS: Du willst tiefer in das Thema Planung für Solopreneure eintauchen? Dann schau‘ auf der Übersichtsseite vorbei, da gibt es mehr dazu!

PPS: Und nicht vergessen: Bleib‘ neugierig!


 

2 Kommentare

  1. Ich bin seit vier Jahren im Marketing tätig und habe schnell gemerkt, dass es Dinge gibt, die jeder sehr gut kann und anderes, was ich weniger gut kann als meine beiden Mitarbeiter. Und wieder andere Aufgaben kriegt man einfach nicht hin – oder zumindest nur mit sehr viel Anstrengungen. Gerade Selbstständige und StartUp-Gründer denken, sie müssen sich ganz alleine um alles kümmern. Das ist falsch und braucht unnötig Zeit!

    • Claudia Kauscheder sagt

      Danke für deinen Kommentar! Und wenn keine Mitarbeiter oder Freelancer da sind, dann darf man gewisse Dinge auch einfach NICHT machen ;-)

      Liebe Grüße
      Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.