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Warum ich diese Art von Online Kurs Plattform gewählt habe

Welcher Kursbereich ist der richtige?

Immer wenn ich so richtig fancy Online-Kurs Plattformen sehe (ich bin ja ein kleiner Fortbildungs-Junkie), dann komm‘ ich ins Grübeln, ob das alles so richtig ist in meinem eigenen Kurs- bzw. Membership-Bereich.

Was für eine tolle Gelegenheit, einmal schriftlich darüber nachzudenken, warum es so ist, wie es ist und wohl auch so bleiben wird, Beatrice Krammer hat nämlich zur Blogparade aufgerufen und du kannst noch bis 30.09.2022 mitmachen!

Dann legen wir also los, Beatrice hat da ein paar spannende Fragen …

Bist du schon mal mit deinen Kursen übersiedelt? Erzähl uns mehr darüber.

Ich habe bereits seit 2014 einen Kursbereich, den ich inzwischen ebenso für meine Memberships verwende.

Zu Beginn meiner Onlinekurs-Zeit hatte ich die unterschiedlichen Kurse jeweils auf einer eigenen Domain, das habe ich allerdings nach nur einem Jahr geändert und alles auf eine Subdomain übersiedelt. Denn dann tun sich in meinen Augen meine KundInnen leichter.

Sie brauchen nur einmalig Zugangsdaten und nur einen Link abzuspeichern und wenn sie mehrere Kurse gekauft haben, können sie über die Übersichts-Seite auswählen, in welchem der Kurse sie weiterarbeiten möchten.

Außerdem muss ich so nur einmal WordPress und die Plugins updaten und nicht viele Male.

Auch einige Freebies, die aus Videos bestehen, sind im Kursbereich abgebildet, was den Vorteil hat, dass die BesucherInnen gleich sehen können, was es sonst noch so alles gibt.

Online-Kurs-Plattform meine Übersichtsseite

Den größten Fehler hatte ich bei meinem Trello-Kurs gemacht. Ich hatte nämlich die Inhalte mithilfe eines PageBuilders (das war damals noch OptimizePress) gebaut, weil mir das bei einem Kollegen so gut gefallen hatte.

Was ich dabei allerdings übersehen hatte: Der Umstieg von einem PageBuilder auf ein „normales“ Theme bedeutet, dass du alle Inhalte händisch mit copy & paste übersiedeln musst.

Das war kein Spaß, sage ich dir!

Bist du eher der Typ „fertige Mietplattform“ oder „individuell mit WordPress“?

Als ich mit Onlinekursen begonnen habe, gab es so etwas wie eine „fertige Mietplattform“ noch nicht.

Aber ich denke, ich würde auch heute auf jeden Fall auf eine eigene WordPress-Installation gesetzt. Noch dazu, wo ich über 20 Jahre als Programmiererin gearbeitet habe. Das wäre mir fast wie ein Sakrileg vorgekommen, wenn ich das nicht selbst gebastelt hätte!

Ich verstehe aber sehr gut und empfehle es auch bestimmten KundInnen, wenn man sich für eine fertige Plattform entscheidet, weil man das ganze Technik-Gedöns nicht selbst verwalten möchte.

Der Nachteil dabei ist halt leider, dass die meisten so gehosteten Kursbereiche gleich aussehen (was für die KundInnen allerdings auch ein Vorteil sein kann, weil sie sich mit der Menüstruktur auskennen) und die Individualisierung oft nicht so einfach ist.

Achtung, Falle!

Und zwar keine kleine.

Ich sehe bei KundInnen immer wieder, dass sie sich einen Kursbereich  (oder auch eine Webseite) auf WordPress von einem externen Dienstleister einrichten lassen, diese dann aber nicht verwalten können.

Es ist ganz klar: Wenn du nur einmal gezeigt bekommen hast, wie du z.B. ein neues Produkt anlegst, das mit dem Zahlungsanbieter und deinem Newsletter-Programm verbindest, etc., dann wird das beim nächsten Produkt eine riesige Aufgabe für dich.

Darum sehe ich es als absolut notwendig an, dass du dir nicht nur einen Kursbereich einrichten lasst, sondern dann auch supergut darauf eingeschult wirst. Und, dass du ein gewisses Verständnis für und Interesse an der Technik dahinter mitbringst.

Sonst bist du nämlich zwar nicht von einer Miet-Plattform abhängig, aber von einem Dienstleister.

Auch schon erlebt: Ein Dienstleister richtet den Kursbereich für einen Kunden ein und orientiert sich dann um oder hat so viele NeukundInnen, dass er keine Zeit mehr hat …

Welche Erfahrungen hast du als NutzerIn gemacht? Gab es No-Gos?

So viele gute – und auch ein paar negative Erfahrungen habe ich in diversen Kursbereichen als Nutzerin gemacht! Und die guten überwiegen, vor allem in den letzten Jahren, da hat sich wirklich viel getan!

Nicht zuletzt wegen der Möglichkeiten mit Mietplattformen …

Für mich gibt es eigentlich nur zwei No-Gos:

Eine unübersichtliche oder verwirrende Menüführung und ein Forum.

Ich denke, der Punkt mit der Menüführung ist klar, darum habe ich auch das Theme meines Kursbereiches so gewählt, dass ich zwei Sidebars für umfangreiche Menüs habe.

Menüs Online-Kurs-Plattform

 

So können die Kurs-TeilnehmerInnen auch auf jeder einzelnen Seite mit Strg+F alles durchsuchen, wenn sie z.B. nicht mehr genau wissen, in welchem Kapitel sich welche Information versteckt.

Ich hasse es einfach, mich erst durch viele Menüs und Untermenüs klicken zu müssen, um dort hinzukommen, wo ich hin möchte und nicht alles auf einen Blick zu sehen.

Ja, und Foren.

Ich bin bzw. war in einigen Memberships mit einem angebundenen Forum statt einer Facebook-Gruppe.

Und ich bin dort einfach nicht aktiv, so oft ich mir das auch vornehme.

Am Computer müsste ich mich einloggen und aktiv schauen, ich kann nicht mal kurz mit einem Herzchen zeigen, dass ich zustimme, sondern muss immer einen Text schreiben.

Selbst wenn ich eine App dafür angeboten bekommen würde, würde sich wahrscheinlich nichts daran ändern, weil ich am Handy nicht tippen mag (ist mir einfach zu langsam …).

Ein paar weitere No-Gos, speziell bei Beta-Kursen habe ich in diesem Artikel bereits aufgezählt.

Welche Funktionen sind dir wichtig? Was sind Must-haves für dich?

Wie schon geschrieben, ist eine übersichtliche Menüführung in meinen Augen sehr wichtig. Genauer gesagt möchte ich im Menü alle Punkte und Unterpunkte auf einen Blick überfliegen (oder durchsuchen) können.

Außerdem schrecken mich Videos von epischer Länge ab und bei Aufzeichnungen von Live-Meetings brauche ich inzwischen unbedingt Sprungmarken im Video und ein Inhaltsverzeichnis. Damit kann ich meine Screen-Zeit um einiges verringern.

Ah ja, und die Video-Geschwindigkeit möchte ich bitte auch erhöhen können.

Onlinekurse, die ausschließlich aus Videos bestehen, sind in meinen Augen auch nur bei technischen Tutorials sinnvoll. Ansonsten brauche ich auch Text, um schnell etwas nachschauen zu können und nicht das gesamte Video durchsuchen zu müssen.

Morivation durch Home-sweet-Office

Gamification: Super oder unnötiger Schnick-Schnack?

Von Quiz bin ich kein großer Freund, aber wahrscheinlich kommt es dabei auf die Art der Inhalte an.

In Home-sweet-Office 2.0 geht es z.B. vor allem ums Umsetzen. Ein Quiz würde da wahrscheinlich nicht so viel Sinn machen, allerdings bekommen die Teilnehmerinnen am Ende jedes Monats einen Fragebogen, in dem sie ihre Umsetzungs-Erfolge dokumentieren können.

Häkchen auf der anderen Seite finde ich toll, damit ich sehe, welche Kapitel ich bereits gesehen und abgeschlossen habe.

Was mögen deine KundInnen im Kursbereich?

Die meisten positiven Rückmeldungen, abgesehen von den Inhalten, bekomme ich dazu, wie übersichtlich und „luftig“ mein Kursbereich ist.

Ich denke, das liegt auch daran, dass es keinen unnötigen Schnick-Schnack gibt und die einzelnen Lektionen immer gleich aufgebaut sind.

„Keep it simple“ kommt gut an!

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Wie essenziell sind Unabhängigkeit und Uneingeschränktheit bezüglich Kurs- und Teilnehmerzahl für dich?

Das ist ein wichtiger Punkt, der mir allerdings nicht von Beginn an klar war, bzw. nicht der ausschlaggebende Grund dafür war, dass ich mich für eine eigene WordPress-Installation entschieden habe.

Erst als ich auch begonnen habe, kostenlose Mini-Kurse über meinen Kursbereich laufen zu lassen, hat sich gezeigt, wie gut diese Unabhängigkeit und Uneingeschränktheit tut.

Ich sehe oft bei KundInnen, dass sie Umwege gehen müssen, um nicht in eine teurere Version der Mietplattform zu rutschen, die sich dann wegen günstiger oder sogar kostenloser Kurse für sie nicht rechnen.

Wenn man mit Onlinekursen startet, dann ist der erste Gedanke sicher nicht: „Was mach‘ ich, wenn ich 8 Kurse und 1.000 TeilnehmerInnen habe?“ Das ist noch viel zu weit weg, kommt aber manchmal schneller, als man denkt!

Mit diesen Tools und Plugins betreibe ich meinen Kursbereich

Neben der eigenen WordPress-Installation habe ich mich für das Theme „Tatami“ von Elmastudio entschieden, weil es die Möglichkeit von zwei Sidebars beinhaltet. Außerdem war ich auf der Suche nach einem Theme, bei dem der Header aus einem über die ganze Breite gehenden Bild besteht.

Ein Programmierer hat mir dann das Theme so angepasst, dass ich pro Kurs jeweils ein anderes Header-Bild verwenden kann.

Damit die KundInnen gleich sehen, in welchem der gebuchten Kurse sie gerade sind.

Die Kursinhalte selbst schütze ich durch das Digimember-Plugin, das mich auch schon seit Beginn meiner Kursplattform begleitet. Es mag nicht das günstigste Plugin sein, aber die Anzahl der damit verwalteten Kurse und TeilnehmerInnen ist unbegrenzt.

Und dann gibt es noch ein paar Plugins, mit denen ich arbeite (neben den sicherheitsrelevanten Plugins):

  • Mit Blubrry PowerPress binde ich die Audios ein, die ich auf podcaster.de hoste.
  • Alle Kurs-Videos hoste ich gut geschützt auf Vimeo.
  • Das Plugin CMS Tree Page View sorgt dafür, dass ich den Überblick im Backend  über die vielen Seiten in den unterschiedlichen Kursen nicht verliere.
  • Über das Plugin Custom Sidebars steuere ich, welche Menüs bei welchem Kurs in welcher Sidebar eingebunden sind.
  • ProgressAlly sorgt für die Häkchen im Menü und innerhalb der Seiten. Leider ist es nicht mehr als Einzel-Plugin erhältlich, aber es gibt inzwischen viele unterschiedliche Plugins dafür.
  • Digimember3 *) schützt schon seit Beginn die Inhalte vor unberechtigten Zugriffen.
  • Mein Zahlungsanbieter ist auch bereits seit vielen Jahren Digistore24. Nur bei den hochpreisigen Produkten mit einer kleinen TeilnehmerInnen-Zahl schreibe ich noch händisch Rechnungen.
  • Und zuletzt Shortcodes Ultimate, mit dem ich, völlig unabhängig vom Theme, einzelne Elemente gestalten kann. Z.B. Buttons oder Text-Boxen, die ich hervorheben möchte. Der Vorteil dabei ist, dass diese Hervorhebungen durch das Plugin bleiben, selbst wenn ich das Theme ändern würde.

Die Podcast-Episode zum Artikel

Hier kannst du ins Abenteuer hineinhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Wenn dir diese Episode gefallen hat, freue ich mich über ein paar Zeilen und Sternchen auf iTunes von dir!

Noch ein Wort in Sachen Zeitmanagement

Schnell und möglichst unkompliziert deine Online-Kurs-Plattform mit deinen Inhalten zu befüllen, ist natürlich ein Kriterium dabei, wenn du dich für eine der vielen Möglichkeiten entscheiden möchtest.

Allerdings, so sehr ich auf effizientes Arbeiten achte, so sehr warne ich auch vor einer „einfachen“ Lösung, die dir in Folge (z.B. weil die Mietplattform ihre Preise massiv erhöht) bei einer Übersiedlung viel Zeit kostet.

Auch die Suche nach technischen oder Layout-Details kann dich viel Zeit und Nerven kosten und womöglich gar nicht umsetzbar sein.

Empfehle ich daher auf jeden Fall eine eigene WordPress-Plattform? Nein, denn wie bereits geschrieben, kann auch das eine Falle sein.

Wenn du dich aber für eine eigene WordPress-Installation entscheidest, dann

  • suche dir bitte eine/n Profi für das Aufsetzen des Kursbereiches, der/die nicht in ein paar Monaten sein/ihr Business völlig umstellt.
  • Nimm‘ dir die Zeit (es ist eine Investition in dein Business und dein zukünftiges Zeitmanagement!), deinen Kursbereich gut kennenzulernen.
  • Schreibe dir in eigenen Worten eine Anleitung für die wichtigsten Arbeitsschritte. Also z.B. neues Produkt anlegen, mit dem Zahlungsanbieter verknüpfen, was passiert, wenn ein Kunde kündigt, etc. Das wird dir in Zukunft viele Stunden und Nerven sparen.

Die passende Lösung für dich liegt nicht nur an deiner Affinität zur Technik („Zu blond für Technik“ gilt übrigens nie …), sondern auch an deinem Zeitmanagement!

Also doch zufrieden mit meinem Kursbereich ;-)

Es war gut, einmal im Detail darüber nachzudenken, warum und ob mein Kursbereich so ist, wie er ist und auch so bleiben wird. Natürlich sollte man nie nie sagen, aber solange meine KundInnen so happy damit sind, werde ich nichts ändern.

Außerdem bin ich auch sehr froh, dass ich damals, als ich gestartet bin, nicht so unendlich viele Möglichkeiten hatte, einen Kursbereich aufzubauen.

Denn ein Wechsel von einer Mietplattform zu einer eigenen WordPress-Installation ist viel Arbeit und daran scheitert oft eine Weiterentwicklung des Businesses!

Wie auch immer du dich entscheidest,

PS: Bleib‘ neugierig!


 

2 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    vielen Dank für diesen genialen Beitrag, die Einblicke in deine „Kurswelt“ und das Teilen deiner wertvollen Erfahrungen! Mit dem Punkt „Achtung, Falle!“ sprichst du mir sowas von aus dem Herzen. Das ist etwas, was mir persönlich extrem wichtig ist.

    Herzliche Grüße
    Beatrice

    • Claudia Kauscheder sagt

      Sehr gerne, Beatrice! Und ich weiß als ehemalige Programmiererin, wie schwer es ist, ein Projekt von jemand anderem zu übernehmen …

      Liebe Grüße
      Claudia

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