Wenn ich über Selfcare lese oder höre, dann hat es für mich oft den Anschein, dass im Hintergrund „Selbstoptimierung“ gemeint ist.
Es sind große Aktionen, die dafür gehalten werden, dass du dich um dich selbst kümmerst – und ja, ich bin in früheren Jahren auch darauf reingefallen.
Du weißt es vielleicht nicht, aber ich habe vor meinem Abenteuer Home-Office sehr viele energetische Ausbildungen absolviert und auch in diesem Feld gearbeitet. Daraus war z.B. klar, täglich zu meditieren, Selbstbehandlungen durchzuführen und zu tun, was noch so dazugehört hat.
In diesem Umfeld habe ich übrigens auch Rani Gindl, die zu dieser Blogparade eingeladen hat, persönlich kennengelernt.
Das alles hat viel Zeit gekostet, und immer, wenn ich es nicht geschafft hatte, alles zu tun, was mir empfohlen wurde, war das Resultat ein schlechtes Gewissen und Selbstvorwürfe.
Bis ich verstanden habe, dass Selfcare für mich mehr mit meiner inneren Haltung zu tun hat, als mit Ritualen oder Übungen. Ein paar Gedanken dazu möchte ich dir mitgeben. Sie haben alle mit deinem Arbeitsalltag als Selbständige zu tun und erfordern keinen zusätzlichen Aufwand.
Denn zu tun haben wir alle schon genug.
Danke fürs Zuhören!
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Darum geht's hier:
Selfcare im Arbeitsalltag
Die Beispiele, die ich dir hier gebe, sind sowohl aus meiner eigenen Erfahrung, als auch aus Gesprächen mit meinen Kundinnen in Home-sweet-Office entstanden. Denn ich sehe mich in meinen Kundinnen immer wieder selbst vor 10 oder 15 Jahren …
Ich lasse meine Energie nicht auf 0 % fallen.
Mit deiner Energie ist das so eine Sache, vor allem, wenn du oft mit Hyperfokus arbeitest. Denn dann powerst du womöglich Stunden am Stück durch, hast natürlich das Gefühl, so richtig etwas weitergebracht zu haben, allerdings hat das Konsequenzen.
Denn danach geht gar nichts mehr, dein Energiespeicher ist auf Null.
Leider dauert es wesentlich länger, von Null auf einen sinnvoll hohen Energielevel zu kommen, als wenn du immer wieder einmal Pausen einlegst und somit auf einer flachen Energiewelle durch deinen Tag surfst. Konzentration – Energie geht runter – Entspannung – Energie geht wieder rauf – Konzentration, etc.
Eine Kundin, der ich das kürzlich empfohlen habe, ist völlig begeistert davon, wie gut sie jetzt ihren Alltag bewältigt!
- Die Pomodoro-Technik hilft dir dabei, deinen eigenen Konzentrations- und Entspannungsrhythmus zu finden bzw. zu trainieren.
- Und in diesem Artikel geht es darum, warum du deinen eigenen Energielevel kennen solltest.
Ich setze bunte Prioritäten
Diesen Selfcare-Trick verwende ich erst seit ca. einem halben Jahr, aber er hat wirklich positive Auswirkungen auf den Druck, den ich mir manchmal selbst mache.
Meine To-do-Liste für den aktuellen Tag in Trello ist manchmal viel zu lang. Zumindest gefühlt.
Um dieses Gefühl zu objektivieren habe ich ein Kärtchen mit buntem Hintergrund und dem Namen „Nachmittag“ angelegt. Darunter schiebe ich alles, was ich erst am Nachmittag erledigen werde.

Einer Kundin, die Schwierigkeiten mit der Priorisierung ihrer Aufgaben hatte, habe ich empfohlen, sich so ein Kärtchen mit „Prio 2“ anzulegen. Somit hat sie oberhalb dieses To-do-Listen-Trenners weniger Aufgaben und fühlt sich weniger überwältigt.
- 5 Fragen zu Produktivität – und meine Antworten darauf findest du in diesem Artikel.
- Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit dem Konzept der 1-Minuten To-do-Liste nach Linenberger, hier findest du einen Kompaktkurs dazu.
Ich lasse nichts dringend werden
Zählst du dich zu den Menschen, die Druck brauchen, um in kurzer Zeit viel zu schaffen?
Meine Erfahrung und unpopular opinion dazu: Das ist weder gesund, noch notwendig, sondern schlicht eine Frage von Planung und Training. Denk an den ersten Punkt hier im Artikel …
Ich behaupte sogar, wenn du das von dir denkst, dann hast noch nie (oder selten) das Gefühl erlebt, wie es ist, ein Projekt oder eine Aufgabe so rechtzeitig zu beginnen, dass du entspannt rangehen kannst! Was das für positive Auswirkungen hat, erfahre ich immer wieder von meinen Kundinnen – und fühle es natürlich auch bei mir.
- Näher brauch’ ich darauf gar nicht einzugehen, zu diesem „Erfolgs-Geheimnis“ und gleichzeitigem Selfcare-Tipp gibt’s nämlich einen ausführlichen Artikel von mir.
Ich gebe „rosa Mascherl“ auf
Wer schon einmal mit mir zusammengearbeitet hat oder in einem Webinar bei mir war, der kennt den Ausdruck „rosa Mascherl“.
Damit meine ich Dinge, die weder deinen InteressentInnen, deiner Familie, deinen Freunden noch dir selbst einen Mehrwert bringen. Und du sie trotzdem immer wieder machst, weil …
- weil du glaubst, dass sie wichtig sind (ohne das zu überprüfen),
- weil du das bei einer Mitbewerberin gesehen hast,
- weil du das schon immer so gemacht hast.
Und ja, das hat mit Perfektionismus zu tun. Zwei einfache Beispiele:
Du hast in deinem Posteingang oder in deinen Privatnachrichten mehrere Nachrichten, die du nicht beantwortest, weil jetzt gerade nicht der Zeitpunkt ist, um sie perfekt zu beantworten. Sie machen dir mehrmals täglich ein schlechtes Gewissen.
Lass das rosa Mascherl weg, nimm dir 5 Minuten (gerne mit Wecker) und antworte!
Ich habe ein paar Jahre in Home-sweet-Office jede Woche eine Checkliste mit den neuen Inhalten und ein paar Informationen dazu zur Verfügung gestellt, damit die Teilnehmerinnen diese abhaken können. Kannst du dir denken, wie viele das wirklich in Anspruch genommen haben? Und kannst du dir denken, wie viel Aufwand das für mich bei Änderungen war?
Ich habe damit aufgehört, denn es gibt bei jeder Lektion bzw. Seite bei mir im Kursbereich die Möglichkeit, abzuhaken, was erledigt ist.
Diese rosa Mascherl sehe ich bei meinen Kundinnen übrigens auch immer wieder bei der Videoproduktion, beim Nichtveröffentlichen ihrer Blogartikel und ebenso bei Freebies, die angeblich noch nicht perfekt sind.
Ich schütze mich vor sinnlosen Vergleichen
Ich kann mich noch gut an meine Blog-Anfänge erinnern. Das war so um 2011 herum und in einem Kurs habe ich damals gelernt, dass ich vor jedem Blogartikel eine Google-Suche zu dem Thema starten und mir mindestens die ersten 10 gefundenen Blogartikel dazu durchlesen sollte.
Damit habe ich sehr schnell aufgehört, weil ich bemerkt habe, dass ich dadurch a) meine eigene Schreibstimme verloren habe und b) immer überzeugt war, dass die anderen das viel besser schreiben, als ich es je könnte.
Ich habe auch aufgehört, in diversen sozialen Netzwerken zu scrollen und somit über viele Angebote und Postings zu „stolpern“, die mir das Gefühl geben, ich mache zu wenig, ich mache falsch, ich sollte xy auch machen.
Das tut mir nämlich nicht gut, setzt mich unter Druck und ich hätte das Gefühl, immer hinter irgendetwas herzuhecheln.
Daher gehe ich nur sehr gezielt in Gruppen oder direkt zu Menschen, denen ich gerne folge und die mir guttun. Selfcare at it’s best ;-).
Außerdem plane ich meine Postings über mein Lieblingstool CoSchedule vor, damit ich ein gewisses Grundrauschen erzeuge und nicht so oft auf den Plattformen „abhänge“.
Wie schaut Selfcare für dich aus?
Egal, ob du bei der Blogparade von Rani mitmachen möchtest (es kann übrigens auch ein Video oder ein ausführlicheres Posting sein …) oder nicht: Wie sieht Selfcare für dich aus?
Ich freu mich auf deine Gedanken zu diesem Thema!
PS: Und nicht vergessen: Bleib neugierig!

