Schlechte Tage ermüden, gute Tage ermutigen. Eigentlich bräuchtest du nur den einen Teil zu vermeiden und den anderen zu verstärken – und alles wäre perfekt.
Dir ist sicher bewusst: An diesen schlechten oder guten Tagen hängt deine Motivation.
Und von deiner Motivation hängt natürlich auch deine Produktivität ab, weshalb es hilfreich ist, sich das näher anzuschauen.
Darum geht's hier:
Was macht einen Arbeitstag als Solopreneur zu einem guten oder schlechten Tag?
Du bist als Solopreneur selbst dafür verantwortlich, ob deine Arbeitstage gute oder schlechte Tage für dich sind. Aber wie erkennst du den Unterschied zwischen beiden und was kannst du selbst dafür tun, dass du motiviert bleibst?
Besonders schwierig ist das für dich als Solopreneur, weil es keine ChefIn und keine KollegInnen gibt, die Feedback geben. Auf der anderen Seite ist es aber auch besonders spannend zu erkennen, was du nur glaubst, dass es den Unterschied macht, und was tatsächlich so ist.
Selbstreflektion ist natürlich die Grundlage dafür, und die kannst du trainieren, wenn du Klarheit für dich schaffst!
Was du glaubst, dass den Unterschied macht
Als Solopreneur ist es besonders schwierig, motiviert zu bleiben, weil du keinen Chef außer dir selbst hast. Du bekommst nur Feedback von deinen Followern und KundInnen.
Besonders häufig bekomme ich auf die Frage, was den Unterschied macht, diese Gründe erzählt.
Äußere Umstände als Sündenbock
Einen großen Unterschied machen angeblich äußere Umstände.
Das höre ich immer wieder – dass die dafür verantwortlich sind, ob das jetzt ein guter oder schlechter Tag wird. Dazu gehören auch die Technik, das Wetter oder die schlechte Laune anderer Menschen.
Das Problem: Diese Umstände sind außerhalb deiner Kontrolle.
Du kannst nichts dafür oder dagegen tun, dass die Technik spinnt oder jemand seine schlechte Laune an dir auslässt. Die äußeren Umstände sollten nicht so sehr dafür verantwortlich sein, wie du drauf bist.
Das Kaffeetassen-Gleichnis
Der zweite Grund ist deine Laune und Motivation. Die schwankt jeden Tag und ist schwer änderbar. Dazu erzähle ich dir ein Gleichnis, das ich von meiner Freundin und Coach Silvia Chytil gehört habe: das Gleichnis der Kaffeetasse.
Stell dir vor, du machst dir morgens einen Kaffee, obwohl du keinen Kaffee magst. Er schmeckt bitter und grauslich. Am nächsten Tag probierst du es mit einer anderen Kaffeetasse – vielleicht ist die hübscher oder größer. Aber der Kaffee schmeckt immer noch nicht. Tag für Tag wechselst du die Tasse und hoffst auf Besserung.
Du versuchst also, im Außen etwas zu verändern, damit es innen besser wird.
Die bessere Lösung wäre, Milch oder Zucker hinzuzufügen – das Innere zu ändern. Das Außen verändern zu wollen, um innerlich etwas zu bewirken, ist ein sinnloser Weg.
Der Mythos der perfekten Bedingungen
Der dritte Gedanke sind die perfekten Bedingungen. Die gibt es aber nicht oder nur sehr selten.
Die Frage ist: Was ist überhaupt eine perfekte Bedingung für dich? Es kommt immer darauf an, womit du vergleichst. Wenn du dich mit jemandem vergleichst, der völlig andere Rahmenbedingungen hat, entsteht automatisch Frust.
Danke fürs Zuhören!
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Wodurch schlechte Tage wirklich entstehen
Schauen wir uns an, wodurch schlechte Tage objektiv entstehen. Das beobachte ich vor allem bei meinen Kunden im Halbjahresprogramm Home-sweet-Office 3.0 und im Content-Planungs-Club.
Überforderung führt zu Stillstand
Zu viele verschiedene Ziele, kein Fokus, viel zu volle To-Do-Listen.
Du fragst dich nicht: „Muss das wirklich alles sein? Ist das überhaupt ein To-Do oder nur eine Idee?“
Dadurch entsteht Überforderung, die dich in den Perfektionismus kippen lässt. Wenn du etwas perfekt machen möchtest, aber nicht weißt wie, oder keine Energie dafür hast, startest du gar nicht erst.
Du verschiebst auf morgen oder nächste Woche – und passieren tut nichts.
Reaktiv statt proaktiv
Das zweite Problem: Du arbeitest reaktiv statt proaktiv.
Den ganzen Tag bist du im Modus „Feuer löschen“.
Alles Dringliche, bereits Überfällige bekommt deine Aufmerksamkeit. Dann ist die Energie weg und du kommst nicht dazu, wichtige Aufgaben rechtzeitig anzugehen.
Einer meiner wichtigsten Grundsätze lautet: Nichts dringend werden lassen.
Damit handelst du proaktiv. Dabei hilft natürlich jede Planung. Wenn du planst, rechtzeitig zu beginnen, wirst du auch rechtzeitig fertig.
Fehlende Struktur ermüdet
Schlechte Tage entstehen auch durch fehlende Struktur.
Dadurch gerätst du in ständige Mikroentscheidungen. Das sind oft kleine Entscheidungen, aber die machen müde. Ohne Struktur und Plan ermüdest du dich also selbst.
Falsche Vergleiche frustrieren
Womit vergleichst du dich?
Mit deinen besten Tagen oder mit den Tagen deiner „Mitbewerber“?
Dabei vergessen wir oft, dass nach außen nur gezeigt wird, was gut lief. Wir vergessen, dass wir alleine arbeiten, während die Mitbewerber ein großes Team haben.
Daraus entsteht Unzufriedenheit, weil du dich nicht mit dir selbst vergleichst.
Wodurch gute Tage entstehen
Gute Tage entstehen durch realistische Erwartungen. Erwarte von dir nichts, was du nicht von anderen erwarten würdest.
Stell dir vor, du wärst Chef eines Teams. Würdest du die ständig überfordern? Nein.
Die Lösung ist in meinen Augen immer wieder deine Planung. Mach eine Tagesplanung am Vortag, eine Wochenplanung am Wochenanfang.
Überlege realistisch: Was ist möglich, was nicht?
Ich zähle gerne die verfügbaren Stunden. Wie viele Stunden habe ich, die nicht von Terminen oder Pausen besetzt sind? Was kann ich da realistisch erledigen?
Routinen schaffen Freiräume
Routinen sollten automatisch ablaufen. Du gerätst dadurch eben nicht in Entscheidungsstress, wie gesagt: Mikroentscheidungen machen müde und kosten genauso viel Energie wie große Entscheidungen.
Wenn du Routinen immer gleich abarbeitest, macht das deinen Kopf frei und die Sache produktiver.
Prioritäten und Pufferzeiten
Setze die Priorität des Tages und der Woche. Plane Pufferzeiten ein, damit du ausweichen kannst. Schau dir an, was dich immer wieder „unvorhergesehen“ erwischt.
Meist passiert das nur, weil du es nicht eingeplant hast.
Was hat dich in den letzten Wochen aus der Bahn geworfen? Wie kannst du das vermeiden?
Ich bin überzeugt, dass viel mehr als unvorhergesehen angesehen wird, als es wirklich ist. Wir könnten Strategien entwickeln und tun es einfach nicht. Mit einem Plan für Tag, Woche und Projekte fällt es dir leichter zu entscheiden: Was hat jetzt gerade Priorität?
Dein Energielevel ernst nehmen
Der Energielevel wird oft unterschätzt. Vielleicht kommst du wie ich aus einer Anstellung. Wir kennen das Nine-to-Five-Rädchen: um acht oder neun anfangen, halbe Stunde Mittagspause, bis 17 Uhr durcharbeiten.
Aber vielleicht entspricht das gar nicht deinem inneren System?
Bei mir ist es so: Wenn ich zwischen 5:00 und 6:00 Uhr morgens anfangen kann, ist das meine produktivste Zeit.
Vor kurzem fragte mich jemand, warum ich Co-Working nicht am Abend anbiete. Für mich funktioniert das nicht. Ich kann nicht bis 22:00 oder 23:00 Uhr arbeiten.
Manche Teilnehmerinnen im Home Sweet Office sagen: „8:30 Uhr ist sehr früh für mich.“ Deswegen gibt es Co-Working am Vormittag und am Nachmittag, aber der Nachmittag endet um 17:30 Uhr, weil ich ab da nicht mehr arbeitsfähig bin. Ohne Nachmittagstermine höre ich sogar noch früher auf.
Beobachte deinen Energielevel und baue ihn in deine Tagesplanung ein.
Berücksichtige, ob du ein früher Vogel bist oder nicht. Um 6:00 Uhr morgens wirst du sonst nicht produktiv sein.
Dein Weg zu mehr guten Tagen
- Gute Tage entstehen durch realistische Erwartungen an dich selbst und entsprechende Planung.
- Sie entstehen durch Routinen, die du automatisch abspulen kannst, besonders wenn dein Energielevel niedriger ist.
- Sie entstehen durch die richtigen Prioritäten, sodass du nicht nur beschäftigt bist, sondern wirklich etwas umsetzt.
Beobachte, wann du einen schlechten Tag hattest. Wische das nicht einfach weg mit „wird morgen schon besser“. Überprüfe, woran es lag.
Dasselbe machst du mit guten Tagen. Damit verstärkst du das eine und vermeidest das andere.
Lass die üblichen Ausreden weg: äußere Umstände, eigene Laune, perfekte Bedingungen. Dann holst du dir die Macht über deinen Tag zurück – über deinen guten Tag.
Falls du nicht weißt, wo du anfangen sollst: Schließe die aktuelle Woche mit meiner Feierabend-Checkliste ab. So findest du einen guten Abschluss für Tag und Woche und baust deine Routinen auf. Du kannst sie dir herunterladen.
PS: Und nicht vergessen: Bleib neugierig!