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So funktioniert’s: (nicht nur) Sprachen lernen mit Trello! (Gastbeitrag)

Sprachen lernen mit Trello

Bevor ich die Bühne für Christines Artikel frei mache, möchte ich nur noch betonen, dass du sicher mit diesem System der Boards nicht nur Sprachen lernen kannst.

Nach dem Interview mit Christine für meinen Trello-Kurs, in dem sie ihre Sprachen-Boards ganz genau gezeigt hat, habe ich sofort begonnen, für mich eine Bibiliothek aufzubauen, in der ich alle für mich wichtigen Blogs und Artikel schön sortiert abspeichere.

Also lass‘ dich inspirieren von dieser tollen Anleitung von Christine!


 

Wenn du Claudia und ihren Blog schon länger kennst, ist dir das Organisationsprogramm Trello bestimmt ein Begriff. Dann weißt du auch, dass du damit Termine, Aufgaben, Ideen und sogar Kochrezepte organisieren und einen Redaktionsplan für Blogartikel und sogar für ein Buch erstellen kannst. Aber hast du schon einmal daran gedacht, Trello zum Sprachenlernen zu nutzen?

Aufgaben und Ressourcen

Du hast in Trello im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, das Programm zum Sprachenlernen zu nutzen: Die erste Möglichkeit ist, Trello als Aufgaben-Board einzusetzen und damit deine Lernaufgaben und täglichen Einheiten zu organisieren. Die zweite und für mich viel bessere Möglichkeit ist, Trello als Materialsammlung zu verwenden.

Da ich für meinen Beruf und auch privat diese Materialsammlungen in fünf verschiedenen Sprachen benötige, brauche ich insgesamt sechs verschiedene Boards: ein Board je Sprache und ein allgemeines Board, in das die sprachenübergreifenden Inhalte gestellt werden.

Natürlich schauen wir uns nicht alle sechs Boards an, sondern nur das „Sprachen Allgemeines Material“-Board und das „Spanisch Materialien“-Board.

Das „Sprachen Allgemeines Material“-Board

Trello Sprachen lernen

Die einzelnen Listen

In der ersten Liste links befinden sich die Übersichten und Internetseiten der Online-Wörterbücher zu den verschiedenen Sprachen. Auf dem allgemeinen Board befinden sich hier nicht nur sprachenübergreifende Wörterbücher, sondern alle Online-Wörterbücher, die in meine Materialsammlung insgesamt gehören, auch wenn sie nur eine Einzelsprache abdecken.

In der zweiten Spalte habe ich interessante Sprachen-Blogs und eine Tool-Sammlung aufgelistet. Darin befinden sich nicht nur die Sprachen-Blogs selbst, sondern auch einzelne Blogartikel, die sich speziell mit Lerntools beschäftigen.

Sprachportale, die inhaltlich meist sehr umfassend sind und nicht nur aus einem Blog bestehen, finden sich in der dritten Spalte. Die Spalten 4 bis 7 sind die Tandemseiten, die Übungsseiten, Apps und Vokabeltrainer, die Videos die Podcasts und das Radio. Jede Art von interessantem Lernmaterial, das es wert ist, abgelegt zu werden, wandert also in eine dieser Spalten.

Die Sonderliste auf jedem Board: Der Eingang

Die achte Spalte ist auf diesem Board der „Eingang“. Vielleicht weißt du schon, dass bei Trello jedes Board eine eigene E-Mail-Adresse hat. Wenn ich also einen Newsletter abonniere, der mit Sprache zu tun hat, stelle ich als E-Mail-Adresse die jeweilige Adresse des entsprechenden Boards ein und lasse mir den Newsletter direkt an die Liste „Eingang“ schicken.

In regelmäßigen Abständen – dafür kannst du dir bei Trello Erinnerungen setzen – schaue ich diese Eingangsliste durch und entscheide, ob das eingegangene Material in meine Sammlung aufgenommen wird oder nicht. Wenn es aufgenommen wird, erstelle ich eine entsprechende Karte und sortiere sie in die passende Liste ein. Wenn das Material nicht so interessant ist, lösche ich die Karte einfach.

Die Labels

Die Labels zeigen bei mir an, mit welchen Sprachen welche Inhalte verknüpft sind. Auf dem Board mit dem allgemeinen Material ist daher eine Vielzahl von unterschiedlichen Labels zu finden. Wenn die Inhalte allgemein gehalten sind, also nicht bestimmte Sprachen abdecken, dann vergebe ich das Label „Allgemein“. Außerdem gibt es auf diesem Board noch Labels für Videos und Blogartikel.

Die Bilder

Die kleinen Bilder oberhalb jeder Karte finde ich persönlich sehr sinnvoll, weil dadurch die Karten etwas größer werden und dadurch leichter anklickbar sind. Außerdem findest du so auf dem Board leichter deine abgelegten Inhalte wieder, weil du zusätzlich zu den Worten auch noch den Bildstimulus nutzen kann.

Ich verwende so weit wie möglich die Logos der Internetseiten, von denen die Inhalte stammen. Dadurch lassen sich nämlich leichter Verknüpfungen herstellen: Du weißt bestimmt, dass die Ponswörterbücher immer grüne Einbände haben. Also verwende ich für mein Bild auch das grün hinterlegte Pons-Logo. Übrigens lassen sich die Bilder kinderleicht mit dem Programm Jing einfügen. Wie das genau funktioniert, erklärt dir Claudia in einem Video im Rahmen ihres Trello-Kurses.

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  • Ein Überblick über die Boards, Listen und Kärtchen

Die Verlinkungen

Wenn du jetzt eine Karte öffnest, wirst du in den allermeisten Fällen einen Internetlink vorfinden. Durch einen Klick auf diesen Link kommst du direkt zur passenden Internetseite, entweder zur Homepage oder zur entsprechend eingestellten Unterseite.

Grundsätzlich stelle ich immer die Seite exakt mit dem Link ein, wie ich sie dann während des Lernens oder der Arbeit auch brauche. Es nützt mir nichts, wenn ich immer auf die Homepage verlinke und ich dann jedes Mal fünf Klicks brauche, um auf die passende Seite zu gelangen.

Die Videos

Manchmal finde ich auf YouTube oder auf den Internetseiten der Anbieter selbst interessante Videos und habe aber keine Zeit, sie genau in diesem Moment anzuschauen.

In diesem Fall nehme ich den entsprechenden Link in meine Videoliste auf, vergebe als Label die passende Sprache und „Video“ und versehe die Karte noch mit einem kleinen Bildchen. Wenn ich dann das Video angeschaut habe, entscheide ich, ob ich den Inhalt noch brauche oder nicht. Wenn der Inhalt weiterhin relevant ist, behalte ich die Karte (eventuell mit dem Zusatz in den Kommentaren „bereits angeschaut“), wenn nicht, wird die Karte gelöscht.

Mein „Spanisch Materialien“-Board

Trello Sprachen lernen

Im Großen und Ganzen gilt alles, was ich dir über mein allgemeines Board erzählt habe, auf meinem Spanisch-Board genauso. Hier gibt es allerdings noch einige Zusatzfeatures.

Trello Sprachen lernen

Die Listen

Das Spanisch-Board hat – genauso wie alle anderen Einzelsprachen – mehr Spalten als das allgemeine Board. Ich habe hier zum Beispiel Extraspalten wie „Fernsehsendungen, Radio und YouTube-Kanäle“, „Hörbücher und Podcasts“ und „Musik“. Außerdem sind Spalten wie „Blogs und Zeitungsartikel“ getrennt, weil es in diesen Listen viele Inhalte gibt und das Ganze sonst zu unübersichtlich wird.

Die Labels

Auch in den Boards mit den Einzelsprachen werden alle Kärtchen mit dem jeweiligen Label der Sprache versehen, auch wenn es auf dem Einzelboard nicht unbedingt nötig wäre.

Wenn ich aber jede Karte mit dem entsprechenden Sprachlabel versehe, kann ich die Trello-Filterfunktion nutzen und beispielsweise alle Karten einer Sprache herausfiltern.

Selbstverständlich werden auf dem Spanisch-Board die normalerweise mehrsprachigen Wörterbücher nur mit dem Spanischlabel versehen. Auf diesem Board gibt es zudem noch die Unterscheidung zwischen Video, Audio oder Lesematerial, denn so kann ich leicht entscheiden, was für mich in der jeweiligen Situation gerade passt.

Einen Podcast kann im Auto über das Smartphone anhören, einen Blogartikel beim Autofahren lesen geht leider nicht. Auch hier lässt sich gut die Filterfunktion von Trello nutzen.

Der besondere Videotipp

In der Spalte „Fernsehsendungen, Radio und YouTube Kanäle“ habe ich viele Fernsehsendungen oder Sendereihen, sowohl über die entsprechenden Internetseiten als auch über YouTube, verlinkt.

Da die Sendungen teilweise bis zu zweieinhalb Stunden dauern und ich so gut wie nie eine so lange Sendung auf einmal schauen kann, schreibe ich mir in den Kommentar der entsprechenden Karte immer die Minute, bis zu der ich die Sendung angeschaut habe.

Das nächste Mal steige ich dann genau dort wieder in die Sendung ein. Wenn ich die Sendung ganz zu Ende gesehen habe, lösche ich den Kommentar komplett. Auch der Internetlink zur Sendung wird gelöscht und, wenn es sich um eine Serie handelt, der Link zur nächsten Folge eingefügt. So erspare ich mir lästiges Suchen auf den Internetseiten und muss keine Sendungen doppelt anschauen.

Verlinkungen zu E-Books

Heutzutage werden speziell im Sprachenbereich viele Bücher verkauft, die mit einem Internetportal, meist mit interaktivem Übungsmaterial, verknüpft sind. Auch solche Verknüpfungen füge ich in meine Materialliste ein – das entsprechende Buchcover finde ich meist sehr leicht über Amazon. So finde ich mit einem Klick alle relevanten Lerninhalte.

Zeitungsartikel

Leider ist es nicht möglich, bei Trello ganze Zeitungsartikel zu hinterlegen. Die Trello-Beschreibungen der einzelnen Karten sind auf eine bestimmte Wortanzahl beschränkt. Daher hinterlegte ich in meinen Trello-Karten nur den Link zum Zeitungsartikel, füge das passende Bild dazu ein und nehme den Artikeltitel als Kartenüberschrift.

So kann ich jederzeit auf die entsprechenden Artikel zugreifen. Der Vorteil dieser Vorgehensweise ist auch, dass der Artikel in der Originalformatierung vorliegt – ich lese ihn ja direkt auf der Original-Internetseite.

Musik

Ich bekomme von meinen Sprachpartnern im Ausland häufig Musikempfehlungen. Diese Empfehlungen lege ich mir, wenn mir die Musik gefällt, ebenfalls bei Trello ab.

Eingang

Auch auf diesem Board gilt: Die letzte Spalte („Eingang“) beinhaltet immer die ungeprüften Einträge. Hier kommen die Newsletter an, hier trage ich aber ebenso interessante Internetseiten ein oder Informationen, die ich von meinen Sprachpartnern erhalte. Wenn diese Informationen dann überprüft sind, wandern sie in die entsprechenden Spalten (oder auch nicht).

Ja, das waren die Informationen zu meinem allgemeinen und zu meinem Spanisch-Board. Ich hoffe, ich habe auch in dir die Lust geweckt, dein Sprachenlernen über Trello zu organisieren. Claudia und ich freuen uns auch über weitere Ideen zu diesem Thema in den Kommentaren.

Viel Spaß und Erfolg beim Organisieren und Lernen wünscht dir Christine

Zur Autorin Christine Konstantinidis

Ich heiße Christine Konstantinidis und bin schon seit Jahrzehnten im Sprachenbereich tätig. Ich unterrichte hauptsächlich Italienisch, Englisch und manchmal auch Latein, mache Übersetzungen, begleite Lerner auf ihrem Weg des Sprachenlernens mit Lerncoaching und schreibe auf meinem Blog „Erfolgreiches Sprachenlernen“.  Mehr findest du auf Facebook und auf Twitter unter @ChristineKonst.
Ein Buch gibt es ebenfalls von mir – als Taschenbuch und als E-Book unter anderem über Amazon

P.S. Und bleib‘ neugierig!


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