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Manchen Scheiß muss ich … Blogparade

Einen Scheiß muss ich!
Mein Beitrag zur Blogparade ...
Diese Zeilen entstehen als Beitrag zur Blogparade „Einen Scheiss muss ich!“ von Elke Schwan-Köhr. Wenn du noch mitmachen möchtest, bis 5. August 2019 kannst du noch einen Beitrag dazu schreiben, ob du musst – oder nicht ….

Klar ist der Sinn und Zweck dieser Blogparade: Dich von dieser Vorstellung vieler Marketer, ExpertInnen und anderer zu befreien, dass du gewissen Dinge tun musst, um …

Ja, um was eigentlich?

Erfolgreich zu sein? Sichtbar zu sein? Glücklich zu sein? Du zu sein?

Ist es wirklich so einfach?

Dem stimme ich prinzipiell zu, wenn es darum geht, dass Erfolgsrezepte durch’s Dorf getrieben werden, die du angeblich nur genau einhalten musst, um eben diese Zustände zu erreichen.

Ich selbst habe auch in den letzten Jahren ein paar Richtungen eingeschlagen, die andere als verrückt bezeichnet haben oder als nicht erfolgversprechend …

Und trotzdem. Ich möchte dich mit meinem Beitrag dazu inspirieren, dieses Wort aus der Schublade „böse“ herauszuholen und es unter ganz anderen Gesichtspunkten anzuschauen.

Hier kannst du ins Abenteuer hineinhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Wenn dir diese Episode gefallen hat, freue ich mich über ein paar Zeilen und Sternchen auf iTunes von dir!

Hier zeige ich dir genau, wie’s geht.

Denn mir scheint die Aufforderung „Einen Scheiß muss ich“ eine Einbahnstraße zu sein. Eine Einbahnstraße, die ein Wort in eine Schublade sperrt, die es nicht verdient hat und – noch viel schlimmer – deine Möglichkeiten begrenzt, obwohl sie doch etwas anderes bezwecken möchte.

Müssen ganz pragmatisch

Was würde passieren, wenn du als Selbständige nichts mehr müssen würdest? Oder wie würde es deinen Kindern gehen, wenn du nichts mehr müssen müsstet?

Schauen wir und doch ein paar der Dinge, die du tagtäglich tust (tun musst) auf eine ganz pragmatischen Art an.

Wenn du selbständig bist, musst du dich um deine Buchhaltung und um die Steuern kümmern. Das bedeutet nicht, dass du das selbst erledigen musst! Aber darum kümmern. Das kann bedeuten, dass du alles, was damit zusammenhängt delegierst oder automatisierst, wie Kerstin Müller vor kurzem in einem Interview berichtet hat.

Meine Frag an dich: Ist das ein Muss, das du rundweg ignorierst?

Ich nehme einmal nicht an. Es mag dir keine Freude und keinen Spaß bereiten, das kann sein. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass nicht alles Spaß machen muss. Denn das ist noch so eine Geschichte, die oft durch‘s Netz getrieben wird und der ich nicht zustimmen kann: mach‘ nur, was dir Spaß macht und der Erfolg kommt von selbst. Pustekuchen!

Wenn du Kinder in die Welt setzt, dann musst du dich um sie kümmern. Du musst für ihr seelisches und körperliches Wohl sorgen. Du musst Grenzen setzen. Du musst ganz oft (zumindest solange sie klein sind, später gilt das in meinen Augen nicht mehr) deine eigenen Bedürfnisse hintenan stellen.

Empfindest du das als Muss, das du möglichst umgehen möchtest? Als Last, die dir die Luft abschnürt? Auch hier schätze ich, dass dem nicht so ist.

Und aus dieser pragmatischen Sicht gibt es sicher noch unendlich viele Beispiele. Angefangen von Körperpflege bis hin zum Tod.

Was muss, das muss.

Müssen von Innen heraus

Das ist mein Lieblings-Muss. Erst vor kurzem habe ich mit meiner Freundin und Coach Silvia Chytil ein wie immer leicht philosophisches Gespräch darüber geführt, weil ich wieder einmal in die Falle getappt bin. Die Falle heißt: „Was muss ich tun, damit …“.

Nach einigem hin und her hat sie mich gefragt: „Wenn das Geld von irgendwo anders kommen würde. Dann würdest du doch Home-sweet-Office weiter machen. Weil du musst. Aus deinem Inneren heraus. Du kannst doch gar nicht anders, oder?

Ja. Würde ich. Weil ich von ganz tief drinnen heraus muss.

Und ist es nicht das, wonach du vielleicht auch auf der Suche bist? Nach dem, was andere „Herzensbusiness“, „Berufung“ oder ähnlich nennen?

Verflixt, da steckt doch ein Antrieb drinnen!

Eine Art Sehnsucht, die dich dazu bringt zu sagen: „Ich muss das jetzt einfach machen, egal was dann passiert! Egal was die Konsequenz daraus ist!“

Dieser innere Antrieb, dieses innere Muss – was wären wir ohne?

Ein anderes Beispiel für dieses innere Muss kann aber auch sein, dass du dir sagst: „Ich muss aus dieser Situation heraus.“ Sei es eine gefährliche Beziehung, ein Job, vielleicht sogar ein ganzes Land …

Die Kraft, diese Situation zu verlassen entsteht aus diesem Muss. Spür‘ einmal hin: „Ich möchte/will/würde gerne/verlasse diese Situation“ – Hat das die selbe Macht für dich?

Macht ist übrigens auch so ein Wort, das in einer sehr negativen Schublade steckt …

Müssen als Konzept des Friedens

Das ist ein ganz mächtiges Muss. Und nein, du musst dabei nicht gleich an den Weltfrieden denken. Ganz im Kleinen: Du musst dich an geltende Gesetze halten. Stell‘ dir vor, was passieren würde, wenn sich niemand mehr an die Straßenverkehrsordnung halten würde? Oder wenn wir bei der Selbständigkeit bleiben: Wenn sich deine Kunden und du nicht an eure Vereinbarungen halten würden?

Chaos pur.

Um möglichst friedliche Begegnungen und Beziehungen pflegen zu können, braucht es Regeln, an die du dich halten musst.

Jüngstes „kleines“ Beispiel, was passiert, wenn dieses Muss ignoriert wird, zeigt sich für mich im Umgang mit EScootern in den großen Städten. Ein tolles Konzept der (grünen?) Mobilität wird wahrscheinlich zunichte gemacht, weil sich viele einen Scheiß um das Muss (=Einhalten von Regeln) kümmern.

Wobei ich als Sidestep sagen muss, dass ich dem Ausleih-Konzept auch eher skeptisch gegenüber stehe, aber das ist ein anderes Kapitel …

Müssen als Entwicklung

Ich sehe sowohl bei mir als auch bei meinen KundInnen, dass das Müssen ganz oft ein Schritt in Richtung Entwicklung ist. Wenn einmal überwunden wird, was Angst macht – und durchaus mit „müssen“ überwunden wird, – wird ein weiteres kleines Stück Freiheit erobert!

Wie z.B. eine meiner Kursteilnehmerinnen geschrieben hat…

Ich sitze hier vor meiner ersten realistischen Wochenplanung und mir laufen die Tränen.
[…]

Das Umdenken kam mit den Zeitblöcken und dass ich fertig bin, wenn der Zeitblock zu Ende ist. Völlig neues Denkkonzept. Ich lebe seit Jahrzehnten mit dem Frust und Druck nicht fertig zu werden.

Aber die Gänsehaut habe ich seit heute früh 06:30Uhr.

Als ich begann meine Termine aus meinem Kalender in die Wochenplanung ( Cockpit!! ) einzutragen. Mir dann meine schon vorbereitete To do Liste in Trello für die Woche damit abzugleichen….. fiel es mir wie Schuppen von den Augen, womit ich mich all die Jahre malträtiert habe. Es geht sich nicht aus, zeitlich unmöglich. Also meine To Do Liste neu überarbeitet.

Das hört sich alles so banal an aber für mich war es wie ein neuer Gipfelausblick …

Jetzt bin ich fertig. Mein Timer hat geklingelt ;-)

Danke Claudia, Dein Kurs, deine Podcasts und unser tägliches CheckIns sind unbezahlbar für mich.

Der innere Drang (das innere Müssen) war für sie so stark, dass sie das umsetzen musste. Für sich. Und damit hat sie einen unglaublichen Entwicklungs-Schritt gemacht, Freiheit gewonnen und ihr Selbst-Vertrauen gestärkt.

Natürlich darfst du bei diesem Müssen sehr achtsam mit dir selbst sein. Es geht hier nicht um blanke Überforderung und ständigen Stress, sondern darum, dir selbst neue Möglichkeiten zu eröffnen.

Eben raus aus der Einbahnstraße des Bestehenden.

Fazit

Wenn dir das viele Müssen in deinem Leben Freiheit und Glück nimmt, dann überprüfe, ob sie zu den genannten Kategorien gehören. Und wenn ja, dann nimm einen anderen Blickwinkel ein. Überlege dir die Konsequenzen, wenn du diese vermeintlichen Zwänge aus deinem Leben verbannst. Und schließe Frieden damit, dass es keine eindeutige Schublade gibt, in die du dieses Wort stecken kannst.

Wenn nein, dann kann ich dich nur bestärken, dem Titel dieser Blogparade zu folgen!

Das hat jetzt richtig gut getan, einmal so viel „müssen“ in einem Text unterbringen zu können, obwohl „man“ das ja nicht tun sollte … Allerdings schließt sich hier der Kreis, denn:

„Einen Scheiß muss ich darauf aufpassen, dass ich kein MUSS im Text benutze …“

P.S. Und nicht vergessen: Bleib‘ neugierig!


 

5 Kommentare

  1. Liebe Claudia,
    vielen, vielen Dank für diesen großartigen Beitrag zur Blogparade! Ich finde diese „umgedrehte“ Sichtweise toll, schon allein weil sie zeigt, dass es eben nicht nur Schwarz und Weiß gibt und dass immer alles eine Frage der Perspektive ist.
    Ich muss gestehen, dass ich diesen Kommentar zwischendrin unterbrechen musste, weil mir grade so viele Gedanken durch den Kopf schießen, die ich einfach sofort notieren musste. Du hast da grade richtig was losgetreten, liebe Claudia! :)

    Sonnige Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      ich danke DIR, dass du die Blogparade wiederholt hast – und dass du es mir anscheinend nicht übel nimmst, dass ich ein bisserl quergeschossen habe <3 Wenn du darüber plaudern möchtest, was ich da bei dir losgetreten habe, jederzeit gerne!

      Liebe Grüße
      Claudia

  2. Hallo Claudia,
    ein genialer Beitrag! Ohne Müssen geht es nicht – aber wir können überlegen, wie wir mit dem jeweiligen Muss umgehen.

    Ich kann bestätigen, Zeitblöcke sind befreiend, auch wenn der Kalender dadurch voller aussieht.

    Zauberhafte Grüße
    Birgit

    • Hallo, Birgit!

      Danke für deine Zeilen! Ja, das ist wirklich eine Umgewöhnung, auf einen vermeintlich vollen Kalender zu schauen und sich nicht erdrückt zu fühlen. Vor allem, wenn man bisher wirklich nur „echte“ Termine darin stehen gehabt hat …

      Sonnige Grüße
      Claudia

  3. Liebe Claudia,

    du hast schon recht: Das Müssen hat auch etwas sehr Tröstliches, das uns Sicherheit und Ordnung gibt. Wenn man diesem „Was muss, das muss“, dann auch noch so ein inneres „Ich-will-das“ beifügt, macht es gleich noch viel mehr Spaß, finde ich!

    Alles Liebe
    Margit

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