Selbstmanagement und Selbstführung
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6 Gelegenheiten, um weniger unproduktiv zu sein

Unproduktiv sein

Kannst du deine unproduktiven Phasen so richtig genießen?

Ganz ohne schlechtes Gewissen?

Nein?

Dann hast du die Entscheidung, einfach mal einen solchen unproduktiven Tag einzulegen, nicht getroffen.

Es ist nichts Böses dran.

Ständig und durchgehend sollte es halt nicht sein, weil es dich unzufrieden macht, wenn du eben immer dieses doofe Gefühl hast, dass du nichts weiterbringst und für alles Ewigkeiten brauchst.

Erkennst du, wenn du unproduktiv bist?

Sicher gibt es dafür irgendwo schlaue Berechnungen, wenn du in einem Produktionsbetrieb arbeitest.

Ich sehe bei meinen KundInnen aber, dass das eher ein diffuses Gefühl ist.

Dass du das erkennst und mit einem Augenzwinkern und Wohlwollen auf dich selbst schaust, das möchte ich erreichen.

Es gibt genügend Tipps dafür, wie du deine Produktivität steigerst und darum gehen wir die Sache einfach einmal von der anderen Seite an, nämlich der Unproduktivität. Vielleicht fühlst du dich an der einen oder anderen Stelle ertappt?

Apropos ertappt: Ich habe kürzlich alle Newsletter der TeilnehmerInnen meines Content-Planungs-Clubs abonniert und dann folgende Rückmeldung einer Teilnehmerin bekommen:

„Ich muss zugeben, dass ich mich ein wenig auf dem Prüfstand fühle …“

Meine Antwort: „Wie wäre es, wenn du dich nicht auf dem Prüfstand, sondern unterstützt fühlen würdest?“

Es ist wie so oft eine Frage der Perspektive … auch bei der Frage „Wann ist etwas unproduktiv?“.

Aber ich schweife ab … starten wir los, schließlich geht es darum, weniger unproduktiv zu sein 😉.

Die Podcast-Episode zum Artikel

Hier kannst du ins Abenteuer hineinhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Wenn dir diese Episode gefallen hat, freue ich mich über ein paar Zeilen und Sternchen auf iTunes von dir!

Hier zeige ich dir genau, wie's geht.

Warte auf den perfekten Zeitpunkt

Wenn du von deiner Arbeitsenergie her eher eine Eule bist, wirst du wahrscheinlich um 06:00 Uhr Früh nicht so fit im Kopf sein, dass du dich mit Begeisterung auf deinen nächsten Blogartikel stürzt, das ist klar.

Das steht aber in keinem Widerspruch dazu, dass es unproduktiv ist, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten – der kommt nämlich nicht einfach freiwillig um die Ecke.

Falls du Kinder hast: hast du auf den perfekten Zeitpunkt gewartet, sie zu bekommen? Wenn ja, wie konntest du den bestimmen?

Genau: Indem du höchstwahrscheinlich gewisse Vorbereitungen dafür getroffen hast. Du hast dir den richtigen Partner dafür ausgesucht, überlegt, welche Wohnsituation du dir für deine Familie wünscht, deine Finanzen gecheckt …

Oder vielleicht auch nicht.

Es gibt ihn nicht, den perfekten Zeitpunkt. Nicht, um dich selbständig zu machen, Kinder in die Welt zu setzen oder produktiv zu sein.

Was du allerdings tun kannst, ist dich ihm anzunähern, indem du dich beobachtest, wie du tickst und dann jeweils den für dich besten Zeitpunkt für deine unterschiedlichen Aufgaben festlegst.

Das entspricht auch meinem Prinzip der Zeitblöcke bei der Wochenplanung.

Und nachdem ich so oft nach meinen Zeitblöcken gefragt wurde, hier ein Blick hinter die Kulissen.

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Plane dich zu Tode

Planen ist echt etwas Tolles.

Weil es oft eine Fantasie-Reise ist. Du kannst dir beim Planen vorstellen, wie alles funktioneren und flutschen wird. Wie du Erfolg damit hast, wie begeistert deine Kunden davon sind.

Aber bitte übertreib‘ es nicht!

Je kleinteiliger und langfristiger du planst (in dieser Kombination!), desto mehr wirst du umplanen müssen. Weil es einfach Tatsache ist, dass du keine Glaskugel hast und somit nicht weißt, wie sich dein Tag, deine Woche, geschweige denn dein Jahr entwickeln wird.

Du weißt, dass ich eine absolute Verfechterin von Planen bin. Pläne geben eine Richtung vor, geben dir einen Überblick und eine gewisse Sicherheit.

Wenn du allerdings mehr Zeit mit deiner Planung als mit dem Tun verbringst, dann bist du unproduktiv in der Planung.

Erst vor kurzem habe ich in diesem Zusammenhang meine Projekte-Grobplanung hergezeigt:

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Also behalte bitte im Hinterkopf:

Erfinde das Rad immer wieder neu

Auf Bewährtes zurückzugreifen, Aufgaben immer in der gleichen Reihenfolge abzuarbeiten und dich dadurch nicht mehr zu verzetteln klingt öde?

Und darum probierst du ständig Neues aus?

Dann überleg‘ doch bitte, wie du an anderer Stelle etwas Spannung und Spaß in dein Leben bekommst.

Unterm Strich ist es nämlich unbefriedigend, wenn du am Ende deiner Bemühungen kein Ergebnis bekommst, das dich weiterbringst.

Genau dafür sind nämlich so Ansätze wie Routinen und Workflows gedacht. Dass du rasch zu einem Ergebnis kommst, das dich an dein Ziel bringt und du dir dadurch Zeit freischaufelst für Dinge, die spannend und gerne auch neu sind.

Das gilt übrigens nicht nur für Workflows und/oder Routinen, sondern für dein gesamtes Business.

Ich kann mich noch gut an meine Anfänge erinnern.

  • Ich habe ein neues Freebie erstellt.
  • Habe es zaghaft angeboten.
  • Der Response war nicht so hoch wie gewünscht.
  • Ich habe ein neues Freebie erstellt …

Du kannst dir schon denken, wie es weitergegangen ist. Und dasselbe Spiel habe ich auch mit diversen Online-Kursen und anderen Angeboten gespielt.

In meinem Rückblick auf 5 Jahre meiner Onlinekurs-Entwicklung lass‘ ich ziemlich die Hosen runter 🤦‍♀️.

Der Erfolg kam erst, als ich mich ganze zwei Jahre nur auf eines meiner Produkte konzentriert habe, nämlich mein Home-sweet-Office 2.0.

Heute habe ich dadurch, dass ich so lange Zeit nichts Neues „erfunden“ und ausprobiert habe, die Basis dafür, dass ich neue Produkte, wie z.B. den Content-Planungs-Club ins Leben rufen darf.

Sei kein guter Chef für dich

Du beobachtest dich selbst mit Argusaugen – allerdings schaust du nur darauf,

  • was du nicht geschafft hast,
  • was du nicht erledigt hast,
  • was andere besser/schöner/schneller/professioneller als du machen?

Gratuliere.

Wenn du so einen Chef in deiner Anstellung gehabt hättest, wärst du kreuzunglücklich gewesen und wahrscheinlich sogar vor ihm/ihr geflüchtet.

Dumm gelaufen, dass du dein eigener Chef bist 😉.

Du wirst dich selbst nämlich nicht los!

Solche Vergleiche machen dich unglücklich, unproduktiv (diese Selbstgespräche kosten nämlich wahnsinnig viel Zeit) und bringen dich keinen Schritt weiter.

Was würdest du dir von einem coolen Chef wünschen?

Zur Veranschaulichung, was Selbstfürsorge als Selbständige/r bedeutet – und ich hoffe, du erkennst dich nicht allzu gut darin!

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Ignoriere deinen Kalender

Du arbeitest zwar mit einer ToDo-Liste und vielleicht sogar mit einer eigenen Projekt-Planung, allerdings überlegst du beim Vollpacken deiner ToDo-Liste immer nur, was du gerne (oder dringend) erledigen solltest.

Und dabei ignoriere bitte möglichst deinen Kalender.

Denn es ist ja egal, dass du heute schon 4 Stunden mit Kunden-Terminen verplant hast.

Es ist auch egal, dass dein Kind am Nachmittag zum Fußball-Training geführt werden muss.

Und es ist auch egal, dass du eigentlich nicht genau weißt, wie lange du für welche deiner Aufgaben brauchst.

Gehst du so oder ähnlich an deine Tages- oder Wochenplanung heran, dann ist es kein Wunder, wenn am Ende des Tages immer noch so viel ToDo-Liste übrig ist.

Da fällt mir der Vergleich mit dem Sparen ein:

Wenn du nur das sparst, was am Ende eines Monats noch an Geld übrig ist, dann wird's nichts mit dem gut gefüllten Konto.

Schaffst du allerdings am Anfang des Monats deine Sparrate bereits beiseite, ist klar, dass du mit dem Rest an Geld auskommen musst. Mehr ist ja einfach nicht da, denn wir alle haben im Keller keinen Esel stehen, der Geld sch… (du weißt schon, Märchen und so …)

Wir haben aber auch keinen Esel im Keller, der Zeit für uns produziert …

Auch wenn es manche erstaunt, weil es inzwischen tolle Online-Kalender gibt, ich führe meinen Excel-Kalender schon seit Jahren genau so, wie im verlinkten Artikel beschrieben.

Inzwischen haben sich noch einige Sheets mehr zu meinem Excel-Cockpit hinzugesellt, wie z.B. die Liste aller meiner Artikel und Videos, Launch-Pläne, uvm.

Streiche keine ToDos

Von den 10 Aufgaben, die einen Platz auf deiner heutigen ToDo-Liste gefunden haben, hast du nur 3 erledigt?

Macht ja nichts, morgen ist ja auch noch ein Tag! Und übermorgen. Und überübermorgen …

So kommt's, dass du am Ende der Woche dasitzt und die ganze Woche eigentlich nur eine Welle an Aufgaben vor dir hergeschoben hast.

Weil – es ist ja alles wichtig.

Blankes Entsetzen haben meine KundInnen übrigens in den Augen, wenn ich sie auffordere: Streiche die Hälfte deiner ToDo-Liste!

Was ist allerdings die Alternative dazu?

Ich kenne das Phänomen selbst, denn es ist mir auch nicht leichtgefallen, Aufgaben loszulassen. Aber die Alternative ist ein ständiges Gefühl der Überforderung, ständige Unzufriedenheit und das Gefühl, es nie auf die Reihe zu bekommen.

Der Wellenbrecher heißt: Priorität(en) setzen!

5 Fragen möchte ich dir mitgeben, die du dir stellen kannst, wenn's gar zu schwer wird, eine deiner Aufgaben zu streichen und/oder Prioritäten zu setzen:

  • Was bringt mir unmittelbar Geld in die Kasse?
  • Was passiert, wenn ich das jetzt nicht mache?
  • Was dient meinem äußeren Ziel?
  • Wenn ich morgen drei Wochen auf Urlaub fahren würde – was würde ich dann noch heute erledigen?
  • Was muss ich tun, um heute zufrieden schlafen zu gehen?

Fazit

Umgekehrte Psychologie ist ja so ein bisserl Selbstüberlistung. Aber die braucht es oft, um – wie schon zu Beginn geschrieben – eine neue Perspektive einzunehmen.

DIE wichtigste Perspektive auf dich, was du tust und was nicht, ist die, des „liebevollen Blicks“, wie ich es gerne nenne.

Geißle dich nicht, wenn du eine unproduktive Phase hast.

Nimm es lieber als Gelegenheit, gut mit dir umzugehen.

Solange diese Phase nicht Wochen andauert und du die „Gelegenheiten“, die ich dir in diesem Artikel aufgezeigt habe, ständig ergreifst, ist doch alles gut!

Gerade in so herausfordernden Zeiten wie jetzt.

Darum wiederhole ich gerne meine Einstiegs-Frage an dich: Kannst du unproduktive Zeiten genießen?

Ganz ohne schlechtes Gewissen?

P.S. Und nicht vergessen: Bleib‘ neugierig!


 

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