Kooperationen im Onlinebusiness sind kein Selbstläufer, aber sie sind eines der wirkungsvollsten Mittel, um deine Reichweite zu erhöhen, deinen Expertenstatus zu festigen und die eigene Bubble zu durchbrechen. Und das Beste: Sie müssen nicht für immer sein.
Ob ein gemeinsamer Podcast für eine Season, ein einmaliger Gastartikel oder eine mehrwöchige Verkaufsaktion, Kooperationen können so gestaltet werden, wie es zum eigenen Business passt.
Ich selbst bin nicht der Typ für langfristige Kooperationen, wie z.B. einen gemeinsamen Onlinekurs zu starten, ich arbeite lieber alleine. Aber wie du an meinen Beispielen sehen wirst, können auch kurzfristige Kooperationen Spaß machen und deiner Reichweite einen ordentlichen Boost geben.
Darum geht's hier:
Das Wichtigste vorab: Die Grundvoraussetzungen
Bevor du überhaupt an eine Kooperation denkst, gibt es ein paar Grundprinzipien, die du unbedingt beachten solltest:
Gleiche Werte, ähnliche Zielgruppe, aber anderes Angebot.
Das ist die wichtigste Voraussetzung. Zwei Hundetrainerinnen, von denen eine Agility und die andere verhaltensauffällige Hunde betreut, können wunderbar kooperieren. Zwei Selbstmanagement-Trainerinnen mit demselben Angebot eher nicht. Die Zielgruppe soll übereinstimmen, das Angebot soll sich ergänzen.
Ähnliche Business-Größe
Wenn der Unterschied in Reichweite und Bekanntheit zu groß ist, ist es keine Kooperation mehr, sondern eher Mentoring oder einseitige Unterstützung. Das darf sein, aber man sollte es bewusst so benennen.
Kooperationen basieren auf Vertrauen.
Trau dich, Dinge auszuprobieren und riskiere auch mal, auf die Nase zu fallen. Solange es nicht zu viel kostet, ist jede Erfahrung wertvoll.
Kooperationen müssen eine Win-Win-Win-Situation sein
Dein Win ist klar, aber auch für den/diejenige, mit der du diese Zusammenarbeit eingehst, soll es einen wie auch immer gearteten Gewinn daraus geben. Das könnte auch sein, dass sie ihren/seinen Followern interessante Inhalte bietet.
Und der dritte Win sollte natürlich für diejenigen sein, die den Content aus der Kooperation erhalten.
Danke fürs Zuhören!
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Vorarbeit: Keine Kaltakquise!
Bevor du jemanden ansprichst, sind zwei Dinge entscheidend:
1. Schau, wen du schon kennst. Wer ist bereits in deinen Kontakten, hat eine ähnliche Zielgruppe, aber ein anderes Angebot?
2. Recherchiere gezielt. Wer ist online unterwegs mit der gleichen Zielgruppe, aber einem anderen Thema?
Wenn du jemanden gefunden hast, der gut passen würde: Mach dich Schritt für Schritt sichtbar.
Das bedeutet:
- Abonniere den Newsletter (mit deiner wichtigsten E-Mail-Adresse, nicht der Newsletter-Sammeladresse!).
- Kommentiere auf Social Media, like und teile die Inhalte der angestrebten Kooperations-PartnerInnen.
- Antworte auf Newsletter-Mails, und zwar mit echtem Inhalt, nicht nur „Super Newsletter!“
- Tauche bei Webinaren oder Events auf.
- Lade dir Freebies herunter und schreibe deinen zukünftigen Kooperations-PartnerInnen, was du daran schätzt.
Und genauso wichtig: Mach die anderen in deiner Community sichtbar. Empfehle sie im Newsletter, auf Social Media, im Podcast. Das wirkt vice versa.
Aber jetzt zu den 5 Vorschlägen von mir, die ich alle schon durchgeführt habe und die auch für Kooperations-EinsteigerInnen geeignet sind.
Der Freebie-Tausch
Der Freebie-Tausch ist wahrscheinlich die unkomplizierteste Kooperationsform überhaupt und trotzdem sehr wirkungsvoll für den Listenaufbau.
Erstmalig wurde ich von Barbara Riedl-Wiesinger darauf angesprochen und seitdem empfehlen wir uns immer wieder gegenseitig, vor allem in unseren Newslettern.
So funktioniert es:
Du promotest das Freebie einer Kooperationspartnerin in deinem Newsletter und sie promotet deines in ihrem. Beide gewinnen neue Abonnentinnen aus einer Zielgruppe, die bereits ähnliche Interessen hat.
- Finde jemanden aus deinem Netzwerk mit ähnlicher Zielgruppe, aber anderem Angebot und einem Freebie, das du wirklich gut findest.
- Schau dir das Freebie vorher an: Ist es qualitativ hochwertig? Würdest du es wirklich empfehlen wollen?
- Sprich die Person an und mach einen konkreten Vorschlag: „Ich würde gerne dein Freebie X in meinem nächsten Newsletter empfehlen. Magst du meins dafür auch vorstellen?„
- Gebt euch gegenseitig Zugang zum Freebie (ohne Anmeldung, wenn möglich).
- Sprecht ab, wer wann promotet, idealerweise nicht gleichzeitig, sondern zeitversetzt.
Und dann gibt’s noch diese Erweiterungsmöglichkeiten:
Gemeinsame Freebie-Landingpage: Eine Seite mit beiden Freebies, die beide promoten. Achtung: Um Duplicate Content bei Google zu vermeiden, setzt eine Person die Seite auf und beide promoten sie
Freebie des Monats: Du machst regelmäßig (monatlich oder quartalsweise) ein Freebie einer Kooperationspartnerin zum Thema.
Freebie-Monat: Einen ganzen Monat lang empfiehlst du ausschließlich Freebies von Kooperationspartnerinnen oder Kundinnen. Eines der besten Beispiele dafür ist Das große Kostproben-Buffet, das Beatrice Krammer jedes Jahr im Herbst neu füllt.
Wichtig ist bei dieser Kooperationsform, dass du nur Freebies empfiehlst, hinter denen du wirklich stehst, denn dein Ruf hängt immer auch von deinen Empfehlungen ab.
Sie ist aber perfekt als Einstieg für dich: Kostet nichts, geht schnell, du hast wenig Aufwand.
Der Gastartikel
Der Gastartikel ist die wohl bekannteste Kooperationsform im Onlinebusiness, trotzdem wird er oft unterschätzt.
So funktioniert es:
Du schreibst einen Artikel für den Blog einer anderen Person, oder du lädst jemanden ein, bei dir zu schreiben. Der Vorteil: Du erreichst eine neue Zielgruppe, die dich noch nicht kennt, und zwar über eine Person, der diese Zielgruppe bereits vertraut.
So gehst du vor:
Im Prinzip gilt alles, was ich beim „Anbandln“ in den Grundvoraussetzungen beschrieben habe. Wenn es dann zur Kooperation kommt, schreib den Artikel auf dem Niveau des Gastblogs, oder besser. Schau dir vorher an, wie lang die Artikel dort sind, welchen Stil sie haben, welche Tiefe erwartet wird.
Qualität ist dabei nicht verhandelbar. Ein schlecht ausgearbeiteter Gastartikel schadet dem Ruf beider Seiten. Wenn du einen Gastartikel einreichst, der nicht dem Niveau des Blogs entspricht, kann und sollte die Gastgeberin ihn ablehnen, auch wenn das unangenehm ist.
Das habe ich übrigens erst einmal in meiner Selbständigkeit machen müssen. Und ja, es war unangenehm und ich wurde von demjenigen danach geghostet. Aber wie schon geschrieben: Qualität ist nicht verhandelbar.
Wenn du selbst Gastartikel annimmst: Sei klar in deinen Erwartungen und scheue dich nicht, Überarbeitungen zu verlangen.
Tipp: Gastartikel schreiben fühlt sich oft schwerer an als der eigene Blog, weil man sich anpassen muss. Plane deshalb mehr Zeit ein, als du üblicherweise für einen deiner eigenen Artikel brauchst. Verfalle aber bitte nicht in Perfektionismus! Das passiert mir nämlich immer wieder bei Gastbeiträgen ;-).
Und als Zusatz-Tipp: Bevor du deinen Vorschlag anbringst, überprüfe, ob es auf dem Blog, auf dem du einen Gastartikel veröffentlichen möchtest, dieses Thema schon gibt. Das würde sonst nämlich eine sichere Ablehnung geben.
Die Blogparade
Die Blogparade ist ein unterschätztes Format, sowohl was den Aufwand als auch was den Impact betrifft. Sie war früher sehr verbreitet und ist heute seltener geworden, was sie gleichzeitig wieder interessanter macht.
So funktioniert es:
Du rufst ein Thema aus und lädst andere ein, dazu einen Beitrag zu veröffentlichen. Als Blogartikel, Podcast-Episode oder Video. Die Teilnehmenden verlinken deinen Aufruf, du sammelst alle Beiträge und veröffentlichst am Ende einen Abschlussartikel, der alle Beiträge zusammenfasst und verlinkt.
Der Mehrwert für alle besteht aus Backlinks, Reichweite, Community-Gefühl und du lernst viele neue Stimmen aus deiner Nische kennen.
- Wähle ein Thema, das für deine Zielgruppe relevant ist und zu dem andere aus deinem Netzwerk etwas beitragen können. Das Thema darf recht breit sein, damit sich viele davon angesprochen fühlen.
- Schreib einen Aufruf zur Blogparade auf deinem Blog: Was ist das Thema? Welche Fragen sollen/können beantwortet werden? Wie lange läuft die Aktion (z.B. 2 Monate)? Was sollen die Teilnehmenden tun (Artikel schreiben + deinen Aufruf verlinken + Link in die Kommentare).
- Lade gezielt Personen ein, die du dabei haben möchtest und bleib dran. Erinnere sie regelmäßig, frag nach dem Stand, stupse sie an.
- Schreib selbst einen Artikel zu deiner Blogparade.
- Sammle alle eingereichten Beiträge und schreib am Ende einen Abschlussartikel, der alle Beiträge in eigenen Worten zusammenfasst und verlinkt.
- Promote alle Beiträge aktiv in deiner Community.
Tipp: Trag deine Blogparade auf blogparaden.de ein, das erhöht die Sichtbarkeit zusätzlich.
Blogparaden sind übrigens viel mehr Arbeit, als sie aussehen. Plane ausreichend Zeit ein, idealerweise in einer ruhigeren Phase (z. B. im Sommer).
Meine letzte Blogparade als Beispiel:
- Der Aufruf zur Blogparade Zeitmanagement für Membership-AnbieterInnen
- Mein eigener Artikel zum Thema: Zeitmanagement-Falle Membership?
- Zusammenfassung aller Artikel: Zeitmanagement für Membership-AnbieterInnen – Alle Beiträge
Co-Creation von Content
Co-Creation bedeutet: Du sammelst Beiträge von ausgewählten Personen zu einem gemeinsamen Thema und veröffentlichst alles als Sammelformat, egal ob als Artikel, Video oder Podcast.
So funktioniert es:
Du lädst 5 – 10 Personen aus deinem Netzwerk ein, zu einer konkreten Frage einen kurzen Beitrag beizusteuern. Du packst alles zusammen, gestaltest es ansprechend und veröffentlichst es. Alle Beteiligten promoten das Ergebnis, und die Reichweite multipliziert sich.
1. Wähle diesmal ein sehr kleines Thema oder eine konkrete Frage (z. B. „Was ist dein Lieblingstool im Online-Business?“).
2. Lade gezielt Personen ein, die du toll findest und die zu deiner Zielgruppe passen. Erwarte bitte nicht, dass alle mitmachen wollen!
3. Gib klare Vorgaben: Wie lang soll der Beitrag sein? In welchem Format? Bis wann?
4. Sammle die Beiträge am besten über ein Formular, das spart Chaos in den E-Mails.
5. Bleib dran: Erinnere die Teilnehmenden, frag nach dem Stand.
6. Veröffentliche das Ergebnis und promote es aktiv und bitte alle Beteiligten, dasselbe zu tun.
Ein paar Beispiele für dieses Format:
- Artikel: „10 Unternehmerinnen teilen ihre besten Tools für Videobearbeitung“
- Video: „Was erfolgreiche Solopreneure tun, um fokussiert zu bleiben – 5 Stimmen aus der Praxis“
- Podcast: „Mein liebstes Launch-Event – 5 Unternehmerinnen nehmen dich mit hinter die Kulissen“
Wichtig ist bei diesem Kooperationsformat aber auch, dass du nicht zu viele Vorgaben machst, und das Thema/die Frage klein genug ist. Es bringt nichts, ein großes Thema aufzumachen und dann die Beiträge auf „maximal 150 Wörter“ zu beschränken. Da kann niemand etwas Sinnvolles dazu schreiben.
Auch hier ist, genauso wie bei der Blogparade, der Aufwand viel größer, als du im ersten Moment denkst, aber der Impact ist enorm, weil (hoffentlich) alle Beteiligten diesen Beitrag promoten.
Die Themenwoche
Eine Themenwoche ist eine zeitlich begrenzte, gemeinsame Aktion mehrerer KooperationspartnerInnen rund um ein gemeinsames Thema.
So funktioniert es:
Zwei bis fünf Personen stimmen sich auf eine Woche mit einem gemeinsamen Thema ab. Jede zeigt täglich (oder an bestimmten Tagen) einen Aspekt dieses Themas als Live-Video, Reel, Blogartikel oder Podcast-Episode. Alle promoten sich gegenseitig und nutzen einen gemeinsamen Hashtag.
Mögliche Themen:
• Workflow-Woche: Jede zeigt einen ihrer Workflows
• Anti-Prokrastinations-Woche: Täglich eine ungeliebte Aufgabe erledigen und darüber berichten
• Challenge-Woche: Alle machen täglich dieselbe Aufgabe und teilen ihre Ergebnisse
1. Finde 2–4 Kooperationspartnerinnen mit ähnlicher Zielgruppe, aber unterschiedlichen Themen.
2. Einigt euch auf Thema, Zeitraum, Format und Frequenz.
3. Legt einen gemeinsamen Hashtag fest.
4. Plant die Inhalte im Voraus. Wer macht was an welchem Tag?
5. Crossposting ist entscheidend: Alle spielen die Inhalte auf allen ihren Kanälen aus und teilen die Beiträge der anderen.
Wichtig ist dabei, dass wirklich alle mit vollem Einsatz mitmachen. Eine halbherzige Themenwoche verpufft.
Wenn du das mit 4 KooperationspartnerInnen durchführst und jede/r an einem Wochentag z.B. ein Live oder Reel macht, hast du eine komplette gemeinsame Challenge-Woche.
Meine Erfahrungen mit diesen Formaten
Wie schon zu Beginn geschrieben, habe ich bei all diesen Formaten mitgemacht, bzw. sie auch selbst organisiert. Und glaube mir, meine „Warnungen“ über den Aufwand sind aus eigener (teilweise leidvoller) Erfahrung entstanden …
Auf der anderen Seite habe ich durch jede dieser Aktionen immer (!) eine hohe Reichweite bekommen, es hat immer (!) Spaß gemacht und immer (!) meine Newsletter-Liste bereichert.
Natürlich gibt es auch noch andere Formate, die ich in einem Workshop schon einmal vorgestellt habe, wie z.B. Mini-Gewinnspiele, Podcast-Interviews, gemeinsame Verkaufsaktionen mit Affiliate-Links, Online-Kongresse, gemeinsame Kurse und Events oder Channel-Übernahmen, aber zum Starten haben mich selbst die beschriebenen Kooperationen am meisten weitergebracht.
Lass mal in den Kommentaren lesen, welche Kooperationen dir am meisten Spaß gemacht haben oder Spaß machen würden!
Und fang selbst mit der Möglichkeit an, bei der dein Herz beim Lesen gehüpft ist <3.
PS: Und nicht vergessen: Bleib neugierig!


Wow, das ist ein phantastisches Buffet an Anregungen. Da ich mich gerade mit dem Thema Kooperationsmöglichkeiten beschäftige, kommt dieser Beitrag gerade zum idealen Zeitpunkt. Herzlichen Dank liebe Claudia
Sehr gerne, Elfriede, ich bin gespannt, welche Möglichkeit du umsetzen wirst!
Liebe Grüße
Claudia
Danke für diese geniale Zusammenstellung! Da ist auf jeden Fall etwas dabei, was ich testen werde!
Danke auch für die Erwähnung! Ich liebe Kooperationen und finde einfach, wir sollten uns alle mehr unterstützen
Sehr gerne, Barbara – und danke für die Idee zum Freebie-Tausch und damit auch zu diesem Blogartikel!
Liebe Grüße
Claudia