Auf den Artikel zum Thema Aufschieberitis – 5 Gedanken-Experimente gab’s die meisten Reaktionen zum aktiven Aufschieben. Darum schauen wir uns diesen Modus etwas genauer an.
Darum geht's hier:
Worin besteht der Unterschied zwischen Prokrastination und aktivem Aufschieben?
Zusammengefasst bedeutet „aktiv aufschieben“ im Selbst- und Zeitmanagement, dass du eine Aufgabe bewusst und strategisch verschiebst, statt sie aus Überforderung, Angst oder Bequemlichkeit zu vermeiden.
Es ist also das Gegenteil von klassischer Prokrastination.
Ein Beispiel, das jede/r SolopreneurIn nachfühlen kann:
Du willst ein neues Angebot konzipieren, merkst aber, dass diese Woche strategische Kundentermine Vorrang haben. Statt halbherzig zu starten, planst du die Konzeptarbeit gezielt in zwei Wochen ein – mit Zeitblock selbstverständlich.
Das ist aktives Aufschieben.

Aktiv aufschieben bedeutet also
Du erkennst, dass eine Aufgabe jetzt nicht sinnvoll ist.
Das kommt öfter vor, als du denkst. Vor allem dann, wenn du eine Wochenplanung machst – und das ist auch völlig OK. Denn du kannst am Montag nicht wissen, wie du am Freitag drauf sein wirst!
Fatal ist es nur, wenn du fast immer etwas anderes machst, als du geplant hattest. Dann würde dir sicher ein Wochenrückblick dabei helfen, besser zu planen.
Du entscheidest dich bewusst, sie später zu erledigen.
Darum liebe ich meine Zeitblöcke so sehr. Wenn du nämlich damit deine Wochenplanung machst, ist das tägliche Verschieben kein Problem. Denn mit der Wochenplanung ist es ja nicht getan, du darfst (und solltest) jeden Tag in der Früh entscheiden, wofür du die richtige Energie und natürlich auch genügend Zeit hast.
Durch die Zeitblöcke rutscht dir aber nichts Wichtiges durch. Denn manchmal musst du einfach tun, was du tun musst …
Du planst sie konkret neu ein (Datum, Uhrzeit).
Das bedeutet auch, dass du diese Aufgabe nicht auf eine „Irgendwann-Liste“ verschiebst (und ja, solch eine Liste gibt es in meiner 1-Minuten Todo-Liste) sondern einfach nur deine Tages-Priorität veränderst.
Danke fürs Zuhören!
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Du akzeptierst die Konsequenzen dieser Entscheidung.
Das Wort „Konsequenz“ ist ein großes, und ich gehe davon aus, dass du nichts aktiv verschiebst, das dich viel Geld oder KundInnen-Beziehungen kostet.
Aber die Konsequenz könnte durchaus sein, dass du entweder andere Aufgaben nicht erledigen kannst, oder außerhalb deiner Kernarbeitszeit arbeiten wirst. Wenn das für dich akzeptabel ist, go for it!
Wann ist aktives Aufschieben besonders sinnvoll?
Immer dann, wenn sich deine Prioritäten kurzfristig ändern. Darum auch mein Hinweis auf die Wochen- und Tagesplanung. Es kommt sehr stark auf dein Business-Modell an, wie oft das der Fall ist: Als DienstleisterIn hast du diese Situation öfter als z.B. ich mit meinem Onlinekurse- bzw. Membership-Business.
Noch wichtiger finde ich, dass du aktiv aufschiebst, wenn deine Energie zum geplanten Zeitpunkt nicht die richtige oder nicht ausreichend ist. Das führt dann auch sehr oft dazu, dass du mental nicht klar genug bist. Und so macht es auf jeden Fall Sinn, diese Aufgabe zu verschieben.
Und zuletzt, wie im Beispiel oben angesprochen, wenn du merkst, dass die Aufgabe strategisch gerade nicht relevant ist.
Es gibt ein paar Warnzeichen
Ich finde es manchmal gar nicht soooo einfach, mich beim Aufschieben nicht selbst zu beschummeln. Aber es gibt ein paar Warnzeichen, die dir zeigen, dass du noch einmal genauer hinschauen solltest.
- Du vermeidest die Aufgabe immer wieder ohne neuen Termin.
- Du beschäftigst dich stattdessen mit Nebensächlichkeiten (oder dem Haushalt).
- Du hast ein schlechtes Gewissen, aber keinen Plan.
- Du sagst dir: „Morgen mache ich es wirklich.“
- Du bist sehr kreativ bei der Erklärung, warum du das jetzt wirklich nicht erledigen kannst.
Dann handelt es sich eher um klassische Aufschieberitis.
So setzt du aktives Aufschieben um
Im ersten Step ist es wichtig, dass du dich selbst beobachtest und dir immer wieder ein paar Fragen stellst, um zu erkennen, ob du aktiv aufschiebst oder doch eher prokrastinierst.
Lade dir hier die Entscheidungs-Checkliste herunter (ganz ohne E-Mail-Adresse!) und drucke sie gerne aus, damit du immer schnell einen Blick darauf werfen kannst, wenn du dir nicht sicher bist.
Ich denke, das ist eh das Schwierigste daran, denn dann musst du „nur“ noch:
- Die Entscheidung bewusst treffen
- Den neuen Termin fixieren
- Eventuell Zwischenschritte definieren (was ist der nächste, kleinste Schritt?)
- Die Sache gedanklich abschließen.
- Streich die Aufgabe aus deinem Kopf und sorge dafür, dass sie in dein Aufgaben-System eingepflegt ist.
Fazit und Kerngedanke
Aktives Aufschieben ist ein Instrument von guter Selbstführung. Es bedeutet nicht „nicht tun“, sondern „jetzt nicht – aber bewusst später“.
Übrigens ist „jetzt nicht – und auch später nicht“ auch immer eine gute Möglichkeit. Unsere Todo-Listen sind immer zu voll!
Und damit schaffst du für dich Klarheit, Fokus, eine realistischere Planung und vor allem weniger inneren Druck!
PS: Und nicht vergessen: Bleib neugierig!



