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3 Mini-Gewohnheiten, die dir helfen, fokussiert zu arbeiten

Gewohnheiten ändern

Wenn Homeworker in mein Programm Home-sweet-Office 2.0 einsteigen, dann ist der Impuls dazu meist daraus entstanden, dass sie irgendetwas anders machen möchten, als sie es eben bisher gemacht haben. Dabei geht es nicht nur darum, sich neue Tools zu erarbeiten, sondern grundlegende Veränderungen in ihre Gewohnheiten zu bringen:

  • Sie verändern ihre Arbeitsabläufe.
  • Sie verändern ihre Einstellung zu ihrer Arbeit im Home-Office.
  • Sie verlängern ihren Gedulds-Faden. Mit sich selbst und den Dingen, die im Home-Office hereinflattern und oft nicht unter Kontrolle zu bringen sind.
  • Sie verändern ihre Prioritäten.​
  • Sie gewöhnen sich ganz neue Routinen an.

Gerade der erste Punkt, nämlich das verändern der Gewohnheiten macht allerdings immer wieder Bauchweh. Nicht nur bei ihnen. Denn auch ich bin nicht davor gefeit, dass Veränderung sich im ersten Moment nicht unbedingt positiv anfühlt.

Schließlich gibt es gute Gründe dafür, dass Gewohnheiten so sind, wie sie sind.

Unlängst wurde ich sogar von einer Interessentin gefragt: „Muss ich mir dann auch so ellenlange Morgenroutinen zusammenstellen und angewöhnen? Darauf hab‘ ich nämlich überhaupt keine Lust!

Nein, muss sie natürlich nicht.

Ich kenne den Hipe um Morgenroutinen. Manche springen jeden Tag in der Früh in Eiswasser, meditieren, schreiben Tagebuch oder sporteln, um nur einige Bestandteile von solchen Morgenroutinen zu nennen.

Ganz ehrlich: ich hab’s probiert (und du vielleicht auch?) aber ich habe nichts davon wirklich durchgehalten – und das Eiswasser hab‘ ich erst gar nicht versucht.

Für mich steht an erster Stelle, dass du DEINE Gewohnheiten findest, die dir helfen, Struktur und Fokus in deinen Tag zu bringen. Ob das jetzt Morgen-, Abend- oder Zwischendurch-Routinen sind, ist dabei völlig egal.

Hier kannst du ins Abenteuer hineinhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Wenn dir diese Episode gefallen hat, freue ich mich über ein paar Zeilen und Sternchen auf iTunes von dir! Hier zeige ich dir genau, wie’s geht.

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Und darum schauen wir uns das Thema etwas genauer an:

ANgewöhnen oder ABgewöhnen?

Was fällt dir persönlich schwerer? Dir etwas anzugewöhnen oder abzugewöhnen?

Hast du das schon einmal beobachtet?

Ich finde ja, dass das Eine nicht ohne das Andere geht. Unterm Strich geht es doch darum, deine Gewohnheiten zu ändern. Egal, ob du etwas dazunehmen oder weglassen möchtest.

Wenn du dir etwas abgewöhnen möchtest, entsteht luftleerer Raum. Irgendetwas fehlt.

Und das möchtest du wahrscheinlich durch etwas Anderes ersetzen. Die Geschichte ist nur die: ersetzt du das, was du nicht mehr machst durch etwas (geplant) positives? Oder nimmst du was gerade kommt?

Ein klassischer Negativ-Ersatz ist z.B., wenn du statt zu rauchen, beginnst, vermehrt zu Süßigkeiten zu greifen.

Du hast in meinen Augen zwei Möglichkeiten: diese Lücke zu genießen und einfach da sein zu lassen – oder dir vorher (!) schon zu überlegen, was du stattdessen tun wirst.

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Home-Office.

Du beobachtest bei dir, dass du, wenn du einmal auf Facebook gelandet bist, wie hypnotisiert beginnst, in der Timeline zu scrollen. Der Weg ins klassische verzetteln auf SocialMedia. Das möchtest du verändern und stellst dir ab sofort deinen Timer auf 10 Minuten und wenn er läutet, schließt du Facebook.

Mini-Gewohnheit Nr. 1: Gewöhne dir an, mit Timer zu arbeiten!

Die Beschränkung der Zeit soll dich nicht unter Druck bringen – nur daran erinnern, dass du einen Automatismus unterbrechen möchtest.

Ich kenne von meinen TeilnehmerInnen, dass dann das Gefühl entsteht „wer weiß, was ich jetzt verpasst habe …„. Aber: genieße diese Leere, indem du kurz die Augen schließt, tief durchatmest und fühlst, dass du jetzt bereit für etwas Anderes bist …

Oder du ersetzt diese Lücke durch ein paar Augenübungen?

Daraus ergibt sich gleich eine Kette, durch die du deine Gewohnheiten ändern wirst:

​Timer stellen => Facebook öffnen => es klingelt => Facebook schließen => Augenübungen

Cool, oder?

Wieso Regelmäßigkeit und Routine nicht dröge sind

Noch etwas, was sich meine TeilnehmerInnen in Home-sweet-Office 2.0 oft wünschen: Regelmäßigkeit in ihren Tagesablauf zu bekommen.

Der Wunsch, Regelmäßigkeit in die ganze Woche zu bekommen, ist übrigens wesentlich schwerer zu erreichen.

Im letzten Webinar wurde ich gebeten, die Planung einer ganz normalen Woche von mir herzuzeigen. Die gibt’s aber nicht, schon alleine dadurch, dass unser Virtuelles CoWorking an unterschiedlichen Wochentagen stattfindet, sieht jede Woche anders aus.

Das heißt aber nicht, dass Regelmäßigkeit und Routinen keinen Platz in so unterschiedlich ablaufenden Tagen oder in deinen Wochen haben! Du musst sie nur einfach für jede Woche neu bestimmen …

Falls du der Meinung bist, dass du nur hoch kreativ arbeiten möchtest und daher keine Routinen brauchst, dann lass‘ mich ein paar Argumente für Routinen zusammensammeln. Teilweise kommen sie aus meiner eigenen Erfahrung, teilweise aus der Frage „Was löst das Wort „Routinen“ bei euch aus? Positiv? Negativ? Wurscht?“ in der Facebook-Gruppe

gewohnheiten ändern, routinen angewöhnen

  • Ich liebe Routine-Aufgaben … Ab und zu. Die sind so schön entspannend!
  • Routinen entlasten deinen Kopf.
  • Sie benötigen relativ wenig Energieaufwand – dadurch hast du mehr davon, wenn du sie für anspruchsvollere Aufgaben brauchst.
  • Du schonst deinen Entscheidungs-Muskel
  • Weil sie mir hilft, meinen manchmal über-vollen Tüddelkopp zu beruhigen.
  • helfen streckenweise auf Autopilot zu segeln – das hilft, wenn ich den Kopf für andere Dinge brauche.
  • Positiv, wenn es darum geht, dass Arbeiten, die eben notwendig sind, schnell von der Hand gehen.
  • Hilfreich, solange nicht alles zu starrem Abarbeiten von Routinen einfriert.
  • Sicherheit am einen Ende der Skala – Gefangenschaft am anderen …
  • Ich unterscheide da zwischen grauer unbewusster Alltagsroutine, die mich in meiner Komfortzone hält und gesunder Routine, die ich bewusst gewählt habe, um meine Ziele zu erreichen.
  • Positiv. Keine unvorhergesehene Ereignisse. Kann genau das genau so machen, wie ich mir vorgenommen habe.
  • Sie sorgen für sehr viel Entspannung und Ruhe im Alltag
  • Doch bemerke ich, dass gute Routinen Abläufe sind, die für Qualität und Erleichterung stehen. Man muss ja nicht immer alles neu erfinden.

Du kannst natürlich jederzeit das Wort „Routinen“ durch „Gewohnheiten“ ersetzen. Oder vielleicht sogar durch „Ritual“, wenn du dazu einen besseren Zugang hast?

Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin sind NICHT das Ziel

Aber beides brauchst du doch, um etwas anders zu machen, oder?

Ja, vielleicht zu Beginn. Aber oft lese ich: „Ich habe zu wenig Durchhaltevermögen. Ich habe keine Selbstdisziplin.

In meinen Augen kommt das daher, weil du einfach zu wenig Geduld mit dir hast! Gewohnheiten zu ändern ist kein Sprint, sondern der berühmte Marathon. Und beim ersten Training wirst du auch nicht gleich durchgehend die ganze Distanz schaffen.

Mini-Gewohnheit Nr. 2: Erzeuge künstliche Lücken, die dir auffallen!

Eines der ersten Tools, die ich den TeilnehmerInnen vorstelle, ist PhraseExpress, ein Textbausteinprogramm. Die Krux an der Sache: sie sind es nicht gewöhnt, damit zu arbeiten!

Die künstlich erzeugte Lücke, die ich ihnen empfehle: Lösche die automatische Signatur in deinem eMail-Programm – dann gewöhnst du dich daran, die Signatur aus PhraseExpress zu nehmen und das Programm kommt in deinen Fokus.

Wenn ich meinen TeilnehmerInnen vor allem am Anfang der sechs Monate unserer Zusammenarbeit oft zuhöre, wie sie mit sich selbst umgehen, weil sie „immer noch nicht“ genügend Selbstdisziplin haben um dranzubleiben, dann würde ich sie am liebsten schütteln und rufen: „Sei geduldiger mit dir!

OK, schütteln kann ich sie virtuell natürlich nicht, aber ich erinnere sie häufig daran.

Auch daran, dass ihre Erwartungshaltung an sich selbst schlicht unrealistisch ist – und sie den Veränderungen Zeit geben sollen. Und ein bisserl netter zu sich selbst sein sollen …

Stell‘ dir doch einmal die Frage, ob du ein cooler Chef für dich bist?

Mach‘ es dir leicht, NICHT zu scheitern

Viele Gewohnheiten ändern wir nicht, weil wir regelmäßig erst NACHHER – also nach dem verpassten Auslöser – bemerken, dass es wieder nicht geklappt hat.

Die Erwartung an uns schaut allerdings ganz anders aus: Jetzt. Sofort. Und dann bitte auch gleich alle schlechten Gewohnheiten ausmerzen und alle guten auf einmal angewöhnen.

Wenn das so einfach ginge – viele Autoren von Ratgebern, Coaches und vielleicht auch ich wären arbeitslos.

Lass‘ dich regelmäßig erinnern!

Auch wieder ein Beispiel aus meinem Online-Programm …

Relativ bald zeige ich meinen TeilnehmerInnen, wie sie ihre ToDo-Liste mit Hilfe der 1-Minuten ToDo-Liste nach Linnenberger strukturieren können, egal ob sie Trello dazu verwenden, oder Papier.

Im ersten Schritt sind alle begeistert dabei, denn es ist ein geniales Gefühl endlich Überblick über alles zu bekommen, was sie zu tun haben.

Und im zweiten Schritt: Sie vergessen darauf, auf diese Liste zu schauen, sie täglich zu aktualisieren und irgendwann ist sie so veraltet, dass sie gar nicht mehr geöffnet wird.

Mini-Gewohnheit Nr. 3: Stell' dir Stolpersteine auf!

In jedem Browser kannst du einstellen, welche Seite(n) geöffnet werden sollen, in dem Moment, in dem du den Browser öffnest. Lass‘ also alles, was du für den Start in deinen Arbeitstag brauchst, dort gleich öffnen! Auch die ToDo-Liste.

Sobald sie das umgesetzt hatten, ging’s  viel leichter und schon fast automatisiert mit der ToDo-Liste!

Wie lange braucht es wirklich, Gewohnheiten aufzubauen?

Unlängst habe ich die Rückmeldung einer Teilnehmerin bekommen:

Es braucht viel länger als 6 Monate, bis sich eine Routine etabliert hat!

Die Meinungen, wie lange man (ohne Unterbrechung) etwas anders machen muss, damit etwas zum Automatismus wird, gehen sehr auseinander. Oft ist von 30 Tagen oder auch 21 Tagen die Rede – aber die Rückmeldung meiner Teilnehmerin zeigt, wie individuell das ist!

Ich würde sogar behaupten, dass sich so eine Zahl nicht in Stein meißeln lässt, einfach weil es darauf ankommt.

  • Als wie „schwierig“ du diese Veränderung empfindest.
  • Wie oft du diese Gewohnheit überhaupt eintrainieren kannst/musst.
  • Und wie deine bisherigen Erfahrungen dir dabei helfen (hab‘ schon oft etwas erfolgreich verändert) oder dich daran hindern (hat noch nie geklappt), dein Ziel zu erreichen.

Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesen 3 Mini-Gewohnheiten zeigen, dass nicht immer ein Gewaltakt notwendig ist, um zu erreichen, dass du etwas Neues in deine Arbeitsweise integrierst.

Übrigens: Bei „Großigkeiten“ ist es wichtig, dass du sie dir hintereinander angewöhnst, damit du dich nicht überforderst! Aber ich denke, diese drei kannst du sofort und gleichzeitig anwenden:

  1. Gewöhne dir an, mit Timer zu arbeiten!
  2. Erzeuge künstliche Lücken, die dir auffallen!
  3. Stell‘ dir Stolpersteine auf!

Wie wär’s? Schreibst du mir in den Kommentar, ob du das umsetzen wirst?

Gutes Gelingen!

P.S. Und nicht vergessen: Bleib‘ neugierig!


 

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4 Kommentare

  1. Liebe Claudia,

    wieder ein sehr schöner Artikel, aus dem ich viel Hilfreiches mitnehme. Danke für Deinen immer sehr wertvollen und praktischen Input!

    Herzliche Grüße, Susanne

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