Motivation und Durchhalten
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7 Strategien, wenn dir deine Arbeit keinen Spaß macht

was tun, wenn die Arbeit keinen Spaß macht?

 

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal Gast in einem Podcast. Das Interview mit Katharina Boersch kannst du dir hier anhören, dann hast du auch den Zusammenhang zu meinem heutigen Artikel :-).

In diesem Interview jedenfalls hat Katharina mich mit einer Frage ein wenig kalt erwischt. Nämlich mit der Frage, ob es Dinge gibt, die ich nicht so gerne mache und wie ich mich dann motiviere, sie doch zu erledigen bzw. dran zu bleiben.

Ja, natürlich hatte ich die Fragen vorab bekommen und mich so ein wenig darauf vorbereiten können. Die Vorbereitung ging relativ flüssig, bis ich eben zu dieser Frage kam, auf die ich nicht sofort eine sinnvolle Antwort hatte. Denn: Mir fiel nicht ein, was ich an meiner selbstständigen (und unselbständigen) Tätigkeit nicht mag.

Im ersten Moment.

Bei näherem Hinsehen fiel mir dann aber doch auf, dass ich ein paar Strategien entwickelt habe, die mich zwar nicht alles lieben aber doch alles mögen lassen, was ich so den ganzen Tag tue.

Ein paar davon möchte ich dir hier an die Hand geben, damit auch du bei der Frage: „Was machst du nicht gerne?“ in Zukunft ins Grübeln kommst 😉

Einstellung ändern

Das Zauberwort Einstellung.

Zauberwort deswegen, weil du dadurch, dass du deine Einstellung zu dieser Tätigkeit veränderst, sie wie durch Zauberhand leichter, effizienter und auch schneller erledigt wirst.

Zauberwort vielleicht auch deswegen, weil es so einfach klingt.

Verändere deine Einstellung. – Doch wie genau funktioniert das?

1. Behalte das Ergebnis im Auge

Wenn das Tun ansich keinen Spaß macht,wie sieht’s dann eigentlich mit dem Ergebnis aus?

Macht es dir Spaß, das Ergebnis zu sehen, bzw. zu erleben?

Als kleines Beispiel: Eine Leserin hatte sich vorgenommen, endlich ihre Mahnungen auszuschicken.

Das klingt jetzt nicht nach Spaß und Freude, und das kann ich auch absolut nachvollziehen. Denn es bedeutet ja auch, den Kunden ein wenig unter Druck zu setzen. Es bedeutet eventuell auch, dass du dich nicht wertgeschätzt fühlst, wenn deine Kunden nicht zahlen.

Das Ergebnis dieser ungeliebten Tätigkeit ist allerdings, dass sich dein Kontostand positiv entwickelt. Und das macht Spaß, oder?

Frag dich also bei ungeliebten Tätigkeiten, wie das Ergebnis genau aussieht, wenn du sie doch erledigst.

2. Frag‘ dich: Warum?

Diese zweite Strategie, nämlich die Frage nach dem „Warum“, geht noch etwas tiefer, bzw. ist noch langfristiger, als durch das Ergebnis zu einer neuen Bewertung zu kommen.

Wenn du das Beispiel mit den Mahnungen weiterführst, dann ist das Warum dahinter möglicherweise, dass du von deiner selbstständigen Tätigkeit leben können möchtest. Oder dass du auf etwas besonderes hinsparst?

In einem Gastartikel bei Julia Gruber habe ich bereits in einem anderen Zusammenhang genauer beschrieben, wie du auf das Warum dahinter kommen kannst.

Aber auch hier kann es dir helfen, nicht nur ein Mal zu fragen, warum du eigentlich etwas tun sollst, was dir im Grunde keinen Spaß macht!

3. Schau‘ hinter die Kulissen

Während ich also so gegrübelt habe, wann es eigentlich passiert, dass mir etwas keinen Spaß macht, ist mir aufgefallen, dass meistens folgende Dinge dahinter stecken:

  • Ich fühle mich überfordert,
  • habe eine unbestimmte Angst davor,
  • habe es vorher noch nie gemacht
  • oder weiß nicht, wie ich es angehen soll.

Gegen all diese Gründe bzw. „Ausreden“ gibt es wieder Strategien.

Überforderung

Überforderung kann zum Beispiel bedeuten, dass du das, was du zu tun hast, nur als großes Ganzes siehst. Teile es doch einmal in möglichst kleine Häppchen auf und wirft dann einen Blick auf den ersten Schritt, den du dabei definiert hast. Nur den ersten Schritt. Ist das Gefühl, dass du dich damit überforderst immer noch da?

Unbestimmte Ängste sind oft nur Bilder in deinem Kopf.

Wenn du solch eine Angst als Bild identifizierst, könntest du es dir als Gegenstrategie vor deinem inneren Auge ausmalen – und dann einen dicken Radierer schnappen und in deiner Vorstellung ausradieren.

Das klingt jetzt vielleicht etwas schräg, aber probiere es ruhig aus! Wenn du magst, kannst du dir stattdessen danach ein neues Bild – z.B. von dem tollen Ergebnis – malen.

Das erste Mal kann Angst auslösen.

Aber auch hier kannst du durch einen Perspektivenwechsel eine andere Sicht der Dinge erreichen.

  • Ist es nicht unheimlich spannend, etwas Neues auszuprobieren?
  • Wie könntest du dich danach fühlen?
  • Ist es wirklich „Angst“ – oder eher „Aufregung“?

Entwickle dich in diesen Dingen zu einem Adrenalin-Junkie! Und du wirst sehen, es wird immer attraktiver für dich, Neues auszuprobieren.

Du bist nicht allwissend?

Verabschiede dich davon, dass du immer genau wissen musst, wie du an eine Aufgabe herangehen sollst.

Aber andere wissen es vielleicht!

Gerade in diesen Zeiten des Internets, der Foren und Gruppen, die in den unterschiedlichsten sozialen Netzwerken zur Verfügung stehen, sollte es dir leicht möglich sein jemanden zu finden, der bereits ein bis zwei Schritte weiter ist als du.

Fragen kostet nichts.

Also hole dir Unterstützung, andere Meinungen und Ideen von Menschen, die gerne ihr Wissen weitergeben.

4. Einfach loswerden!

Wenn gar nichts funktioniert, d.h. es für dich jedes Mal eine fast unüberwindbare Schranke ist, dann überlege ganz pragmatisch, ob du diese ungeliebte Tätigkeit nicht einfach loswerden kannst.

Ganz klassische Beispiele dafür sind das Abgeben der Buchhaltung an einen Steuerberater oder auch die Unterstützung im Haushalt durch eine Perle.

5. Anfangen ist das Schwerste – mach’s dir leichter!

Im Interview habe ich zugegeben, dass mich Arbeiten im Haushalt nicht unbedingt euphorisch stimmen ;-). Vielleicht kannst du das auch nachvollziehen …

Wenn du nun jeden Tag z.B. eine Stunde mit putzen und aufräumen verbringen müsstest, würde das auf der anderen Seite bedeuten, dass du dich 7 mal pro Woche „aufraffen“ müsstest. 7 Hürden, die du überwinden müsstest, denn das Anfangen ist immer das Schwerste an einer ungeliebten Aufgabe!

Daher: Bündle die ungeliebten Aufgaben – dann hast du diese Herausforderung anzufangen auf jeden Fall nicht so oft!

6. Belohnung? Ja, aber bitte exklusiv!

Das ist ein oft gelesener Tipp: Belohne dich!

Meine Strategie dazu geht noch ein wenig weiter.

Mehr oder weniger durch Zufall bin ich dahinter gekommen, dass mir das Hören von Podcasts extrem viel Spaß macht. Meine exklusive Belohnung ist es daher, dass ich Podcasts nur dann anhören darf, wenn ich diesen Genuss mit Dingen verknüpfe, die mich nicht unbedingt jubeln lassen. Dadurch werden sie quasi zum Nebenschauplatz.

D.h. konkret, dass ich Podcasts nur anhöre, wenn ich z.B. Dinge im Haushalt erledige oder mich sportlich betätigte (ja, das macht mir auch nicht unbedingt Spaß ;-)). Einzige Ausnahme ist noch meine wöchentliche Fahrt ins Büro. Das hat weniger mit Belohnung als mit Gelegenheit zu tun.

Es macht absolut keinen Sinn, dich mit Dingen zu belohnen, die du sowieso jederzeit und immer haben kannst. Bzw. mit Dingen, die genau genommen schon zu deinem Alltag gehören. Mich persönlich motiviert zum Beispiel nicht, mir eine Tasse schönen Kaffee zu gönnen, denn den trinke ich täglich.

Wenn du dich also durch Belohnung motivieren möchtest, dann suche dir wirklich eine exklusive Belohnung aus. Dann klappt’s auch damit.

7. Es muss nicht immer Spaß machen

Das ist ein Satz, der mir in den Sinn kommt, wenn alle anderen Strategien nichts geholfen haben. Bestärkt auch durch etwas, was mir in Interviews mit in meiner Wahrnehmung erfolgreichen Menschen aufgefallen ist.

Was antworten diese auf die Frage: „Wie kriegst du das alles geregelt?“

„Ich schau‘ auf meine ToDo-Liste und arbeite dann einfach Punkt für Punkt ab, was da drauf steht.“

Klingt so einfach, oder?

Mich beschleicht der Gedanke, dass diese erfolgreichen Menschen oft nicht darüber nachdenken, ob sie jetzt gerade „Bock darauf“ haben.

Sie sehen, was zu tun ist – und tun es.

So, jetzt würde es mich wirklich brennend interessieren, was du Katharina auf diese Frage geantwortet hättest. Hinterlass‘ mir doch bitte deine Antworten darauf im Kommentar!

P.S. Und bleib‘ neugierig!

 


7 Kommentare

  1. Klasse Artikel mit wirklich nützlichen Tipps. Meine „Geheimwaffe“ sind die kleinen Schritte. 10 oder 15 Minuten einer Arbeit, die keinen Spaß macht, sind fast immer möglich. Und oft genug geht es von da an recht flüssig weiter.

    Auch Punkt Nr. 7 finde ich sehr wichtig. Denn oftmals kann man heutzutage den Eindruck gewinnen, dass jeder/r sich seinen oder ihren Traumjob basteln könne, ob als Angestellte oder als Selbstständige. Dadurch baut sich dann leicht ein Erwartungsdruck auf, dass alles leicht zu gehen habe und Spaß machen müsse.

    Doch ich kenne niemanden, bei dem das ständig der Fall ist. Ja, wir können sehr viel gestalten. Ja, wir können – gerade in der Selbstständigkeit – sehr bewusst wählen, wie wir uns aufstellen.

    Doch es gibt immer auch Aktivitäten, die einem keine Freude machen. Für mich ist es oft die Beschäftigung mit Technik oder zumindest die Lernphase dabei. Doch auch diese Dinge wollen gemacht werden und je schneller man sie erledigt, desto besser (ist auch eine Empfehlung für mich selbst:-)).

    Außerdem: Gerade dann, wenn es um etwas geht, das einem wirklich wichtig ist, zeigt sich nicht selten auch Widerstand in allen möglichen Varianten. Auch dann fallen bestimmte Schritte schwer.

    Insofern vermittelt dieser Artikel sehr schönen Realitätsbezug und zeigt gleichzeitig gut gangbare Wege.

    • Liebe Frau Birkner,

      vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar! Die 10-Minuten „Startrampe“ verwende ich auch häufig – und wie Sie sagen, dann geht’s meistens locker weiter. Das Anfangen halt …

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Nr. 7 gefällt mir außerordentlich. Es darf auch mal keinen Spaß machen. Ist eben so.

    Ich finde das sollten wir auch unseren Kindern vermitteln, dass es auch Dinge gibt, die eben keinen Spaß machen und trotzdem zu machen sind.

    Kritisch wird es nur, wenn es dauerhaft keine Spaß macht.

    Lieben Gruß
    Birgit

    • Hallo, Birgit!

      Ja, da hast du recht – das kam mir so noch gar nicht in den Sinn, dass das auch eine wichtige Vorbildfunktion für unsere Kinder ist. Wenn’s dauerhaft keinen Spaß macht UND alle Strategien versagt haben, dann ist es wirklich kritisch. Kann ich mir aber fast nicht vorstellen – kennst du das?

      Verschneite Grüße,
      Claudia 🙂

  3. Hi Claudia, mir gefällt dein Artikel auch richtig gut, danke dafür! Am wichtigsten finde ich den letzten Absatz:

    „Erfolgreiche Menschen denken oft nicht darüber nach, ob sie jetzt gerade “Bock darauf” haben.
    Sie sehen, was zu tun ist – und tun es.“

    Das ist bei mir oft der Knackpunkt, glaube ich. Ich mache lieber das zuerst, was am meisten Spaß macht – und dann bleiben oft viiiele Dinge übrig, die ich nicht unbedingt so gerne mache.

    Die Strategie zuerst an das Ergebnis zu denken, wenn es um ungeliebte Aufgaben geht, finde ich auch super. Klappt aber auch nicht immer, z.B. muss ich jetzt die Unterlagen für Januar für meine Steuerberaterin fertig machen. Ergebnis ist die BWA. Aber wozu brauche ich dir? Ich notiere mir meine Einnahmen und Ausgaben eh separat in einem Programm, sodass ich relativ gut weiß ob der Januar gut oder schlecht war 😉 Podcast hören kann ich beim Buchhaltung machen auch nicht … Naja, ich grübele noch ein wenig drüber nach, da fällt mir schon noch was ein 😉

    Viele Grüße
    Katharina

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