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Schreibtisch aufräumen – denn Einstein irrt sich!

Schreibtisch aufräumen Routine und Warum

Die erste Aufgabe in meiner Home-sweet-Office Challenge ist es immer, den Schreibtisch aufzuräumen.

Und ich kann mich noch gut erinnern, als ich die Challenge-Aufgaben damals 2017 das erste Mal zusammengestellt hatte, dass ich mir gedacht hatte: „Das ist viel zu basic … macht ja eh jede/r„.

Die Rückmeldungen, auch diesmal wieder, haben mir aber sehr schnell zwei Erkenntnisse gebracht:

  • Nein, das macht nicht jede/r (schon gar nicht regelmäßig) und
  • Es hat einen immensen positiven Effekt!

Im Laufe des Artikels habe ich ein paar Feedbacks über diesen positiven Effekt eingebunden, wie z.B. dieses hier:

Schreibtisch aufräumen

Was hat ein leerer Schreibtisch mit Einstein zu tun?

Es gibt da ein Zitat, das mir immer wieder an den Kopf geworfen wird, wenn es um leere Schreibtische geht:

Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?
Albert Einstein

Unordentlich ist wohl das falsche Wort.

Voll passt eher!

Also noch einmal:

Wenn ein voller Schreibtisch einen vollen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?

Was so ein einziges Wort ausmacht, oder?

Hier kannst du ins Abenteuer hineinhorchen!

Danke fürs Zuhören!

Wenn dir diese Episode gefallen hat, freue ich mich über ein paar Zeilen und Sternchen auf iTunes von dir!

Hier zeige ich dir genau, wie’s geht.

Warum gerade jetzt – im Oktober?

Der Oktober läutet eine neue Jahreszeit ein. Wenn ich mich so umsehe, ist unter meinen KollegInnen in der Online-Welt durchaus die Tendenz zu erkennen, sich dieser Jahreszeit anzupassen.

Nicht: Tschakka!

Die letzten Wochen geben wir richtig Gas und pressen die letzte Energie aus uns raus. Sondern eher:

  • Ruhe einkehren lassen.
  • Loslassen.
  • Rückblick halten.
  • Fokus auf sich selbst.

Und das finde ich durchaus spannend – und dieser Jahreszeit entsprechend. Die Natur zieht sich zurück, um Kraft für den nächsten Frühling zu sammeln.

Es muss nicht immer der Turbo laufen …

Was das jetzt mit deinem Schreibtisch und Einstein zu tun hat?

Dieses Zurückziehen hat etwas mit Fokus zu tun. Und Fokus bei der Arbeit hat wiederum etwas mit deinem Schreibtisch zu tun.

Wenn ich an einen leeren Kopf denke, dann hat das absolut nichts mit Dummheit oder Ideenlosigkeit zu tun sondern eher mit Leichtigkeit, Entspannung, Freiheit und eben auch Fokus!

Wo ist der Unterschied zwischen voll und inspirierend?

Ich denke, der gute Einstein ist mit diesem Zitat auch etwas missinterpretiert worden.

Oder ist es eher das Wort „leer“?

Denn leer bedeutet nicht steril und unispiriert. Und das ist das häufigste Argument, das ich höre, wenn ich meine Kundinnen dazu motivieren möchte, freien Platz auf ihren Schreibtisch zu bekommen.

Es wird mit kahl und unpersönlich gleichgesetzt.

Aber es darf ruhig persönlich sein. Stelle etwas auf deinen Schreibtisch (nachdem er leer ist), das dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert, sobald du es siehst. Das können Bilder sein oder du hast gerne etwas Grünes, Lebendiges um dich, dann stell‘ dir eine schöne Pflanze auf den Schreibtisch.

Schreibtisch aufräumen

Ich sehe übrigens immer wieder vertrocknete und verkümmerte Pflanzen in Büros. Was soll das? Das macht dir höchstens ein schlechtes Gewissen, wenn du sie siehst!

Entweder weil du sie nicht pflegst – oder dass du sie nicht schon entsorgt hast.

Das Schlüsselwort ist „inspirierend“!

Inspirierend ist auf der anderen Seite aber nicht, wenn du alle Unterlagen für alle Projekte, die du irgendwann bearbeiten möchtest, in deinem Blickfeld hast.

Warum ich für einen leeren Schreibtisch plädiere

Hast du dir schon einmal überlegt, was dein Gehirn mit den Informationen macht, die auf deinem Schreibtisch herumkugeln? Sei einmal ganz leise, schau‘ dich auf deinem vollen Schreibtisch um und horch deinen Gedanken zu:

  • Das darf ich nicht vergessen …
  • Ach du meine Güte, hoffentlich geht sich das noch aus …
  • Ui, das wird unangenehm …
  • Wenn ich nur wüsste, wie ich das angehen soll …
  • Pfff … mach‘ ich morgen …

Das passt einfach nicht zu fokussiertem Arbeiten! Du (oder dein Gehirn) beschäftigst dich ständig mit Dingen und Gedanken, die JETZT gerade nicht dran sind!

Selbst wenn du diese Gedanken nicht aktiv hast – dein Gehirn unterscheidet nicht zwischen Tätigkeiten, die du „nur denkst“ und anderen, die du tatsächlich tust. Das macht dich müde, ohne dass du effektiv etwas getan hast!

Außerdem kostet es unheimlich Energie, die Dinge, die jetzt nicht dran sind, auszublenden. Versuche einmal, dich auf eine Arbeit zu konzentrieren, wenn rundherum der Bär steppt – ich kann ein Lied davon singen, habe ich doch 20 Jahre lang im Wohnzimmer neben meinen Kids und dem prallen Leben gearbeitet.

Schreibtisch aufräumen

Warum du vielleicht einen vollen Schreibtisch hast

Nur nicht aus den Augen verlieren!

Warst du schon einmal mit einer Gruppe Volksschulkinder auf einem Ausflug? Ich schon.

Dabei hatte ich immer das Gefühl, alle ständig und ununterbrochen im Auge behalten zu müssen, damit mir ja keines abhandenkommt. Bei Dingen, die du noch erledigen möchtest, stellt sich derselbe Effekt ein – nur dass sie dir nicht davon laufen können 😉

Es deutet übrigens auch darauf hin, dass du kein sinnvolles System für deine ToDo-Liste hast und dich nicht darauf verlassen kannst, dass die Aufgaben zum richtigen Zeitpunkt bei dir wieder auftauchen.

Nur wenn’s perfekt geht

Du hast einen voll geräumten Schreibtisch – und wenn du wirklich Zeit hast, willst du gaaaanz perfekt aufräumen? Nur dumm, dass du gerade jetzt keine Zeit dafür hast, oder?

Perfektionismus ist übrigens nicht nur beim Schreibtisch aufräumen ein schlechter Ratgeber, wie ich im Artikel „Warum dich die 100 besten Tipps nicht weiterbringen“ beschrieben habe.

Keine Ahnung wohin damit

Vielleicht ist dir das alles bereits bewusst und du würdest gerne einen übersichtlichen Schreibtisch dein Eigen nennen – aber wohin mit all dem? MIT Übersicht und schnellem Zugriff?

Ich habe meinen Arbeitsplatz in drei Zonen eingeteilt.

  • Brauche ich täglich: (Mikro z.B.): Diese Dinge stehen in Griffweite auf meinem Schreibtisch, das Mikro ist z.B. immer angeschlossen vor meiner Nase.
  • Brauche ich öfter mal: (z.B. aktueller Buchhaltungs-Ordner): Diese Dinge stehen außerhalb meines Blickfeldes rechts hinter mir auf dem Schreibtisch oder sind in einer Schublade des Schreibtisches untergebracht.
  • Brauche ich fallweise: Alles Andere ist in Regalen und/oder Schubladen untergebracht, wobei ich aufstehen muss, um sie zu erreichen.

Für die Papier-Ablage habe ich einerseits die Noguchi-Ablage (auch wieder rechts hinter mir) für aktuellere Themen, sobald alles erledigt ist und ich die Unterlagen nicht mehr brauche, wandern sie entweder in die Rundablage oder in einen Ordner im Regal.

Du hast keine Routine(n)

In der Home-sweet-Office Challenge haben Teilnehmerinnen in einer Rambazamba-Aktion ihren Schreibtisch aufgeräumt – aber damit ist es leider nicht getan.

Wenn du diesen Zustand beibehalten möchtest, dann hilft dir dabei am besten eine Routine.

In Home-sweet-Office 2.0 erinnere ich z.B. die Teilnehmerinnen mithilfe einer Checkliste in unserer Gruppe daran, spätestens am Freitag ihren Schreibtisch aufzuräumen.

Eine tolle Routine könnte aber auch sein, das Auf- und Abräumen deines Schreibtisches jeden Tag als Signal für dich zu verwenden, dass du mit deiner Arbeit fertig bist!

Ein schneller Weg zum inspirierenden Schreibtisch

  1. Schaffe dir EINEN Platz in deinem Büro, wo du alle Unterlagen, die du für deine Arbeit brauchst, sammelst. Bei mir z.B. ist das ein Ablage-Kisterl rechts von mir – außerhalb meines peripheren Blickfeldes aber innerhalb meiner Griffweite.
  2. Schreibe dir gleichzeitig auf deiner ToDo-Liste alle Aufgaben auf, die zu den Unterlagen im Ablage-Kisterl gehören. Daneben notierst du dir mit einem Kürzel, dass du die Unterlagen dazu im Ablage-Kisterl hast.
  3. Alle „Werkzeuge“, die sich auf deinem Schreibtisch befinden, legst du in einen Karton und stellst ihn auf den Boden. Bitte so, dass du nicht darüber stolperst 🙃.
  4. Wann immer du etwas aus diesem Karton brauchst, nimmst du es heraus und bestimmst einen fixen Platz dafür. Möglichst in einer Schublade, die sich in deiner Griffweite befindet.
  5. Nach einer Woche räumst du alles, was jetzt noch in dem Karton liegt, weg. Und das darf ruhig etwas weiter weg sein, wenn du es eine Woche lang nicht verwendet hast!
  6. Jetzt solltest du Platz auf deinem Schreibtisch haben, um ihn entweder leer zu lassen und diese Leere zu genießen, oder etwas hinzustellen, das dich stärkt und inspiriert!

Fazit

Lass‘ den armen Einstein nicht schuld daran sein, dass dein Schreibtisch chaotisch ist! I

Ich weiß schon, es gibt auch noch einen netten Spruch: „Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.“ 🤔.

Vielleicht magst du die jetzt stiller werdende Zeit dazu nützen, auch Ruhe in deine Gedanken zu bringen und etwas Neues auszuprobieren?

P.S. Und nicht vergessen: Bleib‘ neugierig!


 

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